Montag, 27. April 2020

Coronismus


Gemäss meiner Analyse handelt es sich bei den Corona Massnahmen immer mehr um eine Religion mittelalterlicher Prägung – welche man Coronismus nennen könnte. Ich möchte deshalb hier zuerst aufzeigen, wieso dem so ist und anschliessend daraus ableiten, wie man mit einer Religion umgeht, wenn man darin etwas Weisheit finden will. Ich wähle als Vergleich das Christentum beziehungsweise die Kirche des Mittelalters, weil einige der Charakteristika damals viel ausgeprägter waren als heute (obwohl es natürlich auch im Mittelalter kritische und tiefgründige Denker gab). Hier, in Tabellenform, der Vergleich einiger Merkmale des mittelalterlichen Christentums mit dem modernen Coronismus:



Thema
Mittelalterliches Christentum
Coronismus
Heilige Schrift
Bibel
Epidemiegesetz
Interpretation
Unfehlbarer Papst, Umsetzung durch Bischöfe und Kirchenhierarchie (keine Demokratie, keine Grundrechte)
Unfehlbare Virologen, Umsetzung durch Exekutiven von Regierungen (keine Demokratie, keine Grundrechte)
Leitsatz
Jeder Mensch hat eine Sünde (die Ursünde)
Jeder Mensch ist potentiell ein Virenträger
Grundmethode
Angst vor Hölle
Angst vor Isolation, Erkrankung und Tod
Massnahmen
Kirchgang, Ablass, Tragen von religiösen Symbolen (Kreuz), Religionskriege zerstören die Wirtschaft
Isolation, Distanz, Masken, Massnahmen zerstören die Wirtschaft
Zwang
Herrscher zwingt zum Glauben
Exekutiven zwingen zum Glauben
Umgang mit Kritikern und Ketzern
Verfolgung, Töten wegen Blasphemie, Hexenverbrennung
Masslose Strafen, Zwangsquarantäne, Einlieferung in Psychiatrische Kliniken
Willkürlichkeit
z.B. Mal katholisch, mal protestantisch, je nach Herrscher
z.B. Mal wirken Masken, dann nicht, ständige Änderung der Regeln
Absonderung von Anderen
Der Andere (andere Konfession, andere Religion) ist der Feind
Der Mitmensch ist der Feind, die Grenzen zu anderen Ländern sind geschlossen und diese sind somit ebenfalls Feinde
Gruss
«Grüss Gott», sich bekreuzigen
Sich vom Passanten abwenden, bewusstes Nicht-Grüssen (dies ist auch ein Gruss)



Vorangehende Merkmale sind natürlich nur einige Beispiele – man könnte diese Liste beliebig ausdehnen. Diese Beispiele sollen nur zeigen: Coronismus hat sehr viele Ähnlichkeiten mit einer Religion.

Religionen sind meines Erachtens dann problematisch, wenn man sie wörtlich nimmt. In diesem Fall sind sie meist inkonsequent, unlogisch und sogar gefährlich – sie führen etwa zu Krieg, Hetze, Zwang, schränken die Freiheiten ein und vieles mehr. Man kann aber in Religionen durchaus Weisheit finden, wenn man sie nicht wörtlich, sondern symbolisch oder allegorisch interpretiert. Dies ist der entscheidende Punkt. Viele moderne Christen tun dies durchaus mit der Bibel – die Geschichten dort (alles von der Erschaffung der Erde in 6 Tagen bis zur jungfräulichen Geburt von Jesus) werden symbolisch gedeutet und können dann Sinn machen. Das Gleiche gilt nun für das Epidemiegesetz und deren Massnahmen. Hier deshalb einige Möglichkeiten, wie man dieses Gesetz und die Massnahmen symbolisch interpretieren könnte:

Masken: Wir Menschen reden im Allgemeinen zu viel. Etwas mehr Stille und innere Einkehr täte uns gut womit wir besser auf unseren inneren Weg gelangen könnten. Also: Stille üben.

Abstand: Aus einer gewissen Distanz sieht man die Dinge oft klarer. Es lohnt sich, mitunter etwas Distanz zu den Dingen einzunehmen, damit man weniger in sie verwickelt ist. Also: Sich selbst und die aktuellen Probleme aus etwas Abstand anschauen.

Contact Tracing: Die Beziehungen, die wir pflegen sind enorm wichtig. Dank ihnen können wir beispielsweise uns selbst besser spüren und unsere alten Wunden erkennen und heilen (Dies ist detailliert in meinem Buch «Magische Begegnungen» beschrieben: https://jakoboertli.ch/bücher.html)  Es ist also sinnvoll, unsere Beziehungen mit Absicht wahrzunehmen. Also: Beziehungen bewusst wahrnehmen.

Geschlossene Grenzen: Wie gerade unter Contact Tracing erwähnt, sind Beziehungen sehr wertvoll. Die geschlossenen Grenzen zeigen, wie Beziehungen unterbrochen oder angegriffen werden. Wir müssen also nicht nur unseren Beziehungen mehr Bedeutung zumessen, sondern auch erkennen, was sie gefährdet. Also: Angriffe auf Beziehungen wahrnehmen.

Geschlossene Geschäfte: Oft definieren wir uns sehr stark durch unseren Besitz. Die geschlossenen Geschäfte zwingen uns, nur das Nötigste zu kaufen. Wir lernen dabei nicht das zu sein, was wir besitzen, sondern das zu erahnen, was wir unabhängig vom Besitz sind. Also: Sein statt Haben.

Hände waschen/desinfizieren: Wenn wir neue Handlungen oder Projekte beginnen, sind wir oft von alten Erfahrungen beeinflusst. Dies mag zwar mitunter von Vorteil sein, aber eine frische, unverdorbene Herangehensweise lässt uns oft mutig Dinge umsetzen, welche wir sonst als schwierig oder gar unmöglich einstufen würden. Also: Mit frischem Mut neue Dinge angehen.

Unsicherheit: Wir wissen weder, wie es genau weitergeht noch ob wir nicht plötzlich in Quarantäne gesteckt werden. Wegen dieser Unsicherheit leben wir viel mehr im Jetzt, denn wir wissen etwa nicht, ob es nun heute nicht etwa das letzte Mal war, wo wir für zwei Wochen nach draussen durften. Dank dieser Angst nehmen wir die Dinge viel bewusster wahr und erkennen vielleicht sogar Pfade in unserem Leben, die wir sonst nicht gesehen hätten. Also: Unsere Wahrnehmung schärfen und im Jetzt leben.

Wohlbemerkt: Diese Weisheiten im Umgang mit dem Gesetz und den Massnahmen funktionieren nur, wenn man sie symbolisch interpretiert. Sobald man sie wörtlich nimmt, geht die Weisheit verloren und man wird zum Fundamentalisten und die Umsetzung wird zumindest problematisch aber meist sogar gefährlich – so wie damals im christlichen Mittelalter wie auch heute im modernen Coronismus. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Staat symbolisch zu interpretieren beginnt, ist natürlich verschwindend klein, aber wir selbst können dies für uns selber tun. Immerhin! Und damit tun wir nicht nur etwas für uns, sondern wir leisten durchaus auch einen Beitrag gegen den Coronismus. Denn jeder, der daraus etwas lernt, der deswegen seinem eigenen Herzen ein Stück näherkommt und sich mehr über das Herz mit Anderen verbindet, der trägt etwas zur Schwächung des Coronismus bei.

Und ja, jemand, der nicht an den Coronismus glaubt könnte man einen Acoronist nennen…

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