Mittwoch, 9. Mai 2018

Freier Wille: Ja oder Nein?

Haben wir einen freien Willen oder nicht? Dieser Frage bin ich in letzter Zeit immer wieder begegnet (Dank u.a. an Lea und Jörg). Für die Philosophie des Schamanismus ist sie kritisch: Ohne freien Willen ist es nicht möglich, Entscheidungen aus freien Stücken zu fällen, somit können diese auch nicht mit dem Herzen gefällt werden. Ohne den freien Willen entfällt deshalb die Hauptmotivation des Schamanen.
 
Obwohl der Schamane den freien Willen für seine Philosophie benötigt, gibt es viele Anzeichen dafür, dass es diesen gar nicht gibt. Die Beobachtung ist diese: Alles, was geschieht hat einen Grund, die Dinge sind also kausal miteinander verknüpft. Immer wenn wir etwas tun oder etwas geschieht, so verursacht dies weitere Dinge und umgekehrt sind diese wiederum von anderen Ereignissen verursacht. Was wir als Entscheidungen mit dem freien Willen empfinden, sind demnach nichts anderes als chemische und biologische Prozesse im Gehirn und Nervensystem, welche aufgrund von Inputs unserer Sinnesorgane entstehen. In anderen Worten haben wir also nur den Eindruck, dass wir frei entscheiden können, dies ist in Tat und Wahrheit nicht wirklich der Fall. Wahrscheinlich haben wir diesen Eindruck, weil die Menschheit deshalb einen Selektionsvorteil hatte. Auch die moderne Physik sieht keinen Raum für einen freien Willen – keine der Formeln aus der Relativitätstheorie oder Quantentheorie hat ein Element des freien Willens. Fazit: Alle Dinge geschehen, weil sie einen Grund haben. Nichts kann frei entschieden werden. Diese Betrachtung der Welt wird oft „Determinismus“ genannt.
 
Ist also auch der Eindruck, dass wir einen eigenen Weg des Herzens haben nichts anderes als eine Illusion? Ich weiss nicht, ob wir überhaupt in der Lage sind, zu entscheiden, ob wir einen freien Willen haben oder nicht, aber ich möchte als Diskussionsbeitrag zeigen, dass freier Wille und Kausalität nicht Gegensätze sein müssen, sondern Qualitäten, sie sich ergänzen. Danach bestünde jedes Ereignis aus einer Komponente „freier Wille“ und einem Teil „Kausalität“ beziehungsweise „Determinismus“.
 
Gut lässt sich dies mit einem Koordinatensystem erklären, welches ein Feld aufbaut (siehe Darstellung unten). Dabei würde eine Achse die Kausalität oder Determinismus darstellen, die andere den freien Willen. Jedes Ereignis besteht nun aus einem Teil Kausalität und einem Teil freier Wille. (In einer mathematischen Analogie, wäre jedes Ereignis ein Vektor mit zwei Komponenten). Diese Komponenten sind je nach Ereignis verschieden gross. Wenn etwa ein Gegenstand auf den Boden fällt, so ist wahrscheinlich Kausalität das wichtigste Element (der Gegenstand wird von der Erdanziehungskraft angezogen – ein schöner kausaler Zusammenhang). Hingegen ist eine Entscheidung mit dem Herzen und entgegen aller Logik sich in den Fluss zu begeben, eine die ein grosses Element „freier Wille“ hat und wohl nur wenig „Kausalität“.
 
Ob man nun glaubt, es gäbe einen freien Willen oder man denkt es gäbe ihn nicht, hängt davon ab, wie wir die Dinge in diesem Koordinatensystem oder Feld sehen. Stellt man etwa ein Weltbild auf in dem man sich nur auf der Achse Kausalität bewegt, dann erkennt man in der Tat den freien Willen nicht – dann sieht alles nach Kausalität aus. Man erkennt die andere Komponente dann gar nicht. Auf der anderen Seite, kann man genauso gut ein Weltbild aufbauen, in dem es fast nur den freien Willen gibt und nur wenig Kausalität. Die Diskussion um die Frage des freien Willens wäre demnach eine Frage der Blickrichtung, welche man in diesem System einnimmt. Erkennt man, dass dies mit einem Koordinatensystem dargestellt werden kann, so sind der freie Wille und die Kausalität gleichzeitig möglich.
 
Beginnt man jedoch so zu denken, dann stellt sich sofort die Frage, was die Achsen in der umgekehrten Richtung wohl darstellen. Was ist dann das Gegenteil von Kausalität und was das vom freien Willen? Eine Idee: Das Gegenteil von Kausalität ist das spontane, zufällige Entstehen von Dingen. Es sind also Ereignisse, die keinen Grund haben aber auch nicht die Folge einer Entscheidung mit dem freien Willen sind. Auch der Zufall wäre hier anzusiedeln. Gibt es dies überhaupt? Unsere Wahrnehmung als Gesellschaft ist nicht darauf getrimmt, aber vielleicht ist ein Teil der Kunst hier anzusehen oder vielleicht auch das Unschärfeprinzip in der Physik, wo unklar ist, ob etwas eine Welle oder ein Partikel ist. Die Gegenrichtung zum freien Willen ist hingegen etwas klarer. Dort sind meines Erachtens Glaubenssätze, absolute Aussagen, Konzepte und dergleichen zu suchen.
 
Jedes Ereignis wie auch alle Philosophien, Religionen und andere Weltbilder können nun an verschiedenen Orten in diesem Koordinatensystem oder Feld lokalisiert werden. Nachfolgend einige Beispiele. Zu beachten dabei ist, dass der Ort, an dem man selbst im System steht, den Blickwinkel auf das System beeinflusst. Jemand anders würde also die Beispiele allenfalls ganz anders platzieren. Hier die Beispiele:
 
Naturwissenschaften: Die Naturwissenschaften haben ein starkes Element der Kausalität mit einigen Glaubenssätzen (z.B. die Wissenschaft liefert eine objektive Erklärung). Gewisse Elemente sind auch auf der Achse des freien Willens z.B. statistische Verfahren mit Irrtumswahrscheinlichkeiten. Die Naturwissenschaften haben aber durchaus auch Elemente von spontanem Schaffen, etwa in der Quantenphysik wenn vom zufälligen Zusammenbruch von Wellen gesprochen wird, um eine bestimmte Realität zu kreieren.
 
Religionen: Die meisten Religionen haben ein starkes Element von Glaubenssätzen (etwa die zehn Gebote), aber auch viel Kausalität (Gott hat alles erschaffen). 
 
Zen: Nach meinem Eindruck, will Zen Buddhismus möglichst ins Zentrum des Koordinatensystems, in eine Leere also, in der weder Kausalität noch freier Wille vorhanden ist. Selbstverständlich hat Zen oft auch religiöse Elemente mit diversen Glaubenssätzen. 
 
Schamanismus: Nach meinem Verständnis des Schamanismus, hat dieser ein starkes Element des freien Willens (die Herz Entscheidung), aber auch Elemente der Kausalität (die eigenen Handlungen haben Auswirkungen). Schamanismus wird aber auch anders Verstanden: Manchmal hat er Glaubenssätze oder wenn mit Ritualen bestimmte Ziele erreicht werden sollen, dann ist Kausalität wichtig. 
 
Kreativität und Kunst: Das spontane Entstehen von Neuem wird in unserer Gesellschaft am wenigsten thematisiert. Kreatives Schaffen könnte nun auf der Achse des spontanen Entstehens sein. Verfechter der Kausalität würden aber sagen, dass auch Kreativität und Kunst ein Resultat von Hirnströmen ist.
 
Dies sind wirklich nur Beispiele und Ideen zu diesem System. Sie sollen dazu anregen, die eigene Position zu finden und besser zu verstehen, wieso andere Menschen die Dinge anders wahrnehmen und wie dies von ihrem jeweiligen Standort abhängt. 
 
 
Zum Schluss noch in eigener Sache: Bald ist es soweit und im August soll mein neues Buch erscheinen. Weitere Informationen dazu werde ich in den nächsten Monaten hier aufführen. Aber als Vorgeschmack hier bereits das Cover.

 


Montag, 15. Januar 2018

Schamanismus als Ausrede


Schamanen gehen konsequent ihren Weg. Hierzu fällen sie alle Entscheidungen mit dem Herzen. Dies ist der Kern des Schamanismus. Diese Aussage ist zwar einfach, aber voller Tücken und Fallen. Eine davon ist, dass man diese Philosophie zwar kennt, sie auch als Begründung anführt, aber trotzdem nicht den eigenen Weg geht. Im Extremfall kann es sogar sein, dass man selber vollkommen überzeugt ist, mit dem Herzen zu entscheiden, dies aber dennoch nicht wirklich der Fall ist. Erschwerend kommt hinzu, dass es keine äusseren objektiven Kriterien oder Handlungen gibt, nach denen man beurteilen könnte, ob etwas auf dem Weg der Liebe ist oder nicht. Zudem können Aussenstehende kaum abschätzen, ob jemand anders einen eigenen Weg geht, denn es ist unmöglich zu wissen, was im Herzen eines anderen vorgeht und welche Erfahrungen er noch machen muss.

Wir sind in dieser Sache also so ziemlich alleine auf uns gestellt. Wie gehen wir damit um? Wie können wir beurteilen, ob wir auf unserem Weg sind oder nicht, ob wir uns etwas vormachen und vielleicht sogar die schamanische Philosophie als Ausrede verwenden, um unsere Themen nicht anzugehen?

Schauen wir uns zuerst einige Möglichkeiten an, welche dazu führen können, dass wir uns fälschlicherweise aufs Herz beziehen:

Das Herz kann die Entscheidung nicht fällen: Wir wollen zwar ehrlich mit dem Herzen entscheiden, aber unser Herz ist nicht offen oder es ist stark verwundet und deshalb nicht fähig den Weg der Liebe zu spüren. Wir verwechseln dann den Herzentscheid oft entweder mit einem Gefühlsentscheid (z.B. es macht Freude, folglich sage ich ja) oder mit einem Kopfentscheid (z.B. ein Herzentscheid erkennt man durch guten Taten).

Unser Herz konnte einmal unseren Weg spüren, hat aber die Fähigkeit wieder verloren: Ein offenes Herz muss gepflegt werden. Nur weil man einmal mit dem Herzen entscheiden konnte, garantiert nicht, dass man diese Fähigkeit nicht wieder verliert. Wenn wir der Gefahr nicht bewusst sind, dass unser Herz die Entscheidungsfähigkeit verlieren kann, geraten wir in eine falsche Sicherheit und können so von unserem Weg abkommen. In anderen Worten: Auch wenn wir schon lange unterwegs sind, können wir unseren Weg trotzdem manchmal nicht mehr erkennen.

Wir verwenden den Herzentscheid als Ausrede: Wir möchten gar nicht wirklich mit dem Herzen entscheiden (denn dies kann harte, unangenehme Arbeit bedeuten), befinden uns aber in einer Umgebung, in der dies zum guten Ton gehört. Folglich begründen wir jede Entscheidung auf diese Art, auch dann, wenn es keine Herzentscheide sind. Wir tun dies, weil wir wissen, dass es keinen objektiven Massstab gibt und deshalb alles mit dem Herzen begründet werden kann. Dieses Vorgehen kann bewusst oder auch unbewusst sein.

Wegen diesen Tücken und Fallen müssen wir regelmässig und möglichst ehrlich beurteilen, ob bei uns eine dieser Möglichkeiten zutrifft. Dabei müssen wir beachten, dass diese Möglichkeiten nicht einen generellen Zustand darstellen, sondern durchaus nur Teilbereiche eines Lebens betreffen können. Beispielsweise können wir auf Ferienreisen zwar gut mit dem Herzen entscheiden, zu Themen der Arbeit ist aber das Herz geschlossen, weiter haben wir betreffend Beziehungen die Fähigkeit mit dem Herzen zu entscheiden wieder verloren und betreffend der Hausarbeit verwenden wir Herzentscheide als Ausrede.

Wie kann man nun herausfinden, ob diese Möglichkeiten zutreffen oder nicht? Als Beispiele hier einige mögliche Symptome:

Wir sind zu selbstsicher: Sind wir sicher, dass wir sehr gut mit dem Herzen entscheiden, dass also das hier beschriebene Thema nicht auf uns zutrifft, dann haben wir fast sicher ein Problem damit. Es ist kaum möglich, dass wir diesbezüglich derart perfekt sind. Klingt dieses Thema also nicht an, dann müssen wir uns selber kritisch hinterfragen.

Wir delegieren die Verantwortung: Beobachten wir, dass wir uns im Gespräch auf eine höhere Kraft beziehen, welche das eigene Herz kennt  (der göttliche Wille, das Universum usw.), die passive Stimme verwenden (es sagt nein…) oder allerlei Hilfsmittel wie Pendel als Unterstützung verwenden, dann lohnt es sich, den eigenen Herzentscheid zu hinterfragen. Menschen auf eigenen Wegen spüren ihr Herz direkt und übernehmen dann die Verantwortung und sagen: Ich habe entschieden und erwähnen ihr Herz dabei gar nicht.

Wir wollen das Aussen verbessern: Wir entscheiden wahrscheinlich nicht mit dem Herzen, wenn wir das Aussen verändern wollen, statt dass wir unser Thema im Inneren angehen. Auf eigenen Wegen des Herzens folgt in der Regel das Aussen dem Innen und nicht umgekehrt. Natürlich gibt es hier Ausnahmen, welche aber das Herz kennt.

Die Welt ist gegen uns: Wir fühlen uns als einen guten Menschen, machen alles richtig und dennoch ist die Welt oder sind einzelne Personen gegen uns. In diesem Fall haben wir wahrscheinlich vorgefasste oder übernommene Vorstellungen davon, was als Herzentscheid gilt und was nicht.

Wir sind verwirrt: Wenn das Herz keine eindeutige Antwort gibt, kann dies am Herzen selbst liegen. Zu beachten ist jedoch, dass dies auch der Fall sein kann, wenn nicht alle Möglichkeiten in Betracht gezogen werden oder die Entscheidung für die Zukunft gefällt werden soll (Herzentscheide funktionieren nur für Entscheide im Jetzt).

Dies sind einfach einige Beispiele. Man kann gut die Wahrnehmung hierfür schärfen, wenn man weitere Symptome sucht.

Auf der anderen Seit ist es genauso wichtig zu erkennen, was nicht als Zeichen gewertet werden kann: Kein Indikator, ob wir richtig mit dem Herzen am Entscheiden sind oder nicht, sind die konkreten Dinge, welche wir antreffen oder unsere spezifischen Lebensumstände. Jemand der Erfolg hat oder gesund ist, ist deswegen nicht mehr oder weniger auf dem eigenen Weg, als jemand der scheitert oder krank ist.

Fazit: Weil es so wichtig ist, dass der Schamane mit dem Herzen entscheidet, ist er diesbezüglich sehr selbstkritisch. Er erwartet, dass er mitunter Fehler macht, manchmal weil der Herzentscheid nicht geht, manchmal weil er träge geworden ist und die Fähigkeit verloren gegangen ist, oder mitunter weil er aus Faulheit die Arbeit scheut, die damit zusammenhängt. Ist man sich dieser Gefahr jedoch bewusst, dann ist es viel einfacher möglich, wieder auf den Weg zurückzukehren.

Aber wie gewinnt man die Fähigkeit, wieder mit dem Herzen zu entscheiden, nachdem man entdeckt hat, dass hier ein Problem aufgetaucht ist? Hierzu suchen wir die Wunden, welche dazu führten. Dies sind vor allem frühere Abweichungen von unserem Weg, welche wir nicht anerkannt haben. Dann heilen wir die Wunden, in der Regel indem wir die früher nicht zugelassenen Empfindungen (körperlicher Schmerz, Gefühle, Verzweiflung) nachträglich annehmen.

Weil ich in diesen Blog Posts das Thema Heilung noch nie explizit aufgeführt habe, habe ich untenstehend eine Zusammenfassung aus meinem im August erscheinenden Buch „Das schamanische Buch der Liebe“ aufgeführt. Das Thema ist zudem detailliert im „Schamanischen Heilbuch“ beschreiben.

Ich wünsche alles Gute dabei!

Schamanen hinterfragen ihre Herzentscheide kritisch, damit sie auf dem eigenen Weg bleiben.
 

Wunden und deren Heilung
 
Ein wichtiges Element des eigenen Weges ist die Heilung von alten Wunden. Solche Wunden entstehen dann, wenn wir von unserem Weg des Herzens abweichen. Dies geschieht am häufigsten in unserer frühen Kindheit. In dieser Zeit werden wir oft gezwungen, Pfade zu verfolgen, die nicht unserem Herzen entsprechen. Im besten Fall werden wir einfach erzogen, im schlimmsten werden wir auf alle Arten und Weisen manipuliert und dienen als Energiequelle für unsere Bezugspersonen. Wir werden beispielsweise ignoriert, obwohl wir Zuwendung notwendig hätten oder wir werden geschlagen, wenn wir nicht gehorchen und vieles mehr. Als Kind können wir jedoch die Gefühle, die zu diesen Situationen gehören, meist nicht zulassen. Es würde uns überfordern, vielleicht sogar zu unserem Tod führen, wenn wir die Angst, die Wut, die Sehnsucht oder die Verzweiflung voll zuliessen, die jeweils angebracht gewesen wäre. Als Konsequenz stecken diese damals nicht zugelassenen Gefühle noch in uns und verursachen dabei etwas, das man Wunden nennen kann. Auf einem Weg des Herzens sind wir aufgefordert, die so entstandenen Wunden zu heilen.
Um bei einer Abweichung wieder auf unseren Weg zurück zu gelangen, müssen wir grundsätzlich wieder mit dem Herzen entscheiden und die Empfindungen, welche die Abweichung darstellen, zulassen. Bei Wunden aus unserer Vergangenheit müssen diese im Nachhinein zugelassen werden. Wir fühlen also den Schmerz oder die Verzweiflung nachträglich, die wir eigentlich als Kind gehabt hatten.
Unsere alten Wunden führen uns im alltäglichen Leben oft in Situationen, die ähnlich zu denjenigen sind, welche die Wunden verursacht haben. Wurden wir etwa als Kind plötzlich von einer Bezugsperson verlassen, so geraten wir als Erwachsene auch immer wieder in Situationen, in denen wir plötzlich verlassen werden. Die Ereignisse im Heute können dann helfen, die alten Wunden zu erkennen und zu heilen. Wenn wir also durch Ereignisse im Alltag auf Schmerz oder Gefühle stossen, so lohnt es sich, nach den alten Wunden zu suchen, die sich dahinter verstecken.

 

Sonntag, 10. Dezember 2017

Den Zyklus der Angst verlassen


Es gibt Situationen, in denen wir in einem Zyklus von Angst stecken bleiben, welcher die unmittelbar zu lösende oder anzugehende Tätigkeit erschwert. Wir beobachten dann, dass unsere Angst alle Aktivitäten behindert, was in der Folge zu noch mehr Angst führt. Gleichzeitig schränkt die Angst auch unsere Möglichkeiten ein, zur Ruhe zu kommen. Beides zusammen mündet oft in einen Teufelskreis.

Ein Beispiel ist Einschlafen: Wir wissen, dass wir genügend Schlaf benötigen, weil wir am nächsten Tag eine bestimmte Leistung erbringen müssen oder einfach weil Schlaf zu einer gesunden Lebensführung gehört. Beim Einschlafen taucht dann etwa plötzlich ein Keim der Angst auf, dass das Einschlafen heute wohl nicht gelingen wird und wir den nötigen Schlaf verpassen. Wegen dieser Angst wird selbstverständlich das Einschlafen erschwert, wodurch wir noch weniger gut einschlafen können. Wir bekommen so gewissermassen Angst vor der Angst. So drehen wir uns in einem Angstzyklus, welcher immer stärker wird und dabei auch unsere Entspannungstechniken, welche aus dem Zyklus führen sollten, behindert. Ein anderes Beispiel ist die Heilung von Krankheiten, welche Ruhe und Geduld erfordern. Wenn wir aber Angst bekommen, es könne sich um etwas weit Schlimmeres handeln, geht genau die nötige Ruhe verloren und womöglich wird die Krankheit just dadurch noch schlimmer. Wir merken dies und geraten wieder in einen Teufelskreis der Angst. Solche Zyklen sind häufig und lassen sich in fast allen Lebensbereichen identifizieren. Was machen? Wie können wir mit solchen Zyklen umgehen?

Vorweg: Angst ist an sich nicht ein Problem, sondern hat eine wichtige Funktion. Auf eigenen Wegen hilft sie uns Energie für die nötige Aufmerksamkeit für den nächsten neuen und unbekannten Schritt zu geben. Sie hilft uns auf diese Art und Weise, etwas Unbekanntes umzusetzen. Dies ist sehr wertvoll. Im Angstzyklus ist die Angst aber entgleitet, sie dreht gewissermassen im Leeren. Vergleichen wir dies mit einem Auto: Die gesunde Angst ist vergleichbar mit Rädern welche genügend Reibung zur Strasse haben und das Auto deshalb vorwärts kommt. Im Angstzyklus ist jedoch zu wenig Reibung vorhanden, das Rad dreht sich im Leeren und das Auto kommt bleibt stecken. Letzteres ist der Angstzyklus, den wir hier genauer untersuchen wollen.

Solche Zyklen sind natürlich nichts Neues und plagen die Menschheit wohl seit es sie gibt. Entsprechend gibt es auch zahlreiche Techniken im Umgang damit. Dazu gehören Atemtechniken, progressive Entspannung, Meditation, Visualisierung, Hypnose, autogenes Training, Techniken im Umgang mit irrationalen Sorgen, bessere Ernährung, mehr Bewegung und vieles mehr. Was könnte hier der Schamane noch beitragen? Nach meiner Beobachtung sind die meisten dieser Techniken jedoch vor allem in der Prävention nützlich, sie sind also eher eine langfristige Angelegenheit. Mitten im Angstzyklus drinnen sind sie schwer anzuwenden. Ich möchte hier deshalb einen Ansatz vorstellen, welche den kurzfristigen Umgang mit Angstzyklen behandelt. Wie gehen wir also vor, wenn wir mitten im Zyklus drinnen sind? Gleichzeitig möchte ich zeigen, dass dieser Ansatz oft gleichzeitig einen Entwicklungsschritt auf unserem Weg einleiten kann.

Hier eine schamanische Reise zu diesem Thema: „Meine spirituelle Helferin führt mich in einen rasch drehenden Zylinder aus Metall. Am Innenrand dieses Zylinders hat es einzelne gefährliche Ausstülpungen. Es ist offensichtlich, dass wenn ich sie berühren würde, dass sie meinen Körper durchschneiden würden. Es scheint unmöglich, den Zylinder zu verlassen, geschweige denn ihn zu berühren. Ich versuche abzusitzen, mit der Idee, mich so zu entspannen. Dies geht aber nicht, denn im Sitzen würde ich zu viel Platz benötigen und dabei den gefährlichen Rand des Zylinders berühren. Während ich in diesem Zylinder stehe, kommt der Rand immer näher und zudem dreht er schneller und schneller. Es ist eine ausweglose Situation. Früher oder später würde ich vom Zylinder zerdrückt oder von den Ausstülpungen zerschnitten. Ich frage meine Helferin: „Was soll ich tun?“ Sie zeigt, wie ich durch den Rand des Zylinders hindurchschreite. Die scharfen Ausstülpungen zerschneiden meine Kleidung und reissen meine Haut auf. Eine Schicht Kleidung und eine alte Haut liegen mir zu Boden, aber ich überlebe und bin nun ausserhalb des Zylinders. Ich schaue mich selbst an und sehe, dass ich eine neue Haut trage. Ich fühle mich verändert. Vor mir eröffnet sich ein Weg und ich nehme ihn.“

Nach meiner Interpretation führt der Weg aus dem Zyklus durch ihn hindurch. Stellt man sich dem Zyklus, lässt man ihn wirken und duckt sich nicht davor, dann kann er uns gleichzeitig transformieren. Wir können dann loslassen und erneuert unseren Weg gehen. So gesehen kann der Angstzyklus sogar ein Geschenk sein. In den meisten Fällen ist die zurückgelassene Kleidung und Haut eine Fülle von Glaubensätzen, absoluten Aussagen und Ähnlichem. Das Zulassen des Zyklus lässt uns diese abstreifen, so dass wir uns auf den nächsten Schritten unseres Weges nicht von ihnen behindert werden.

Aber was heisst dies in der Praxis? Folgende Schritte leite ich aus der schamanischen Reise ab: 1) Ich anerkenne, dass ich in einem Angstzyklus drinnen bin und dieser eine Transformation ermöglichen kann. Ich bekomme also eine positive Einstellung gegenüber dem Zyklus. 2) Ich lasse den Zyklus zu, insbesondere lasse ich die Angst in ihrer vollen Wucht zu. 3) Ich beobachte, wie die Angst allerlei Glaubensätze, Interpretationen, Sorgen und so weiter durchschneidet. 4) Ich nehme mich als neuen Menschen wahr und gehe weiter auf meinem Weg.

Spielen wir dies noch anhand des Beispiels von Einschlafstörungen durch: 1) Ich anerkenne, dass ich wegen einem Angstzyklus nicht einschlafen kann, dass dieser aber einen transformierenden Schritt auslösen kann. 2) Ich wehre mich nicht mehr gegen die Angst, sondern ich lasse sie in ihrer vollen Wucht zu – dies obwohl dabei natürlich meine Logik sagen wird, dass ich so nie und nimmer wird einschlafen können. 3) Ich lasse zu, wie die Angst Glaubensätze und Sorgen durchschneidet. Glaubenssätze könnten sein: „Ein Mensch braucht acht Stunden Schlaf.“ „Ich kann keine Leistung erbringen, wenn ich nicht genügend Schlaf habe.“ „Lärm, Strahlung, der Nachbar usw. sind schuld daran, dass ich nicht schlafe.“ 4) Als neuer Mensch gehe ich weiter. Es kommt nun nicht mehr darauf an, ob ich acht Stunden schlafe oder nicht, sondern es stellt sich auf meinem Weg natürlich ein, wieviel ich jeweils schlafe. Oder die Menge die ich leiste ist eine Folge meines Weges und nicht eine absolute Grösse, die eine bestimmte Menge Schlaf bedingt. Oder die Störungen der Umgebung haben Mitteilungen an mich und gehören zu meinem Weg.

Nochmals: Dies heisst nicht, dass wir die präventiven Übungen nicht machen sollten, sondern nur, was wir tun könnten, um aus dem Wirbel zu gelangen wenn wir uns direkt in ihm selbst befinden. Vielleicht hierzu noch der Vergleich zum Schwimmen im Meer bei sehr hohen Wellen. In der Regel kommt man gut durch, wenn man die an der richtigen Stelle durch die Wellen taucht. Gelangt man aber direkt in die Brandung, dann bleibt nichts anders übrig, als sie zuzulassen und das Durchschütteln auszuhalten.

Hier noch ein paar Nachrichten in eigener Sache:

Leider wird die Veröffentlichung meines neusten Buches: „Das schamanische Buch der Liebe“ nochmals verzögert. Der Verlag möchte die Reihe neu gestalten. Diese Arbeiten sind offenbar noch nicht zufriedenstellend abgeschlossen, so dass die Veröffentlichung auf den August 2018 verschoben wird.

Die nächsten Kurse im neuen Jahr sind:

·   Obi Haus: Mit Schamanismus ein Thema angehen. Samstag, 24. Februar, 2018: http://www.obihaus.ch/

·   Oberwiler Kurse: Magische Begegnungen: Schamanismus in zwischenmenschlichen Beziehungen. Samstag, 17. März, 2018. https://www.oberwilerkurse.ch/kurse/magische-begegnungen-17-3-18/

 

 

Samstag, 9. September 2017

Doppelmoral

Dinge, die uns auffallen, sind stets solche, die Erkenntnisse mit sich bringen. Unsere Beobachtungen im ganz gewöhnlichen Alltag sind also unsere eigentlichen Lehrer, oft viel besser als Kurse und Bücher. Diese Beobachtungen sind jeweils persönliche Geschichten und Erlebnisse, weshalb die konkreten Ereignisse von Mensch zu Mensch unterschiedlich interpretiert werden müssen. Das grundsätzliche Konzept ist aber für alle gleich. Weil diese Beobachtungen so wichtig sind, lohnt es sich immer genau hinzuschauen. Als Motivation, hier ein persönliches Beispiel, welches zeigen soll, wie vorgegangen werden kann.  
Ich bin sehr sensibilisiert auf Geräusche, unter anderem weil ich mich beruflich mit Lärm befasse – oder vielleicht ist es auch umgekehrt… Jedenfalls höre ich von meiner Wohnung aus: 1) Von einem Einfamilienhausquartier neben meinem Block: Rasenmäher, Laubgebläse, Hämmern, Sägen, Musiküben, Hundegebell und ähnliches. 2) Von mehreren Kirchen, eine davon relativ nah: Regelmässiges Läuten und Schlagen. 3) Von einem Militärübungsgelände: Knallen und Schiessen, dies auch am Abend, wenn der Schützenstand von Vereinen verwendet wird. 5) Vom gleichen Übungsgeländer bei Abwesenheit des Militärs: Veranstaltungen aller Art. 4) Von der Luft: Kleine Privatflugzeuge. 5) Von einer nahegelegenen Bahn-Hauptstrecke: Tag und Nacht sowohl Personen- wie Güterzüge. 6) Von der Quartierstrasse: Busse, Autos und Motorräder. Ich habe diese Liste nach meiner subjektiven Störwirkung geordnet, wobei ich die Lautstärke, die Tonhaltigkeit und die Frequenzen berücksichtigt habe. Dabei stört das Einfamilienhausquartier am meisten, die Quartierstrasse am wenigsten.
Was mir nun an dieser Liste auffällt - dort also wo ich nach Erkenntnissen suche - ist dass nur der Strassen-, Schiess- und der Bahnlärm wirklich gesetzlich geregelt sind. Davon wird für die Quartierstrasse (berechtigterweise) nichts gemacht – diese ist auch an der letzten Stelle auf meiner Liste. Der Schiesslärm ist zwar geregelt, wegen der Art und Weise wie er entsteht, nützt dies für meinen konkreten Wohnort jedoch nichts. Es bleibt der Bahnlärm: Dort werden von behördlicher Seite (obwohl schon sehr viel gemacht wurde) stets weitere Massnahmen gefordert. Die Hauptlärmquellen: Das Einfamilienhausquartier, die Kirchen, die Veranstaltungen und die Privatflugzeuge werden hingegen alle toleriert… Die Beobachtung, welche mir auffällt, ist, kurz formuliert: Nicht das was stört, wird reglementiert, sondern das, was nicht stört, beziehungsweise genau dort, wo bereits viel gemacht wurde.
Diese Inkonsequenz oder Doppelmoral macht mich betroffen. Hier sind also Erkenntnisse verborgen. Hier hat es eine Lektion. Nochmals: Jemand anders würde diese Situation unter Umständen anders bewerten, aber dies spielt keine Rolle, denn es ist ja eine Lektion für mich. Andere haben ihre eigenen Lektionen. Aber was ist nun die Lektion für mich?
Ich beobachte weiter: Wenn ich nicht nur den Lärm anschaue, sondern zusätzlich berücksichtige wie viele Personen ihn verursachen und wie viele davon betroffen sind, also gewissermassen einen Lärmfussabdruck abschätze, dann ist die Reihenfolge der Störwirkung pro Verursacher an meinem Wohnort die folgende: 1) Privatflugzeuge 2) Kirchen 3) Einfamilienhäuser 4) Militär und Schiessen 5) Veranstaltungen 6) Strasse 7) Bahn. So gesehen ist die Inkonsequenz oder die Doppelmoral sogar noch deutlicher: Wenn einzelne wenige Personen viele andere stark stören, macht dies nichts. Wenn hingegen viele Personen einige wenig stören, dann ist dies ein Problem und muss reglementiert werden. Die Einzelnen haben also mehr Rechte als die Vielen.
Nehmen wir noch eine zweite Beobachtung hinzu: Seelische Energie fliesst zu dem, worauf die Aufmerksamkeit gerichtet ist. Dies heisst also, es hat einzelne wenige Menschen, die ein besonderes Bedürfnis nach der seelischen Energie der anderen haben, dies aber nicht unterbunden wird. Hingegen wird das Analoge bei der Masse zurückgedämmt, welche kaum Energie von anderen anzapfen darf. Die einzelnen Personen mit einem grossen Lärmfussabdruck sind oft solche, welche gleichzeitig viel Macht besitzen. Es sind als Tendenz oft die Mächtigen die eher in Einfamilienhäusern wohnen, in Privatflugzeugen fliegen oder mit traditionell mächtigen Institutionen wie der Kirche verbandelt sind. Es geht also nicht um Lärmschutz, sondern darum, dass einzelne Wenige immer noch lärmig sein können und auf diese Art immer noch seelische Energie anderer anziehen, während dies aber bei der Masse unterbunden wird. Mit ihrer Macht können sie ihre Energiequelle aufrechterhalten.
Diese Beobachtung mag nun gut und recht sein. Ich habe zwar erkannt, dass es bei Situationen mit Widersprüchen oder Doppelmoral nicht um die eigentliche Begründung geht, sondern um etwas anderes. Es geht nicht um Lärmschutz, sondern um seelische Energieflüsse an Bedürftige, welche diese Energiequelle mit Macht aufrechterhalten. Es hat aber sicher mehr in dieser Situation, Zeit also für eine ergänzende Perspektive, Zeit für eine schamanische Reise:  Auf dieser Reise sitze ich auf einem Hügel und beobachte die Situation, welche ich soeben beschrieben habe. Meine Helferin zeigt mir die Parallelen dieses Lärm- oder Energieflusses zu einer Landschaft, wo es auch Höhen und Tiefen, Berge und Täler gibt. In diesem Sinne ist eine Landschaft auch nicht neutral, weil Dinge etwa an gewissen Stellen von oben nach unten fliessen können und an anderen nicht. Dennoch bewerten wir sie als neutral: Für die meisten Menschen sind Berge nicht schlechter als die dazwischen liegenden Täler oder umgekehrt. Meine Helferin fordert mich nun auf, die Lärm- und Energielandschaft genau gleich neutral anzusehen. Sie ist einfach da. Es gibt sie. Ich solle sie nicht bewerten, sondern einfach wahrnehmen. Es ist einfach so, dass gewisse Menschen viel mehr Energie anziehen als andere. Dies läge an ihren Wunden. Sie sagt mir: „Wenn du die Situation bewertest, dann verstärkst du den Energiefluss nur. Du förderst dann genau das, was dich stört. Du gibst diesen Menschen genau das, weshalb sie Lärm machen. Es ist als würden sie ein Lösegeld verlangen, und du bezahlst es, und sie lassen dich trotzdem nicht frei. Beobachte einfach und bewerte nicht.“ Ich frage nun, wie ich dies tun kann. Sie antwortet: „Gelange in eine innere Ruhe. Deine Lektion oder deine Herausforderungen ist es, auch in einer solchen wirbelnden und aufgewühlten Umgebung ruhig zu bleiben. Du musst einfach wahrnehmen. Mehr nicht. Übe dies. Immer wieder und wieder.“
Meine Umgebung ist in diesem Sinne gerade die beste, die ich haben könnte. Die Lektion oder Übungsgelegenheit ist es, mitten in einem Energiewirbel ruhig und bei mir zu bleiben.
So gesehen eigentlich wunderbar: Ich kann genau bei mir zuhause, genau dort, wo ich gerade bin, eine bedeutende Lektion erfahren! Und wie merke ich, ob ich die Lektion verstanden habe? Dies ist dann der Fall, wenn die Situation mich nicht mehr betroffen macht.
 



Lärm einfach wahrnehmen und nicht bewerten...
(Quelle: moyuk.com)
 

 

Sonntag, 2. Juli 2017

Verändern die Chakras ihre Farbe?


Klassischerweise werden die sieben Hauptchakras mit den Farben des Regenbogens beschrieben, von rot im ersten Chakra bis violett im siebten Chakra. Dabei hat das mittlere Chakra, das Herz, die Farbe hellgrün. Bereits vor einigen Jahren habe ich aber bei gewissen Menschen beobachtet, wie sich das Herzchakra entwickelt und drei Stadien durchläuft, welche ich an den Farben grün, rosa und weiss erkenne. Ich empfinde die Qualitäten dieser Farben wie folgt:

·    Menschen mit grünen Herzen sind stark auf ihre Umgebung fixiert. Ihnen geht es besser, je besser es ihrer Umgebung geht. Dieses Stadium kommt bei einer gesunden Entwicklung hauptsächlich bei Säuglingen und Kleinkindern vor, denn diese sind für ihr Überleben sehr direkt von ihrer Umgebung abhängig und müssen spüren, was in ihren Müttern vorgeht. Viele Menschen behalten jedoch ihr ganzes Leben lang ein grünes Herz und sind auch als Erwachsene darauf bedacht ihre Umgebung zu unterstützen.

·    Die Farbe Rosa stellt eine Übergangssituation dar. Menschen mit rosa Herzen haben ihren Weg noch nicht ganz gefunden, spüren aber, dass es diesen gibt.

·    Ein weisses Herz schliesslich kommt bei Menschen vor, die auf ihr Herz hören können. Diese Menschen können den Weg des Herzens gehen, ob sie es tatsächlich tun, müssen sie jedoch selber entscheiden.

Lange Zeit habe ich nicht im Geringsten daran gedacht, dass eine solche Entwicklung und Farbveränderung auch bei den anderen Chakras vorkommen könnte. Oft sind es dann äussere Ereignisse, welche auf die Sprünge helfen und so zu neuen Erkenntnissen führen. Bei mir waren dies ein Hexenschuss und eine Borreliose von einem Zeckenbiss. Der Hexenschuss war auf der Höhe des zweiten Chakras und der Biss der Zecke auf der Höhe des dritten Chakras. Dies fiel mir zwar nicht sofort auf, aber meine Beschäftigung mit den beiden Störungen zeigte mir, dass offenbar auch andere Chakras eine Entwicklung durchmachen können, und dass dies mit einer Veränderung von der jeweiligen Farbe zu weiss erkennbar ist. Was für das Herz zutrifft, gilt also auch für die anderen Chakras.

Dies heisst, dass die jeweilige Qualität des Chakras in einer ersten Phase von deren Thema bestimmt ist. Beim ersten Chakra ist dies etwa die materielle Existenz, beim zweiten Polaritäten (z.B. Sexualität), beim dritten Gefühle, beim fünften Darstellung und Kommunikation und so weiter. Verwandelt sich ein Chakra nun zu weiss, so ist nicht mehr das Thema als solches in erster Linie massgebend, sondern die Liebe und das Thema ist nur noch da, um die Liebe zu tragen oder auszudrücken. Unser erstes Chakra hilft dann nicht mehr primär unsere Existenz zu sichern, sondern unsere Existenz ist ein Ausdruck der Liebe. Ähnlich wäre etwa im zweiten Chakra zum Beispiel Sexualität nicht mehr eine Verbindung von Mann und Frau, welche stark von der Biologie, von Trieben und dergleichen abhängig ist, sondern ebenfalls ein Ausdruck der Liebe. Oder als letztes Beispiel ginge es bei einem guten Gespräch dank Verbindung im fünften Chakra nicht hauptsächlich darum einander gut zu verstehen, sondern das Gespräch wäre wiederum ein Ausdruck der Liebe. Immer steht also die Liebe zuoberst und das Thema ist lediglich ein Ausdruck davon.
 
Bei der Entwicklung des jeweiligen Chakras wird es wohl meist Übergangszeiten geben, bei denen ein Farbgemisch besteht oder auch Zeiten, bei denen die eine oder andere Farbe im Vordergrund ist. Rein von der Farbenlehre her (denn ein Gemisch aller Farben ergibt weiss) wäre es zudem denkbar, dass die konkreten Themen der Chakren überhaupt nicht mehr unterscheidbar sind und alles nur noch aus Liebe geschieht.

Diese Entwicklung der Chakras und die damit verbundene Änderung der Farben ist zwar plausibel aber noch eine ganz neue, unerprobte Beobachtung, welche einer weiteren Vertiefung bedarf. Aber es ist bereits schön, wie ein Hexenschuss und eine Borreliose mich zu einer neuen Erkenntnis oder zumindest einem Ansatz dazu gebracht haben. Eine, die ich gar nicht in Erwägung gezogen hatte, obwohl es logisch gewesen wäre, dass eine solche Entwicklung nicht nur beim Herzen stattfindet. Wie im letzten Blog gesagt: Es geht weiter!


Klassische Chakrafarben
Entwickeln sich die Chakrafarben zu weiss?
                                                       


 

 

Montag, 29. Mai 2017

Es geht weiter...

Meine Blog Pause ist vorbei: Das Manuskript zum „Schamanischen Buch der Liebe, Wege zurück in die Verbundenheit“ ist fertig und eingesandt. Es wird zwar nicht wie ursprünglich im Herbst dieses Jahres, sondern erst im Frühjahr 2018 erscheinen. Wegen einer Verlagsfusion zieht mein Verlag von München nach Stuttgart. Nicht alle Mitarbeitenden sind mitgegangen, was zur Verzögerung der Veröffentlichung führt.
Aber es ist geschrieben. Es war eine intensive Zeit, in dem ich mich eingehend mit dem Umgang mit Barrieren im Fluss der Liebe auseinandersetzte, Wege entwickelte, diese zu erkennen und einen Umgang mit ihnen erarbeitete. Ich erkannte dabei, wie man die Liebe von einer umfassenderen Perspektive anschauen kann oder auch wie man direkt in sie eintaucht, gewissermassen ein Bad in der Liebe nimmt; Themen die sicherlich da und dort in den kommenden Blogs einfliessen werden.
Als ich mit dem Manuskript fast fertig war, unternahm ich eine Reise ins nördliche Lazio und in die südliche Toscana. Interessant war, wie ich dort etwa Schlangen und Hirschen begegnete, sowohl in Realität wie auch auf Felszeichnungen. Dies erinnerte mich an die Begebenheiten, die ich in der Extremadura und Galicia erlebte, als ich mit dem Buch begann (vgl. Blog vom 22. Oktober, 2016). Auf diese Weise passte das Buch schön zwischen diese beiden Reisen und gaben ihm eine passende Anfangs- und eine Endgeschichte.
Die letzte Felszeichnung am letzten Reisetag fand ich in einer etruskischen Gräberanlage. Die Etrusker – eine hochstehende Kultur, welche von den Römer erobert wurde – bauten ausgedehnte, in den Stein gehauene Grabanlagen mit vernetzten Kammern. Die Felszeichnung stellte einen Hirsch und einen Wolf dar, welche einander gegenüber standen. Der Hirsch symbolisiert für mich eigene Wege gemäss der schamanischen Philosophie, der Wolf in diesem Fall eher die Macht der Römer, letzteres weil ein Wolf die Gründer von Rom in deren Mythologie nährte. Die beiden Tiere waren in den Stein gemeisselt worden, neben einer ebenfalls in den Stein gehauenen Treppe, welche eine tiefere liegende mit einer höheren Gruppe von Gräbern verband, alle übrigens in einer dschungelartig überwachsenen Schlucht. Eine weitere Besonderheit der Grabkammern muss ich noch erwähnen: Oft hatten diese zuhinterst die Umrisse eines in den Stein gehauenen Tors, welches in den Felsen führte.
Für mich war dies ein schöner Abschluss, denn er zeigte: Zwar bin ich am Ende des Buches, zwar habe ich mich eingehend mit dem Thema auseinandergesetzt, aber es wird weitergehen. Es wird weitergehen bis zu meinem Tod und wahrscheinlich auch danach. Dabei wird die Auseinandersetzung mit Barrieren nicht verschwinden. Immer wenn ich mich im Fluss der Liebe bewegen will, werde ich auf sie stossen und immer werde ich mich mit ihnen stellen müssen. In diesem Sinne gibt es kein Ankommen, kein Ort, wo es einfach ruhig ist – es ist immer ein Fluss, der weiterfliesst. Immer kommt ein nächster Schritt und immer ist unser voller Einsatz gefordert. Jeder Schritt ist begleitet von intensiven Gefühlen, Verzweiflung, Schmerz aller Art, aber jeder birgt neue Erkenntnisse über die Liebe und zwischendurch natürlich auch viel Freude.
Diese Qualität hat aber eine Tücke: Weil nun jeder Schritt mit begleitenden Empfindungen verbunden ist, die sich von Schritt zu Schritt ähnlich sind, haben wir mitunter den Eindruck, als kämen wir nicht vorwärts, als seien wir immer noch an der gleichen Stelle. Dieser Eindruck ist aber eine Täuschung, kann sogar zum Problem werden, weil wir uns dann deswegen nicht dem nächsten Schritt widmen im Glauben wir kämen nicht vom Fleck. Vergleichen wir dies mit dem Weg auf einen Berg. Jeder Schritt benötigt, dass wir ein Bein vor das andere tun, und dass wir dabei Kraft anwenden. In diesem Sinne fühlt sich jeder Schritt gleich an, auch wenn wir immer wieder an neue Orte gelangen.
Ich erwarte nun nichts anderes, als dass ich nach wie vor gefordert werde…. Dies ist auch gut so: Denn es geht weiter.

 
 
 
Felszeichnung von einem Hirsch und einem Wolf
 (Necropoli etrusca di San Giuliano, Barbarano Romano, Lazio)

 

 

 

 

 

 

 

 

Montag, 9. Januar 2017

Kurse 2017


Gegenwärtig schreibe ich ein neues Buch. Es beschreibt die Liebe aus einer schamanischen Sicht und erklärt wie Barrieren im Fluss der Liebe aufgebaut werden und wie wir sie überwinden können. Dies lässt uns die Isolation verlassen, um dabei immer mehr Verbundenheit zu spüren. Dieses Buch benötigt gerade meinen vollen Einsatz, so dass die Themen in diesem Blog etwas zu kurz kommen. In ein paar Monaten werde ich aber hier weiterfahren. Inzwischen möchte ich aber dennoch hier auf folgende Kurse aufmerksam machen:
 

Samstag, 18. Februar 2017 und/oder Samstag und Sonntag, 25. und 26. November, 2017. Zürich. Mit Schamanismus ein persönliches Thema angehen 

Ein Schamane sucht und geht konsequent seinen eigenen Weg. Er beobachtet, wie er in seinem Alltag Hindernissen aller Art begegnet und wie diese bei ihm Gefühle, Krisen, Schmerzen und dergleichen auslösen. Es sind dies die vielen Spannungsfelder und Ungleichgewichte in denen alle Menschen stecken. Diese Spannungsfelder ermöglichen den Weg zu einem harmonischen Zustand, zu Liebe und zu Freiheit. Dieser Weg wird gefunden, indem alle Entscheidungen mit dem Herzen gefällt werden.
An diesem Kurs hat jeder Teilnehmende die Gelegenheit ein persönliches Thema im Sinne des Schamanismus vertieft anzugehen, die Mitteilungen und den Heilungsbedarf zu erkennen sowie die nächsten Schritte zu bestimmen. Dazu werden diejenigen schamanischen Techniken - beispielsweise die schamanische Reise oder die Beobachtung der Umgebung - verwendet und praktisch geübt, welche den konkreten Themen der Teil-nehmenden angepasst sind. Weil es kein Zufall ist, wer am Seminar teilnimmt, werden auch die Themen und Lösungsansätze der anderen Gruppenmitglieder für den eigenen Weg von Bedeutung sein.

Das persönliche Thema wird so auf vielen Ebenen gleichzeitig angegangen. Konkret bestimmt jeder Teilnehmende im Voraus ein Thema, welches er oder sie angehen will und auch in der Gruppe diskutieren kann. Dieses Thema kann entweder an einem Tag im Februar oder vertieft an zwei Tagen im November angegangen werden. Der Kurs ist sowohl für Anfänger wie auch für Fortgeschrittene geeignet.

Obi Haus, Preis für einen Tag: CHF 150.-, Preis für zwei Tage: CHF 300.- obihaus@yahoo.com  044 261 85 42

Samstag, 25. Februar 2017, Magische Begegnungen, Schamanismus in zwischenmenschlichen Beziehungen  

Schamanen suchen und gehen konsequent ihren eigenen Weg. Als Unterstützung dazu können sie ihre Wahrnehmung ändern und mit einer schamanischen Reise die materielle Welt ihres Alltags verlassen, um in einer spirituellen Welt Hinweise über Anliegen oder Probleme zu erhalten. Heute lernen wir mit schamanischen Reisen verstehen, was wirklich zwischen Menschen geschieht: Wieso werden wir von bestimmten Menschen angezogen? Warum laufen Beziehungen falsch? Wie kommen wir zu guten Beziehungen? Der Kurs behandelt nicht nur Paarbeziehungen, sondern alle zwischenmenschlichen Beziehungen, so etwa auch am ­Arbeitsplatz oder in der Familie. 

Oberwiler Kurse, Preis CHF 210.- info@oberwilerkurse.ch, 041 711 92 68
 

Samstag, 27. Mai 2017, Schamanismus beim Bauen

Die Philosophie und Herangehensweise des Schamanen lässt sich auch in allen Phasen von Bauprojekten anwenden - von der Planung bis zur Ausführung. Dies ist auch dort möglich, wo äussere Rahmenbedingungen, Kosten, Terminpläne und dergleichen eingehalten werden müssen.

Dieses Seminar zeigt wie der scheinbare Widerspruch zwischen dem Weg des Schamanen und der Welt des Planens und Bauens aufgelöst werden kann. Daraus entsteht eine Selbsterkenntnis, welche zu einem neuen Umgang mit dem eigenen Beruf und den damit verbundenen Tätigkeiten führt. Dies wiederum unterstützt einen problemloseren Ablauf des Bauens und oft werden Lösungen zu hartnäckigen Problemen ersichtlich.

Verein Integrale Architektur und Lebensraumentwicklung, Mitglieder: CHF 245.-- Nicht-Mitglieder: CHF 270.--, Sozialtarif nach Absprache, Kloster Kappel - Seminarhotel und Bildungshaus, Kappelerhof 5, CH-8926 Kappel am Albis, www.integrale-architektur.org/aktuell/