Mittwoch, 1. September 2010

Die Sonne


Fast alle alten Kulturen haben der Sonne stets eine sehr grosse Bedeutung zugemessen. Davon zeugen die vielen alten Bauten, die nach besonderen Sonnenereignissen wie Sonnenwenden ausgerichtet sind, wie beispielsweise Pyramiden, Steinkreise, Medizinräder in der Landschaft und viele mehr. Auch in Kulturen mit Naturreligionen spielte die Sonne eine entscheidende Rolle, so sind von alten Indianer-Völkern noch zahlreiche Sonnenrituale überliefert, welche mit bestimmten Lebensabschnitten zusammenhängen. Ein Beispiel ist die Changing Women Ceremony der Apachen, wo junge Frauen ihr Übertritt zum Erwachsenwerden zusammen mit der aufgehenden Sonne feiern.

Aber wie ist es heute? Wie ist es für uns? Geben wir der Sonne auch genügend Beachtung und Wertschätzung? Was bedeutet sie für jeden einzelnen auf seinem Weg im Leben? Wie kann die Sonne uns konkret unterstützen? Und wie können wir die Sonne unterstützen? Diesen Fragen wird in diesem Forum nachgegangen. Als erstes möchte ich ein Gespräch mit der Sonne wiedergeben. (Die Methodik hierzu ist analog zum Gespräch mit der Erde, welche ich im letzten Forum beschrieben habe).

„Ich nähere mich der Sonne und bemerke als erstes ein tiefes Bewusstsein zusammen mit einer grossen Ruhe. Ich fühle mich in der Anwesenheit einer sehr starken aber ruhigen Kraft. Die Sonne löst Ehrfurcht aus und ich zögere deshalb zuerst sogar, mit ihr in Kontakt zu treten. Ich beschliesse aber trotzdem, es zu tun und ganz normal und natürlich mit ihr zu sprechen.  Am Anfang gibt die Sonne keine Antworten in Worten, sondern eher in Stimmungen. Später höre ich auch Worte:

J: Hallo Sonne.

Als Antwort fühle ich die wärmenden Strahlen, es ist, als  würde mich die Sonne aufnehmen und umarmen.




J: Darf ich mit dir sprechen?

Als Antwort fühle ich, wie die Sonne mich zärtlich wiegt.

J: Zeig mir bitte, wer du bist und welche Bedeutung du hast.

Ich spüre eine unendliche Liebe und Geborgenheit. Ich fühle mich vollständig aufgehoben. Nach und nach verschwindet mein Eindruck, einen eignen Körper zu haben, ich bin nicht mehr sicher, wer ich bin,  aber ich vermisse dies auch nicht.





J. Fühlt sich eine reine Seele so an? Ist das reine Liebe? Sind wir so, wenn wir Liebe werden?

Ich werde mehr und mehr zur Sonne. Ich bin ein Teil dieses strahlenden Lichtes, ich fühle, wie es ist, einfach zu strahlen, weiter zu strahlen, unaufhörlich.

J: Stört es dich, wenn auf der Erde solch katastrophale Dinge passieren?

Ich merke, wie die Sonne in diese Katastrophengebiete scheint. Ich merke, wie sich mein Herz gegenüber der Erde auftut, wie wenn ein Strahl aus meinem Herzen direkt zur Erde strahlen würde. Wir beide bestrahlen nun die Erde. Mit langsamer, liebender Geduld beleuchten wir alles, was wir sehen. Langsam werden die Menschen auf die Sonne aufmerksam, langsam legen sie ihre nervösen und kriegerischen Tätigkeiten beiseite. Sie achten auf die Strahlen der Sonne und merken, dass sie andere Aufgaben haben, als sich zu bekämpfen.

 
 
J: Wird also die Erde geheilt, wenn du Liebe verbreitest?

S: (Jetzt in Worten). Jeder Mensch kann die Liebe des Universums aufnehmen und wieder abstrahlen. Ja, das heilt!

J: Und wie können wir Menschen dich unterstützen?

S: Durch Wertschätzung. Dadurch, dass ihr euch von mir bescheinen lässt und diese Strahlen weitergebt. Dadurch, dass ihr die Absicht des Universums wahrnimmt und diese auch umsetzt. Dadurch, dass ihr selbst wie Sonnen werdet und strahlt. Ihr müsst aber das abstrahlen, was ihr auch seid und nicht etwas Fremdes.

 
 
J: Wie kannst du uns auf unserem Weg unterstützen?

S: Indem ihr euch öffnet und meine Energie wahrnimmt. Nehmen die Menschen meine Energie wahr, dann nehmen sie auch die Energie des Universums auf. Damit können sie die Absicht des Universums umsetzen und die Liebe leben.

J: Danke!“

 

Was sind die Erkenntnisse aus diesem Gespräch zusammengefasst?  Für mich stehen zwei Punkte im Vordergrund:

1) Die Sonne strahlt Liebe und Energie aus. Wir können uns öffnen und diese Liebe und Energie wahrnehmen und diese wiederum selbst abstrahlen. Dies unterstützt uns, die Absicht des Universums umzusetzen.

2) Wir sollen eine Beziehung zur Sonne pflegen, sie wertschätzen und auch die Kontaktaufnahme der Sonne mit uns zulassen.

 

 


Die Sonne scheint direkt in eine Höhle. Es geht darum, die Sonne in unser Inneres scheinen zu lassen und dann dieses Licht oder diese Liebe wieder abzustrahlen. Foto: Jakob


Die Sonne aus indianischer Sicht

Mutter Erde, Vater Himmel, Grossmutter Mond und Grossvater Sonne. Für die Indianer waren der Himmel und die Gestirne ein Teil seiner Familie, in der er sich einbettete. Entsprechend ehrfürchtig, respektvoll und liebevoll ging er auch mit ihnen um. So waren die Indianer stets bestrebt, im Einklang mit der Natur zu leben.

Hier eine schöne Segnung der Apachen, die gut dazu passt:

 



 


Lass die Sonne dir jeden Tag neue Energie geben.

Lass den Mond dich bei Nacht wieder erfrischen.

Lass den Regen deine Sorgen wegwaschen.

Lass den Wind neue Kraft in deine Seele blasen.

Lass dich sanft über die Erde gehen, damit du an jedem Tag deines Lebens ihre Schönheit erkennst.

 

 



 

 Oder auch diese Navajo Weisheit

Geh aufrecht wie die Bäume. Lebe dein Leben so stark wie die Berge. Sei sanft wie der Frühlingswind. Bewahre die Wärme der Sonne im Herzen und der grosse Geist wird immer mit dir sein.

 





Montag, 2. August 2010

Die Erde


Im „Schamanischen Heilbuch“ habe ich den Kontakt mit der Erde beschrieben. Hier zuerst ein Auszug aus dem Buch zum Thema, bevor ich meinem eigenen Vorschlag folge und ein aktuelles Gespräch mit der Erde schildere:

„Für den Schamanen ist die Verbindung zur Erde von entscheidender Bedeutung, denn die Erde ist unsere Lebensgrundlage. Zumindest unser materieller Körper stammt von ihr und kehrt am Ende auch zu ihr zurück. Der Schamane beobachtet deshalb genau, was mit ihr geschieht und wie er zu ihr steht. Die Beziehung zur Erde fördert er unter anderem mit dem direkten Gespräch. Gerne empfehle ich, dass auch Sie dieses Gespräch regelmässig suchen:
 

 


Die weite Schönheit der Erde… Foto: Jakob
 

 

Übung: Unternehmen Sie eine schamanische Reise und bitten Sie Ihren Helfer, ein Gespräch mit der Erde zu vermitteln. Über was Sie reden und was ihre Fragen sind, ist vollständig Ihnen überlassen. Begegnen Sie der Erde wie einer guten Freundin.

 

Ich habe schon öfters alleine und mit Gruppen solche Gespräche geführt. Hier einige Punkte, die mir aus diesen Begegnungen bemerkenswert erschienen:

Die Stärke der Erde liegt im Sein. Anders als der Mensch, der Entscheidungen fällen kann, tut dies die Erde nicht. Sie geht eher passiv durch ihre Zyklen: Sie dreht sich um sich selbst, sie dreht sich um die Sonne, sie lässt die Jahreszeiten kommen und gehen und so weiter. All dies beobachtet sie in einem ständigen Zustand des Seins.

Der Mensch kann von der Erde das Sein lernen. Dadurch erhält er Geborgenheit und Vertrauen.

Die Erde kann wiederum vom Menschen lernen, wie mit dem Herzen entschieden wird. Auf den ersten Blick wirkt der Pfad der Erde vorgegeben. Dies ist aber nicht ausschliesslich so, denn auch die Erde hat Situationen, in denen sie sich entscheiden könnte. So lieben Erdbeben, die Bewegung der Kontinente oder Vulkanausbrüche durchaus im Entscheidungsspielraum der Erde. Mithilfe der Menschen, kann die Erde ihr eigenes Herz finden.


 

 
Die nahe Schönheit der Erde… Foto: Jakob
 

Für die Erde ist der Mensch zwar zurzeit meist lästig, aber der Schaden, den wir auf der Erde anrichten, ist für sie auf die Dauer nicht so dramatisch. Der Mensch kommt und wird wieder gehen – wie andere Ereignisse eben auch. Die Erde wird den Menschen überleben. Mit seiner Ausbeutung wird der Mensch höchstens sich selbst und viele andere Lebewesen vernichten, aber neue Pflanzen und neue Tiere werden entstehen.

Die Erde hat das Bedürfnis nach mehr Beziehungszeit. Sie möchte, dass der Mensch sich mehr ihr widmet. Das Ganze ist wie einer Partnerschaft zwischen zwei Menschen, beide sollen aufeinander Acht geben und die Beziehung pflegen. Kompliziert ist dies nicht; Die Erde schätzt es bereits, wenn wir uns einfach hinsetzen und sie wahrnehmen.“

Im Sinne dieser Kontaktpflege möchte ich ein aktuelles Gespräch mit der Erde wiedergeben:

Jakob: Wie geht es dir?

Erde: Ich bin.

Jakob: Ich mache mir aber Sorgen um dich, ich beobachte, wie wir mit dir umgehen und finde das nicht gerade gut.

Erde: Stimmt nicht! Du machst dir Sorgen um dich, um die Menschen, um die Welt, wie sie du siehst und nicht um mich. Ich bin mehr als die kleine Oberfläche, die du siehst. Diese Oberfläche ist sowieso immer im Wandel. Ihr Menschen macht euch keine wirklichen Sorgen um mich, ihr macht euch nur Sorgen um euch selbst. Es ist Heuchelei, wenn ihr sagt, ihr macht euch Sorgen um mich.

Jakob: Und umgekehrt, machst du dir Sorgen um uns Menschen?

Erde: Nein. Die Menschen kratzen mich, so wie Flöhe vielleicht euch kratzen. Ich werde froh sein, wenn es euch nicht mehr gibt. Ich werde euch nicht vermissen.

Jakob: Wir werden aber in unserem Untergang gleich viele andere Tiere und Pflanzen mitnehmen.

Erde: Sei es drum. Das spielt für mich keine Rolle. Es werden neue Tiere kommen.

Jakob: Aber wenn die Erde verwüstet ist, z.B. erstickt unter einer nuklearen Wolke, die Gewässer vergiftet, das Land unfruchtbar – das müsste dich doch kümmern?

Erde: Ärgerlich, aber es geht vorbei.

Jakob: Aber würdest du nicht etwas anderes wünschen von uns?

Erde: Doch, natürlich! Ich würde mir wünschen, dass wir eine echte Beziehung hätten. Eine, wo ihr euch auch um die Beziehung kümmert, eine wahre Beziehung pflegen würdet, nicht eine, wo es nur um euer Überleben geht, nicht eine, wo ihr nur wollt, dass es mir gut geht, damit ihr eine Lebensgrundlage habt. Eine, in der ihr eben eine wahre Beziehung pflegt! Ich sehne mich danach, dass ihr eure Liebe zu mir zeigt. Ihr müsst nicht an mir herum korrigieren, nichts verbessern oder ändern wollen, sondern mich nehmen wie ich bin, mich zulassen und mich wertschätzen. Danach sehne ich mich. Ich sehne mich nach Liebe.

Jakob: Kannst du das etwas präzisieren?

Erde: Schaut mich an und lasst mich so wie ich bin. Macht keine Korrekturen oder Veränderungen, keine Dämme  oder Strassen, keine Kiesgruben oder Ölbohrungen, keine Tunnels oder Parkplätze. Sondern beobachtet die Schönheit, die ich bereits habe!

Jakob: Damit könnten wir aber unser modernes Leben vergessen…

Erde: Du hast gefragt, was ich mir wünsche… es wird sowieso soweit kommen, dass das moderne Leben verschwindet, ob ihr das wollt oder nicht. Aber wenn ihr wirklich etwas tun wollt, dann könntet ihr doch zuerst fragen, bevor ihr mich durch tunnelt oder durchbohrt. Das vermisse ich! Das gehört zu einer respektvollen Beziehung! Alles andere ist Vergewaltigung….

Jakob. Und was wünschest du dir von einem einzelnen Menschen?

Erde: Nehmt mich wahr! Liebt mich! Mit dieser Liebe kann ich wachsen und euch auch das geben, was ihr euch wünscht.

Jakob: Danke, ich werde mein Bestes tun.

Erde: Danke, ich auch!

 

 

 
Die Erde bei Nacht. Foto: Jakob
 

Donnerstag, 1. Juli 2010

Ein Stein erzählt


Wollen wir etwas über Steine erfahren, dann fragen wir am besten einen Stein selbst. Über unsere Chakren verbinden wir uns mit allem, also auch mit Steinen. Diese Verbindung übersetzen wir dann in Worte oder Empfindungen. Konkret versuchen wir also den Stein zu spüren und lassen dann die Worte, Bilder oder Empfindungen zu, die dabei entstehen.

Nachfolgend beschreibe ich einen solchen Kontakt mit einem kleinen purpurfarbenen Stein, den ich am Meer in Irland fand. Ich bat ihn, mir über sein Steinsein zu erzählen:

Ich spüre zuerst eine ganz tiefe, langsame Schwingung, gewissermassen einen tiefen Takt. Mein Herz öffnet sich; so stark, dass es schmerzt. Obwohl der Stein sehr klein ist, empfinde ich eine Wucht, ein Kraft und dazu immer dieser tiefe Urton. Es ist eine vollkommen andere Welt, ein gänzlich anderes Zeitempfinden. Ich merke, ich kann dies alles nie in Worten fassen. Es ist ein Sein. Ein Sein ohne Worte. Dieses Sein dauert und dauert und dauert. Zeitlos.

Nach langem frage ich den Stein. Du ich möchte etwas in Worten schreiben für das Forum. Was schlägst du vor. Die Antwort erstreckt sich sicher über eine Minute:

L a n g s a m …

l a n g s a m e    L i e b e…

Ich warte. Kommt noch mehr? Ich betrachte den Stein. Lange schaue ich hin. Dann spüre ich so etwas wie ein Arm, welcher vom Stein ausgeht und sich nach mir ausstreckt. Langsam. Es geht alles so langsam. Doch schaue ich gebannt hin. Ich spüre wie der Arm mein Herz umschliesst. Es ist eine Umarmung. Aber keine normale Umarmung. Der Stein umarmt meine Seele.

Die Tränen fliessen.

Mehr gibt es nicht zu sagen.


Dienstag, 1. Juni 2010

Schamanismus und Rituale


Immer wieder werde ich auf schamanische Rituale oder Metho­den angesprochen. Ich weiss, vie­lerorts wird Schamanismus tatsäch­lich mit Ritualen wie Räuchern, Feuerlaufen oder mit Methoden wie Seelenrückführung, schamani­schem Reisen und vielem mehr assoziiert. Für mich ist all dies je­doch nicht die Essenz des Scha­manismus, sondern es handelt sich hier lediglich um Hilfsmittel. Wegen den vielen Missverständnissen zu diesem Thema, hier meine Meinung, auch wenn dies für einige Wiederholung sein mag:
 
Der Schamane sucht seinen eigenen Weg. Dieser Weg ist das gleiche wie die Erfüllung der Absicht des Universums oder der göttlichen Absicht. Er wird gefunden, indem wir unserem Herzen nachgehen. Am Ende führt er zu Liebe.

 

 
 
 

 
 
Wenn wir überhaupt Rituale verwenden, dann entwickeln wir am besten unsere eigenen;  Zum Beispiel mit einem Feuer. Fotos: Jakob
 

 
Gleichzeitig anerkennt der Schamane, dass er noch nicht am Ziel ist, das heisst, er ist noch nicht bei der reinen Liebe angelangt. Hierzu geht er eben seinen Weg. Dieser Weg dauert das ganze Leben, immer kommen wir ein Stück weiter.

Wie wir nun unseren Weg finden, spielt keine Rolle. Hauptsache, er ist unser Weg, das heisst jede Methode, jedes Ritual, welches wir hierzu verwenden, muss von Herzen kommen. Ist dies der Fall, unterstützt das Ritual oder die Methode unseren Weg. Wenn nicht, dann kann das Ritual noch so gut oder ausgeklügelt sein, oder in einer anderen Kultur eine noch so grosse Bedeutung haben, es wird unseren Weg behindern.

Auch wenn unser Ritual von Herzen kommt, besteht aber immer das Risiko, dass dieses in den Vordergrund gerät. Das heisst wir beginnen mehr auf das Ritual zu achten als auf die ursprüngliche Idee dahinter. Wir vergessen dann, dass es sich nur um Hilfsmittel handelt. Wir müssen also dauernd unsere
Rituale und Methoden überprüfen.  Deshalb hier einige Hinweise, die bei der Wahl eines Hilfsmittels helfen können:

1) Möglichst wenige oder gar keine Hilfsmittel verwenden. Gelingt es, den eigenen Weg ohne Rituale oder unterstützende Methoden zu gehen, dann ist dies der beste Weg. Dies ist oft schwierig und manchmal wenig spektakulär aber wir bleiben dabei echt. 

2) Sich immer bewusst sein, dass die Rituale oder Methoden Hilfsmittel sind und mehr nicht. Sobald wir beobachten, dass wir auf die genaue Durchführung einer Methode zu achten beginnen, besteht die Gefahr, dass wir ihr mehr Gewicht als unserem Weg geben. Ebenso wenn wir sehen, dass wir nicht mehr ohne das Ritual oder die Methode sein können. Letzteres gilt zum Beispiel auch dann, wenn wir sehen, dass wir nicht mehr längere Zeit aufs schamanische Reisen verzichten können.

3) Möglichst die Rituale selber entwickeln und durchführen. Wenn wir Rituale von anderen Kulturen oder anderen Menschen übernehmen, dann ist die Wahrscheinlichkeit kleiner, dass sie genau zu uns passen. Auch ist dann das Risiko grösser, dass wir uns zu stark auf die exakte Durchführung konzentrieren, statt auf unseren Weg.

4) Die Rituale und Methoden immer wieder etwas ändern. So werden die Rituale und Methoden nie zur Routine und es bleibt uns bewusst, dass es Hilfsmittel sind. Sonst besteht das Risiko, dass die Rituale Zeitvertreib oder Unterhaltung werden und so unseren Weg nicht mehr unterstützen.

 

 

 
Rituale von anderen Kulturen übernehmen macht meist wenig Sinn. Hier ein Lakota, der sich die Haut durchstochen hat.
 

Sie sehen, ich stehe allen Ritualen und Hilfsmitteln sehr kritisch gegenüber und empfehle ab und zu das eigene Leben diesbezüglich zu analysieren, um Rituale oder Methoden zu entdecken, die nicht mehr den eigenen Weg unterstützen und diese dann abzubrechen.

Samstag, 1. Mai 2010

Bäume


Was ist es an Bäumen, das uns so fasziniert? Wieso tut es so vielen von uns weh, wenn einer gefällt wird? Wieso haben Natur­wälder, Wälder also,  in denen nicht geholzt wird, eine solch spezielle Kraft?

Über die Jahre waren Bäume für mich immer wichtige Begleiter. Bereits als Kind hatte ich in den Bergen eine uralte Tanne, zu der ich immer ging und die mir eine Kraft und Weisheit vermittelte, die ich bei vielen meiner Mitmenschen arg vermisste. Hier eine Auswahl von Gedanken zu Bäumen und Schamanismus:

Bäume haben ein anderes Be­wusstsein: Das Bewusstsein eines Baumes ist unserem keinesfalls unterlegen, sondern es ist lediglich anders und wird deshalb von vielen Menschen nicht wahrge­nommen. So schwingt auch die Seele von Bäumen anders – wes­halb Menschen oft den Eindruck haben, es sei weniger schlimm einen Baum zu fällen als einen Menschen umzubringen. Würden wir die Seele der Bäume spüren, dann würde sich diese Einstellung sofort ändern. Nur weil wir etwas nicht feststellen, heisst also nicht, dass es  nicht existiert.
 

 

 
Alte Tanne meiner Kindheit anlässlich eines Besuches vor ein paar Jahren. Dieser Baum ist vermutlich infolge eines Waldbrandes vor zwei Jahren verbrannt. Foto: Jan
 

 Bäume töten nicht: Alle Tiere (inklusive Menschen) müssen töten um zu Leben. Bäume (und alle anderen Pflanzen) müssen dies dank Photosynthese nicht. Sicher, jeder Baum verdrängt ein anderer, der potentiell an seiner Stelle hätte wachsen können, aber es ist kein aktives Töten, wie dies jedes Tier machen muss.

Bäume sind telepathisch mitein­ander verbunden: Bäume können sich zwar nicht bewegen, aber sie sind telepathisch miteinander ver­bunden. Dies fiel mir zuerst bei schamanischen Reisen auf, bei denen ich den Kontakt mit Palmen suchte. Später sah ich, dass dies bei jedem anderen Baum ebenfalls stattfand. Verbinden wir uns mit Bäumen, verbinden wir uns also gleich­zeitig mit allem.

 
 

 
Schattenwurf eines Baumes. Foto: Jakob
 


Bäume haben ein anderes Zeit empfinden: Bei Bäumen läuft die Zeit anders und vermutlich viel langsamer als bei uns. Es dauert deshalb zum Beispiel lange, bis ein Baum merkt, dass er gefällt wurde. Wir Menschen mit unseren Motor­sägen messen diesem Umstand überhaupt keine Bedeutung zu und überrumpeln die Bäume jeweils mit unserem Eifer.

 

Freitag, 2. April 2010

Zufriedenheit


Was macht zufrieden? Ich fragte dies meine spirituelle Helferin. Hier die schamanische Reise, die dabei entstanden ist:

„Meine Helferin wirft zuerst einige weiss / rosa Blütenblätter auf mich. Einen Moment lang fühle ich mich dabei sehr gut, aber bald öffnet sich der Boden unter mir und etwas zieht mich in die Erde. Ich wehre mich dagegen und möchte lieber an der Oberfläche und am Licht bleiben. Ich möchte nicht in die Tiefe gezogen werden, sondern mich mit dem Himmel verbinden. Diese Situation zerreisst mich fast: Etwas zieht mich gleichzeitig nach oben und nach unten Es ist zum Verzweifeln. Aber dann, plötzlich, halte ich die Verzweiflung nicht mehr aus und muss loslassen. Ich falle in die Öffnung in der Erde hinein. Erstaunlicherweise ist es aber dort gar nicht schlimm. Zahlreiche Elfen und Gnomen verbinden mich mittels kleinen Würzelchen mit der Erde. Es ist eine angenehme, schöne Angelegenheit. Nachdem ich mit zahlreichen Wurzeln gut verbunden und verankert bin, spüre ich, wie ich wieder nach oben wachse. Wie ein Baum, der die Wurzeln stärken muss und dann Richtung Himmel wachsen kann. Ich stehe da und wachse voller Vertrauen. Ich bin zufrieden.“

Meine Interpretation: Die weiss-rosa Blüten symbolisieren das Herz. Um zufrieden zu sein, muss ich zuerst mein Herzen zulassen. Als nächstes geht es darum, mich mit der Erde zu verbinden. Dank dieser Verbundenheit kann ich dann in den Himmel wachsen. Diese Reihenfolge ist wichtig, denn ich wollte zuerst die Öffnung in der Erde nicht zulassen sondern oben bleiben. Aber zuerst kommt die Erde, dann der Himmel.

Auch ging es meines Erachtens in dieser Reise ums Akzeptieren. Ich musste akzeptieren, dass es mich nun eben in die Erde zog und dies der nächste Schritt in meinem Leben war. Mich gegen einen Zustand zu wehren der auf meinem Weg liegt führt zu Verzweiflung. Jede Situation hat einen Grund – und in diesem Fall führte genau das, was ich anfänglich nicht wollte zu Verwurzelung und Vertrauen.

Zufriedenheit heisst also dem Herzen folgen, die Verbundenheit mit Erde und Himmel zulassen und die Ereignisse akzeptieren, welche dies ermöglichen.

Donnerstag, 1. April 2010

Die "Verteufelung" des Schamanismus

Immer wieder fallen mir Situationen auf, in denen Dinge, die für den Schamanen heilig sind, vom Christentum verteufelt werden. Hier einige Beispiele von schamanischen Themen, die in der Bibel verteufelt werden:


 

 
Teufelsbrücke bei Windisch an der Reuss. Weit unten ist die Reuss sichtbar, wo früher ein Furt auf die andere Seite führte. Dieser Kraftort liegt auf der Linie der Gefühle. Foto: Jakob
 

 Kraftorte:

Nur schon in der unmittelbaren Umgebung von Windisch befinden sich zahlreiche Orte mit dem Namen „Teufel“. So zum Beispiel eine „Tüüfelsbrugg*, ein „Tüüfelschäller“ und eine „Tüüfelschucht“. Alle diese Orte befinden sich an speziellen Kraftorten und liegen auch auf Linien des Kraftortsystems Windisch. Wieso also der Name? Es steht in der Bibel: Mose 12.2: Verstört alle Orte, da die Heiden, die ihr vertreiben werdet, ihren Göttern gedient haben, es sei auf hohen Bergen, auf Hügeln oder unter grünen Bäumen und reisst um ihre Altäre und zerbrecht ihre Säulen und verbrennt mit Feuer ihre Haine, und die Bilder ihrer Götter zerschlagt, und vertilgt ihren Namen aus demselben Ort.

Die Verbundenheit mit der Natur:

Für Schamanen ist der Kontakt zur Natur entscheidend. Das Göttliche ist in allem vorhanden und Schamanen betrachten jedes Tier, jede Pflanze, jeden Stein, die gesamte Natur als heilig. Doch sieht es die Bibel anders: Hesekiel 20;32: Dazu, was ihr gedenkt: Wir wollen tun wie die Heiden und wie andere Leute in den Ländern: Holz und Stein anbeten, das soll euch fehlschlagen.

 

 

 
Hier wurde ein Baum gefällt um ein Kreuz hineinzuschneiden. Ein Schamane macht solches nicht, er betrachtet den lebendigen Baum als heilig. Dieses Vorgehen symbolisiert aber den biblischen Zugang zur Natur. Gesehen in der Nähe von Eglisau. Foto: Jakob
 

 
Umfassende Harmonie:

Die Zahl 666 ist wahrscheinlich eins der harmonischsten und umfassendsten Zahlen die es gibt. Einige Beispiele ihrer Qualitäten:

·         666 ist die Summe der ersten 36 Zahlen (d.h.    1 + 2 + 3 + ... + 34 + 35 + 36 = 666) und 36 ist wiederum 6 x 6.

·         Zudem ist 666 die Summe der ersten 7 Primzahlen. Die Zahl der Primzahlen bis 666 ist 121, was wiederum das Quadrat der Anzahl Primzahlen bis 36 ist.

·         666 ist die 60. 12-Faktorenzahl während 60 die erste 12-Faktoren Zahl ist. 666=(36) − (26) + 1; 6=(32) − (22) + 1; 66=(34) − (24) + 1.

·         Die römische Darstellung von 666 ist DCLXVI, wobei jede römische Zahl unter 1000 ein Mal verwendet wird und zwar in zurückgehender Reihenfolge. (D = 500, C = 100, L = 50, X = 10, V = 5, I = 1).

·         Und nicht zuletzt, ist die Summe der ersten (6+6)*(6+6) Stellen von Pi 666.

Ich kenne keine anderen Zahlen mit ähnlich vielen „harmonischen“ Eigenschaften. Doch ist für die Bibel 666 die Zahl des Tieres oder die Zahl des Antichristen. Der Ursprung der Zahl findet sich in der Bibel in der Offenbarung des Johannes, einer urchristlichen Apokalypse aus dem ersten Jahrhundert.
 

 

 
Eigentlich müsste 666 ein Liedertext in der Kirche sein, statt von ihr verteufelt zu werden. Foto: Jakob
 

 
Die Urbevölkerung:

Meist hat die Urbevölkerung einer Gegend eine gute Verbundenheit mit ihrer Natur und hat gelernt diese zu wertschätzen und soweit kennen zu lernen, dass es möglich ist, nachhaltig dort zu leben. Wir wären gut beraten, solchen Erfahrungen zu folgen. Die Bibel findet es anders: Mose 12.29: Wenn der Herr, dein Gott, vor dir her die Heiden (sprich Urvölker) ausrottet, dass du hinkommst, ihr Land einzunehmen, und es eingenommen hast und darin wohnst.

 
 


 
Felszeichnungen von Indianern in New Mexico. Viele Urvölker haben gelernt nachhaltig in einer Umgebung zu leben. Foto: Jakob