Donnerstag, 1. Juli 2010

Ein Stein erzählt


Wollen wir etwas über Steine erfahren, dann fragen wir am besten einen Stein selbst. Über unsere Chakren verbinden wir uns mit allem, also auch mit Steinen. Diese Verbindung übersetzen wir dann in Worte oder Empfindungen. Konkret versuchen wir also den Stein zu spüren und lassen dann die Worte, Bilder oder Empfindungen zu, die dabei entstehen.

Nachfolgend beschreibe ich einen solchen Kontakt mit einem kleinen purpurfarbenen Stein, den ich am Meer in Irland fand. Ich bat ihn, mir über sein Steinsein zu erzählen:

Ich spüre zuerst eine ganz tiefe, langsame Schwingung, gewissermassen einen tiefen Takt. Mein Herz öffnet sich; so stark, dass es schmerzt. Obwohl der Stein sehr klein ist, empfinde ich eine Wucht, ein Kraft und dazu immer dieser tiefe Urton. Es ist eine vollkommen andere Welt, ein gänzlich anderes Zeitempfinden. Ich merke, ich kann dies alles nie in Worten fassen. Es ist ein Sein. Ein Sein ohne Worte. Dieses Sein dauert und dauert und dauert. Zeitlos.

Nach langem frage ich den Stein. Du ich möchte etwas in Worten schreiben für das Forum. Was schlägst du vor. Die Antwort erstreckt sich sicher über eine Minute:

L a n g s a m …

l a n g s a m e    L i e b e…

Ich warte. Kommt noch mehr? Ich betrachte den Stein. Lange schaue ich hin. Dann spüre ich so etwas wie ein Arm, welcher vom Stein ausgeht und sich nach mir ausstreckt. Langsam. Es geht alles so langsam. Doch schaue ich gebannt hin. Ich spüre wie der Arm mein Herz umschliesst. Es ist eine Umarmung. Aber keine normale Umarmung. Der Stein umarmt meine Seele.

Die Tränen fliessen.

Mehr gibt es nicht zu sagen.


Dienstag, 1. Juni 2010

Schamanismus und Rituale


Immer wieder werde ich auf schamanische Rituale oder Metho­den angesprochen. Ich weiss, vie­lerorts wird Schamanismus tatsäch­lich mit Ritualen wie Räuchern, Feuerlaufen oder mit Methoden wie Seelenrückführung, schamani­schem Reisen und vielem mehr assoziiert. Für mich ist all dies je­doch nicht die Essenz des Scha­manismus, sondern es handelt sich hier lediglich um Hilfsmittel. Wegen den vielen Missverständnissen zu diesem Thema, hier meine Meinung, auch wenn dies für einige Wiederholung sein mag:
 
Der Schamane sucht seinen eigenen Weg. Dieser Weg ist das gleiche wie die Erfüllung der Absicht des Universums oder der göttlichen Absicht. Er wird gefunden, indem wir unserem Herzen nachgehen. Am Ende führt er zu Liebe.

 

 
 
 

 
 
Wenn wir überhaupt Rituale verwenden, dann entwickeln wir am besten unsere eigenen;  Zum Beispiel mit einem Feuer. Fotos: Jakob
 

 
Gleichzeitig anerkennt der Schamane, dass er noch nicht am Ziel ist, das heisst, er ist noch nicht bei der reinen Liebe angelangt. Hierzu geht er eben seinen Weg. Dieser Weg dauert das ganze Leben, immer kommen wir ein Stück weiter.

Wie wir nun unseren Weg finden, spielt keine Rolle. Hauptsache, er ist unser Weg, das heisst jede Methode, jedes Ritual, welches wir hierzu verwenden, muss von Herzen kommen. Ist dies der Fall, unterstützt das Ritual oder die Methode unseren Weg. Wenn nicht, dann kann das Ritual noch so gut oder ausgeklügelt sein, oder in einer anderen Kultur eine noch so grosse Bedeutung haben, es wird unseren Weg behindern.

Auch wenn unser Ritual von Herzen kommt, besteht aber immer das Risiko, dass dieses in den Vordergrund gerät. Das heisst wir beginnen mehr auf das Ritual zu achten als auf die ursprüngliche Idee dahinter. Wir vergessen dann, dass es sich nur um Hilfsmittel handelt. Wir müssen also dauernd unsere
Rituale und Methoden überprüfen.  Deshalb hier einige Hinweise, die bei der Wahl eines Hilfsmittels helfen können:

1) Möglichst wenige oder gar keine Hilfsmittel verwenden. Gelingt es, den eigenen Weg ohne Rituale oder unterstützende Methoden zu gehen, dann ist dies der beste Weg. Dies ist oft schwierig und manchmal wenig spektakulär aber wir bleiben dabei echt. 

2) Sich immer bewusst sein, dass die Rituale oder Methoden Hilfsmittel sind und mehr nicht. Sobald wir beobachten, dass wir auf die genaue Durchführung einer Methode zu achten beginnen, besteht die Gefahr, dass wir ihr mehr Gewicht als unserem Weg geben. Ebenso wenn wir sehen, dass wir nicht mehr ohne das Ritual oder die Methode sein können. Letzteres gilt zum Beispiel auch dann, wenn wir sehen, dass wir nicht mehr längere Zeit aufs schamanische Reisen verzichten können.

3) Möglichst die Rituale selber entwickeln und durchführen. Wenn wir Rituale von anderen Kulturen oder anderen Menschen übernehmen, dann ist die Wahrscheinlichkeit kleiner, dass sie genau zu uns passen. Auch ist dann das Risiko grösser, dass wir uns zu stark auf die exakte Durchführung konzentrieren, statt auf unseren Weg.

4) Die Rituale und Methoden immer wieder etwas ändern. So werden die Rituale und Methoden nie zur Routine und es bleibt uns bewusst, dass es Hilfsmittel sind. Sonst besteht das Risiko, dass die Rituale Zeitvertreib oder Unterhaltung werden und so unseren Weg nicht mehr unterstützen.

 

 

 
Rituale von anderen Kulturen übernehmen macht meist wenig Sinn. Hier ein Lakota, der sich die Haut durchstochen hat.
 

Sie sehen, ich stehe allen Ritualen und Hilfsmitteln sehr kritisch gegenüber und empfehle ab und zu das eigene Leben diesbezüglich zu analysieren, um Rituale oder Methoden zu entdecken, die nicht mehr den eigenen Weg unterstützen und diese dann abzubrechen.

Samstag, 1. Mai 2010

Bäume


Was ist es an Bäumen, das uns so fasziniert? Wieso tut es so vielen von uns weh, wenn einer gefällt wird? Wieso haben Natur­wälder, Wälder also,  in denen nicht geholzt wird, eine solch spezielle Kraft?

Über die Jahre waren Bäume für mich immer wichtige Begleiter. Bereits als Kind hatte ich in den Bergen eine uralte Tanne, zu der ich immer ging und die mir eine Kraft und Weisheit vermittelte, die ich bei vielen meiner Mitmenschen arg vermisste. Hier eine Auswahl von Gedanken zu Bäumen und Schamanismus:

Bäume haben ein anderes Be­wusstsein: Das Bewusstsein eines Baumes ist unserem keinesfalls unterlegen, sondern es ist lediglich anders und wird deshalb von vielen Menschen nicht wahrge­nommen. So schwingt auch die Seele von Bäumen anders – wes­halb Menschen oft den Eindruck haben, es sei weniger schlimm einen Baum zu fällen als einen Menschen umzubringen. Würden wir die Seele der Bäume spüren, dann würde sich diese Einstellung sofort ändern. Nur weil wir etwas nicht feststellen, heisst also nicht, dass es  nicht existiert.
 

 

 
Alte Tanne meiner Kindheit anlässlich eines Besuches vor ein paar Jahren. Dieser Baum ist vermutlich infolge eines Waldbrandes vor zwei Jahren verbrannt. Foto: Jan
 

 Bäume töten nicht: Alle Tiere (inklusive Menschen) müssen töten um zu Leben. Bäume (und alle anderen Pflanzen) müssen dies dank Photosynthese nicht. Sicher, jeder Baum verdrängt ein anderer, der potentiell an seiner Stelle hätte wachsen können, aber es ist kein aktives Töten, wie dies jedes Tier machen muss.

Bäume sind telepathisch mitein­ander verbunden: Bäume können sich zwar nicht bewegen, aber sie sind telepathisch miteinander ver­bunden. Dies fiel mir zuerst bei schamanischen Reisen auf, bei denen ich den Kontakt mit Palmen suchte. Später sah ich, dass dies bei jedem anderen Baum ebenfalls stattfand. Verbinden wir uns mit Bäumen, verbinden wir uns also gleich­zeitig mit allem.

 
 

 
Schattenwurf eines Baumes. Foto: Jakob
 


Bäume haben ein anderes Zeit empfinden: Bei Bäumen läuft die Zeit anders und vermutlich viel langsamer als bei uns. Es dauert deshalb zum Beispiel lange, bis ein Baum merkt, dass er gefällt wurde. Wir Menschen mit unseren Motor­sägen messen diesem Umstand überhaupt keine Bedeutung zu und überrumpeln die Bäume jeweils mit unserem Eifer.

 

Freitag, 2. April 2010

Zufriedenheit


Was macht zufrieden? Ich fragte dies meine spirituelle Helferin. Hier die schamanische Reise, die dabei entstanden ist:

„Meine Helferin wirft zuerst einige weiss / rosa Blütenblätter auf mich. Einen Moment lang fühle ich mich dabei sehr gut, aber bald öffnet sich der Boden unter mir und etwas zieht mich in die Erde. Ich wehre mich dagegen und möchte lieber an der Oberfläche und am Licht bleiben. Ich möchte nicht in die Tiefe gezogen werden, sondern mich mit dem Himmel verbinden. Diese Situation zerreisst mich fast: Etwas zieht mich gleichzeitig nach oben und nach unten Es ist zum Verzweifeln. Aber dann, plötzlich, halte ich die Verzweiflung nicht mehr aus und muss loslassen. Ich falle in die Öffnung in der Erde hinein. Erstaunlicherweise ist es aber dort gar nicht schlimm. Zahlreiche Elfen und Gnomen verbinden mich mittels kleinen Würzelchen mit der Erde. Es ist eine angenehme, schöne Angelegenheit. Nachdem ich mit zahlreichen Wurzeln gut verbunden und verankert bin, spüre ich, wie ich wieder nach oben wachse. Wie ein Baum, der die Wurzeln stärken muss und dann Richtung Himmel wachsen kann. Ich stehe da und wachse voller Vertrauen. Ich bin zufrieden.“

Meine Interpretation: Die weiss-rosa Blüten symbolisieren das Herz. Um zufrieden zu sein, muss ich zuerst mein Herzen zulassen. Als nächstes geht es darum, mich mit der Erde zu verbinden. Dank dieser Verbundenheit kann ich dann in den Himmel wachsen. Diese Reihenfolge ist wichtig, denn ich wollte zuerst die Öffnung in der Erde nicht zulassen sondern oben bleiben. Aber zuerst kommt die Erde, dann der Himmel.

Auch ging es meines Erachtens in dieser Reise ums Akzeptieren. Ich musste akzeptieren, dass es mich nun eben in die Erde zog und dies der nächste Schritt in meinem Leben war. Mich gegen einen Zustand zu wehren der auf meinem Weg liegt führt zu Verzweiflung. Jede Situation hat einen Grund – und in diesem Fall führte genau das, was ich anfänglich nicht wollte zu Verwurzelung und Vertrauen.

Zufriedenheit heisst also dem Herzen folgen, die Verbundenheit mit Erde und Himmel zulassen und die Ereignisse akzeptieren, welche dies ermöglichen.

Donnerstag, 1. April 2010

Die "Verteufelung" des Schamanismus

Immer wieder fallen mir Situationen auf, in denen Dinge, die für den Schamanen heilig sind, vom Christentum verteufelt werden. Hier einige Beispiele von schamanischen Themen, die in der Bibel verteufelt werden:


 

 
Teufelsbrücke bei Windisch an der Reuss. Weit unten ist die Reuss sichtbar, wo früher ein Furt auf die andere Seite führte. Dieser Kraftort liegt auf der Linie der Gefühle. Foto: Jakob
 

 Kraftorte:

Nur schon in der unmittelbaren Umgebung von Windisch befinden sich zahlreiche Orte mit dem Namen „Teufel“. So zum Beispiel eine „Tüüfelsbrugg*, ein „Tüüfelschäller“ und eine „Tüüfelschucht“. Alle diese Orte befinden sich an speziellen Kraftorten und liegen auch auf Linien des Kraftortsystems Windisch. Wieso also der Name? Es steht in der Bibel: Mose 12.2: Verstört alle Orte, da die Heiden, die ihr vertreiben werdet, ihren Göttern gedient haben, es sei auf hohen Bergen, auf Hügeln oder unter grünen Bäumen und reisst um ihre Altäre und zerbrecht ihre Säulen und verbrennt mit Feuer ihre Haine, und die Bilder ihrer Götter zerschlagt, und vertilgt ihren Namen aus demselben Ort.

Die Verbundenheit mit der Natur:

Für Schamanen ist der Kontakt zur Natur entscheidend. Das Göttliche ist in allem vorhanden und Schamanen betrachten jedes Tier, jede Pflanze, jeden Stein, die gesamte Natur als heilig. Doch sieht es die Bibel anders: Hesekiel 20;32: Dazu, was ihr gedenkt: Wir wollen tun wie die Heiden und wie andere Leute in den Ländern: Holz und Stein anbeten, das soll euch fehlschlagen.

 

 

 
Hier wurde ein Baum gefällt um ein Kreuz hineinzuschneiden. Ein Schamane macht solches nicht, er betrachtet den lebendigen Baum als heilig. Dieses Vorgehen symbolisiert aber den biblischen Zugang zur Natur. Gesehen in der Nähe von Eglisau. Foto: Jakob
 

 
Umfassende Harmonie:

Die Zahl 666 ist wahrscheinlich eins der harmonischsten und umfassendsten Zahlen die es gibt. Einige Beispiele ihrer Qualitäten:

·         666 ist die Summe der ersten 36 Zahlen (d.h.    1 + 2 + 3 + ... + 34 + 35 + 36 = 666) und 36 ist wiederum 6 x 6.

·         Zudem ist 666 die Summe der ersten 7 Primzahlen. Die Zahl der Primzahlen bis 666 ist 121, was wiederum das Quadrat der Anzahl Primzahlen bis 36 ist.

·         666 ist die 60. 12-Faktorenzahl während 60 die erste 12-Faktoren Zahl ist. 666=(36) − (26) + 1; 6=(32) − (22) + 1; 66=(34) − (24) + 1.

·         Die römische Darstellung von 666 ist DCLXVI, wobei jede römische Zahl unter 1000 ein Mal verwendet wird und zwar in zurückgehender Reihenfolge. (D = 500, C = 100, L = 50, X = 10, V = 5, I = 1).

·         Und nicht zuletzt, ist die Summe der ersten (6+6)*(6+6) Stellen von Pi 666.

Ich kenne keine anderen Zahlen mit ähnlich vielen „harmonischen“ Eigenschaften. Doch ist für die Bibel 666 die Zahl des Tieres oder die Zahl des Antichristen. Der Ursprung der Zahl findet sich in der Bibel in der Offenbarung des Johannes, einer urchristlichen Apokalypse aus dem ersten Jahrhundert.
 

 

 
Eigentlich müsste 666 ein Liedertext in der Kirche sein, statt von ihr verteufelt zu werden. Foto: Jakob
 

 
Die Urbevölkerung:

Meist hat die Urbevölkerung einer Gegend eine gute Verbundenheit mit ihrer Natur und hat gelernt diese zu wertschätzen und soweit kennen zu lernen, dass es möglich ist, nachhaltig dort zu leben. Wir wären gut beraten, solchen Erfahrungen zu folgen. Die Bibel findet es anders: Mose 12.29: Wenn der Herr, dein Gott, vor dir her die Heiden (sprich Urvölker) ausrottet, dass du hinkommst, ihr Land einzunehmen, und es eingenommen hast und darin wohnst.

 
 


 
Felszeichnungen von Indianern in New Mexico. Viele Urvölker haben gelernt nachhaltig in einer Umgebung zu leben. Foto: Jakob
 

 



Montag, 1. März 2010

Worte


Wieso wähle ich Sprache als Thema? Mit unseren Worten können wir kommunizieren, uns darstellen, Inhalte vermitteln. Dies ist alles sehr praktisch, nur können wir gleichzeitig auch täuschen beziehungsweise von anderen getäuscht werden. Es ist sehr leicht, einer anderen Person etwas Falsches zu sagen, aus was für Gründen auch immer. Analog dazu hören wir immer Aussagen, die kaum richtig sein können. Überhaupt, je genauer ich hinhöre, desto häufiger höre ich Ausführungen, von denen ich vermute, dass sie nicht wahr sind: Im geschäftlichen Umfeld entsprechen die Aussagen einer Geschäftsleitung selten der Wahrheit, in der Politik wird oft ganz bewusst gelogen und in den Medien sind die Berichte bestenfalls unvollständig. Aber nicht nur dort: Stimmt es wirklich, was unsere Verwandten, Bekannten, Freunde usw. uns jeweils sagen? Wahrscheinlich ist wenig davon wirklich wahr. Dem Ansatz nach vielleicht schon, aber immer wieder sind die Begründungen, Motivationen und oft auch konkreten die Details, die Abfolge der Ereignisse etc. schlicht falsch.

Und dennoch glauben wir meist die Dinge. Wir entschuldigen ein Verhalten, weil dieses uns gut erklärt wurde. Wir lassen uns zu einer Tätigkeit oder einer Spende oder dergleichen überreden, weil wir die Gründe gut finden.

Wie geht nun ein Schamane mit einer Welt um, die grösstenteils Falsches vermittelt wird? Hier einige Ideen dazu:

1) Wir fällen unsere Entscheide unabhängig von den Begründungen und Darstellung anderer. Das heisst, wir hören auf unser Herzen, wenn eine Entscheidung fällig ist, egal was eine andere Person dazu sagt. Dies hat zur Konsequenz, dass wir unsere Entscheidungen unabhängig von Fakten machen müssen, denn fast alle sogenannten Fakten werden uns von anderen übermittelt.

2) Wir gehen davon aus, dass alles, was der andere sagt oder findet mit ihm zu tun hat und nichts mit uns oder mit der beschriebenen Situation oder Sache. Bei Kritik zum Beispiel, gehen wir davon aus, dass andere ihre Themen beschreiben oder bei einem Sachverhalt, lauschen wir auf Hinweise über den Sprecher. Wenn wir also zum Beispiel eine Zeitung lesen, dann erfahren wir Selbstdarstellungen der Schreibenden.

3) Wir müssen gar nicht wissen, was wahr ist und was nicht.  Auf unserem Weg kommt es immer auf unsere Reaktion auf Dinge oder Aussagen an, ob diese nun stimmen oder nicht, ist dabei belanglos. Etwas löst bei uns ein Gefühl aus, also haben wir irgendwie ein Thema damit. Wir gehen dann diesem Thema nach und fällen alle Entscheidungen mit dem Herzen.

 

 

 
Was ist wahr an der Sprache?
 

 
Und wir selbst? Was sagen wir anderen? Auch hier einige Ideen:

1) Was wir anderen sagen oder nicht ist eine Herzentscheidung. Tendenziell wird sich unser Herzen für die Wahrheit, so gut wir sie kennen, entscheiden, dies ist aber nicht unbedingt immer der Fall.

2) In der Regel können wir selber auch nicht unterscheiden, was nun wahr ist, von dem was wir sagen und was nicht, denn genauso wie bei anderen Menschen, werden auch unsere Aussagen durch unsere Wunden, unsere Wahrnehmung usw. gefärbt. Wir müssen in diesem Sinne weniger  auf Wahrheit achten, sondern darauf, dass das, was wir sagen von Herzen kommt.

Und…wollen wir möglichst viel Wahres erfahren, dann lassen wir die Sprache am besten sein und sind ohne Worte mit anderen Zusammen oder in der Natur.

 

 

 
Offiziellen Tafeln glauben wir in der Regel. Aber hier ein Fall, der offensichtlich nicht stimmt – in Deutschland ist Autofahren noch erlaubt. Gesehen in Rheinfelden (Foto: Jakob).
 

 
Worte

Andreas Kuster: Worte haben eine grosse Macht. Ein einziges Wort, ob gesprochen, geschrieben oder auch nur für mich selber gedacht,  kann sehr viel Gutes oder auch Schlechtes anrichten. Im Bewusstsein über die Machte der Worte, gehörte es beispielsweise zur buddhistischen Ethik, die Worte, die man spricht, mit Vorsicht und Achtsamkeit zu wählen.

Auf einer gemeinsamen Wanderung mit Jakob im tief verschneiten und nebelverhüllten Randengebiet haben wir uns über das Wesen und die Ursachen von Lebenskrisen unterhalten. Wir sind zum Schluss gekommen, dass Worte auch bei der Überwindung von Lebenskrisen eine gewichtige Rolle spielen. Dazu das folgende Beispiel:

Wer hat es nicht schon erlebt, morgens beim Aufwachen schon von lähmenden Gefühlen von Angst, Unvermögen oder Wut übermannt zu werden? Woher kommen diese Gefühle? Die Ursache ist in einer bestimmten Lebenshaltung zu suchen, welche ich „Pascha-Lebenshaltung“ nennen möchte. Als Pascha habe ich den Anspruch, alles zu erfahren, zu besitzen, zu kontrollieren. Das Glück hängt aus meiner „Pascha-Sicht“ davon ab, ob sich meine dauernde Gier nach Besitz und Macht erfüllt oder nicht. Enttäuschungen sind vorprogrammiert. Schlimmer noch: die Fokussierung auf das Aussen lenkt mich von der wichtigsten Grundlage des Glückes, von der Überwindung innerer Schwäche, ab. „Der Sieg über tausend Feinde hat nicht die Bedeutung des Sieges über eine einzige innere Schwäche“ sagt ein buddhistisches Sprichwort. Können Worte helfen, die fatale Pascha-Lebenshaltung und die damit verbundenen Anfälle von Angst, Unvermögen oder Wut zu überwinden? Sie können! Eine Möglichkeit, die Macht der Worte zur Wirkung zu bringen, ist die Rezitation von Sätzen mit einem passenden Inhalt, wie beispielsweise „Ich verwende gerne die ermutigende Rede“. Allein das Denken dieses Satzes hilft, überwältigende negative Gefühle sofort zu vertreiben und – bei häufiger Wiederholung – eine positivere Lebenseinstellung zu erlangen.

Bereichert von den Gedanken, die im Verlaufe der langen Wanderung zusammen mit Jakob entstanden und diskutiert worden sind, habe ich auf meinem Weg nach Hause eine kurze schamanische Intuitions-Reise zur Frage „welche Worte sind für mich wichtig?“ unternommen. Dabei habe ich eine verblüffend einfache und geniale Antwort erhalten. Sie lautet:

1. Ich mache meine Sache

2. Ich brauche keinen Komfort

3. Ich habe keine Angst vor dem Sterben

Ich habe seither viel über das Gewicht und die Bedeutung dieser Worte nachgedacht und  bin zum Schluss gekommen, dass sie in praktisch allen Lebenssituationen nützlich sind. Ich werde diese Worte von jetzt an oft rezitieren und deren Macht zu spüren bekommen. 

 

 

 
Worte sind mächtige Naturgewalten, so die Erkenntnis aus einer gemeinsamen Wanderung mit Jakob zum nördlichsten Punkt der Schweiz (Foto: Andreas Kuster)
 

 

Esther: Für mich ist 'Sprache' ein Hoch-Komplexes Thema und ich finde es beeindruckend, dass Du dieses Thema in Deinem Forum aufgreifen möchtest. Wir Menschen wachsen in einer Sprache auf und Leben uns unbewusst darin ein, es wird unsere Mutter-Sprache für das ganze Leben sein. Egal, ob wir versuchen sie in einem reiferen Alter und späteren grösseren Bewusstseinszustand zu verneinen, abzulegen oder uns damit zu identifizieren, unsere Mutter-Sprache ist und bleibt ein Teil von unserem Selbst. Wir sind authentisch mit unserer Sprache seit Geburt und sie ist die Sprache wie wir sie von der ersten bis zur letzten Minute in unserem physischen Leben wahrnehmen und uns damit identifizieren wollen.

 

Für mich gibt es viele interessante Sprachen, welchen wir im Lauf von unserem Leben begegnen können: Sprache der Musik, der Liebe, des Lachens, der Augen, der Seele, der Zahlen, des Ärgers, des Verwundet-Sein, eine Fremde-Sprache; Sprachen der Künste, Körper-Sprache; Sprache der Ethik, der Geduld, der Gefühle, der Ärzte, Gebärden-Sprache, der Diplomatie, der Politik, Sprache der unterschiedlichen Kulturen und Religionen weltweit. Diese Auflistung kann beliebig ergänzt werden.

 

Eine jede der hier genannten Sprache kann teuer und zeitintensiv erlernt werden, ob im Fernstudium, in der Schule oder im entsprechenden Land zum Beispiel eine Fremdsprache. Oft wird beim Erlernen einer fremden Sprache auf ein Ziel hin gebüffelt, gelernt damit ein von der Gesellschaft anerkanntes Zertifikat bestanden und ausgestellt werden kann... egal, ob die sprachlichen Kenntnisse im Land erworben worden sind und der Lernende sich der Sprache bewusst ist, die Hauptsache darin ist, dass eine Auszeichnung mehr in unserem persönlichen Repertoire hinterlegt werden kann. Dabei wird oft vergessen, was für eine Geld-Maschinerie und Lobby dahintersteckt - dieses Thema ist unermesslich und würde diesen Rahmen sprengen.

 

Für mich ist Sprache gleich Kommunikation: Wir kommunizieren, vermitteln, geben Töne von uns und geben Zeichen, ob mündlich oder bringen unsere Gedanken schriftlich bewusst oder unbewusst aufs Papier - und wie wir alle wissen, ist Papier geduldig.

 

Wir sprechen von Seelenverwandten; von unseren Führern und Helfern in der Geistigen Welt und vergessen schnell, dass ein jedes Wort eine Eigen-Dynamik hat. Und auch in jedem Wort auch eine Kraft stecken kann somit wir bei der Sprache der Energie angekommen sind. Die Sprache ist ein grosser Strom von Wörtern bewusst oder unbewusst und 'Es Fliesst' gleich 'Energie folgt der Aufmerksamkeit'.

 

Sind wir Menschen unserer Sprache bewusst, ob beim Hören, Sehen, Lesen oder Vermitteln? Sind sie die Menschen, in der globalen Kommunikationswelt ihrer Sprache der unzähligen Kommentare bewusst? Ich sagte einmal, sobald Journalisten bewusster schreiben, werde ich die erste Person sein, die ein  Zeitungsabonnement einlösen wird. Generell, sind sich die Menschen bewusst, dass es auch eine Sprache von Mensch zur Natur, zum Tierreich, zur Pflanzenwelt und zum Mineralienreich und Universum gibt?

 

Keine Worte sind auch Worte - Gesprochen oder Unausgesprochen.

 

Marc: Was mir immer auffällt, ist wie viel die Leute sprechen und wie wenig zugehört wird. Es geht oft nicht um Kommunizieren sondern darum, dass einfach etwas gesagt worden ist.

Zu diesem Thema habe ich eine schamanische Reise gemacht, die ich mit euch teilen möchte: Ich sehe einen Mann, der dauernd spricht. Die anderen Menschen schauen hin. Kaum hat er ihre Aufmerksamkeit, dann saugt er diese auf und die anderen verlieren Energie. Ich frage, wie gehe ich damit um. Mein Helfer fand, ich solle mit dem Herzen entscheiden, wo ich hinhöre und wo nicht. Ich protestiere und sage, das geht nicht, vieles höre ich einfach, ob ich es will oder nicht, wie zum Beispiele Gespräche im Zug. Es ist nicht möglich, einfach nicht zuzuhören. Mein Helfer gab mir folgende Übung: Wenn das der Fall ist, dann stoppe deine anderen Tätigkeiten, sage dir selbst, du seist mit dem Universum beziehungsweise mit dem Göttlichen verbunden. Jedes Mal wenn du nun etwas hörst, was du nicht willst, dann nimmst du das wahr und sagst dir, das war eine Ablenkung, jetzt konzentriere ich mich wieder auf mich selbst. Lasse also die Ablenkungen zu, erkenne sie als solche.

Das habe ich nun etwas geübt und finde es eine ganz interessante Erfahrung.

Montag, 1. Februar 2010

Wie geht es weiter?


Wir sind noch mitten im Winter - die Tage werden zwar länger, aber unmerklich und nach wie vor ist es kalt. Dennoch fragen wir uns in dieser Jahreszeit oft wie es wohl weitergeht. Was wird in diesem Jahr alles passieren? Muss ich mich irgendwie darauf vorbereiten? Und dabei beobachten wir, dass die Dinge nicht so richtig vorwärts gehen, obwohl schon ein ganzer Monat vorbei ist… Dies macht uns manchmal etwas ungeduldig. Zur Qualität dieser Zeit möchte ich deshalb ein Gespräch mit meiner spirituellen Helferin abdrucken:

Ich treffe meine Helferin wie immer auf einer Waldlichtung und frage:

 Wie geht es weiter?

Sie lacht, zeigt in alle Richtungen und dann nach oben und findet: „Frage dies nicht jetzt, jetzt geht es um Anderes. Jetzt geht es darum, dass dein Herz sich mit dem Herz des Universums verbindet. Der Rest folgt von alleine.“

Und wie verbinde ich mein Herz mit dem Herz des Universums?

„Du legst dich hin, du machst nichts, du lässt dein Herz sich öffnen, mache dies ganz bewusst, beobachte dann, wie es sich einen Weg zum Herz des Universums sucht. Versuche dann diese Verbindung immer wieder herzustellen, auch im Alltag, versuche dort so lang wie möglich deinen Geschäften nachzugehen, und diese Verbundenheit bewusst wahrzunehmen.“

 

 

 
In dieser Jahreszeit gibt es nichts zu tun; wir verbinden uns lediglich mit dem Herzen des Universums. Foto: Jakob
 

Aber gibt es nichts, was ich konkret in Angriff nehmen müsste? Oder Dinge, die ich für das kommende Jahr vorbereiten müsste?

„Nein. Das ergibt sich alles von alleine. Nochmals, diese Winterzeit dient dazu, dass du dich deiner Herzverbindung zum Universum bewusst wirst.“

 

 

 
Winter. Foto: Jakob
 

 Gibt es andere Dinge, die ich tun könnte, um diese Verbindung zu fördern?

„Nein. Es geht genau um Nicht-Tun. Einfach die Dinge sein lassen. Die Herzverbindung zulassen. Mehr nicht.“

 Aber könnte es nicht sein, dass ich später mich reuen werde, dass ich die Zeit nicht besser genutzt habe?

„Es gibt keine bessere Nutzung der Zeit als sich mit dem Herz des Universums zu verbinden. Die Dinge, die es im Aussen zu tun gibt, werden dann noch schnell genug klar.“

Was ist dieses Herz des Universums genau?

„Das Herz des Universums ist die Kraft, die uns zur Liebe zieht.“