Montag, 1. Oktober 2007

Zeitfenster: Vom richtigen Zeitpunkt


Oft wissen wir genau, was es zu tun gibt. Nur – wann ist der richtige Zeitpunkt es tatsächlich zu tun? Wann sollen wir etwa einen neuen Lebensabschnitt beginnen? Wann sollen wir uns auf eine neue Stelle bewerben? Wann sollen wir einer anderen Person eine wichtige Mitteilung machen? Oft hängt das Gelingen unseres Vorhabens von der Wahl des richtigen Zeitpunktes ab. Es ist also nicht nur wichtig, richtig zu handeln, sondern dies muss auch zu einer guten Zeit geschehen.  Die richtige Handlung zum falschen Zeitpunkt ist also genau so wenig auf dem eigenen Weg wie eine Handlung, die nicht von Herzen kommt.

Sicher, viele Methoden versprechen hierzu Hilfe: zum Beispiel die Astrologie, die Numerologie, 100 jährige Kalender und dergleichen. Aber können wir daraus wirklich das genau richtige Zeitfenster für unseren Weg ablesen? Wie geht also der Schamane vor, um das richtige Zeitfenster zu finden?


Das oberste Prinzip ist auch hier das Herz. Ob wir etwas tun oder nicht, ist eine Entscheidung, welche mit dem Herzen gefällt werden muss, sofern wir unseren eigenen Weg gehen wollen.

Das Herz kann aber nur im Jetzt entscheiden. Wir können also nur in der Gegenwart entscheiden, ob es jetzt gerade etwas zu tun gibt oder nicht. Das Herz kann nicht – und dies gilt es zu betonen – entscheiden, ob etwas oder wann dieses Etwas in der Zukunft getan werden soll. Dies hat folgende Konsequenzen:

Erstens: Wir müssen zu jedem Zeitpunkt neu entscheiden, ob es etwas zu tun gibt oder nicht. Wollen wir etwa ein neues Projekt starten, so müssen immer wieder neu erspüren, was unser Herz gerade empfindet. Vielleicht wird es sehr lange immer nein sagen, bis es plötzlich ja sagt. Erst dann starten wir das Projekt. Aber vielleicht sagt es auch sofort ja. Wir können es einfach im Voraus nicht wissen.

Zweitens: Nur weil das Herz ja sagt, heisst nicht, dass wir genau dann das richtige Zeitfenster auch gefunden haben – unser Herz lässt uns also manchmal gewissermassen mit dem Rand des Zeitfensters zusammenstossen. Dies geschieht deshalb, weil unser Herz an unserem Weg interessiert ist, und dieser hat wiederum mit Wunden erkennen, persönlicher Entwicklung, Heilung und dergleichen zu tun. Vielleicht gewinnen wir ja gerade dank dem Zusammenstoss mit dem Rand des Zeitfensters wichtige Erkenntnisse.

 Drittens: Auch wenn wir das richtige Zeitfenster gefunden haben, gibt dies keine Garantie, dass unser Vorhaben tatsächlich gelingt. Wie im letzten Punkt gesagt, geht es um Wege und nicht um Erfolg.

Die Folge daraus ist, dass es für uns unmöglich ist, im Voraus das richtige Zeitfenster für die Abwicklung einer Handlung zu bestimmen. Dies würde vollkommen dem eigenen Weg widersprechen.

Dies gesagt, können wir trotzdem  manchmal gute Zeitpunkte für Handlungen an äusseren Abläufen ablesen. Dies weil alles, was wir im Aussen beobachten, auch in unserem Inneren stattfindet. Die Jahreszeiten sind hierzu ein Beispiel. So ist der Frühling besser um Projekte umzusetzen als der Winter, der Winter jedoch geeigneter, um Neues innerlich reifen zu lassen. Zusätzliche Hinweise kommen von Zeichen im Aussen, seien dies Tierbegegnungen, zufällig gelesene Sprüche und dergleichen. Und natürlich können auch die Astrologie und ähnliche Methoden hilfreich sein. All diese Möglichkeiten sind aber bestenfalls Anhaltspunkte, mehr nicht. Die endgültige Entscheidung liegt immer bei uns. Sonst nirgends.

Heisst dies nun, dass Planen dem Weg des Herzens widerspricht? Nein. Ob wir einen Plan machen oder nicht ist auch eine Entscheidung des Herzens. Pläne können durchaus sehr nützlich sein. Nur – ob wir sie dann auch so wie vorgesehen umsetzen, ist eine separate Entscheidung, welche dann erneut mit dem Herzen gefällt wird.

Für den eigenen Weg gilt also: Wir entscheiden mit dem Herzen, es sagt zu einem gegebenen Zeitpunkt entweder ja oder nein. Wir nehmen dann unsere Handlung vor – akzeptieren danach alles, was dabei herauskommt, auch wenn es nicht so ist, wie wir uns das ursprünglich erhofft haben. Es ist also immer eine Überraschung, was als nächstes geschieht und wann dies der Fall ist. In diesem Sinne entsteht unser Weg laufend – Entscheidung um Entscheidung.  

 Langsamkeit fördert unseren Weg

Gehen im Alltag langsam und bewusst unseren Weg, dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass wir die richtigen Zeitfenster finden grösser. Unsere Hast, möglichst viel erledigen zu wollen, möglichst viel zu erleben, lässt uns manchmal wichtige Zeitfenster verpassen. Nicht, dass wir immer langsam sein müssen. Manchmal braucht es auch dezidierte, schnelle Handlungen, meist genau dann, wenn wir das Zeitfenster gefunden haben.

Die Haltung des Schamanen ist also in der Regel eines des langsamen, beobachtenden Gehens bis ein kritischer Punkt kommt und dann wird alles daran gesetzt, dass die notwendige Handlung auch durchgeführt wird. Ist dies Geschehen, kehrt wieder die beobachtende Ruhe ein.


Samstag, 1. September 2007

Die Aurazeichnung



Die Aurazeichnung ist eine Möglichkeit, an sich selber oder  - mit deren Einverständnis – auch bei anderen Menschen den Gesundheitszustand, die aktuellen Lebensthemen und Wunden beziehungsweise Abweichungen vom eigenen Weg zu erkennen. Wenn wir unsere Hand frei zeichnen lassen und an die entsprechende Person denken, dann entstehen intuitiv meist Bilder, welche die Aura symbolisch darstellen. Oder genauer formuliert: Wir beobachten die Chakren, welche die Verbindung zwischen Aura und Körper herstellen.

Nehmen Sie hierzu eine Schachtel Farbstifte, ein graues (damit Sie auch die Farbe weiss sehen) Blatt Papier, und zeichnen Sie – mit der Absicht Ihre Aura darzustellen – intuitiv und ohne zu überlegen darauf los. Denken Sie nicht nach und üben Sie keinerlei Selbstzensur. Es spielt keine Rolle, was dabei herauskommt. Vielleicht entsteht ein abstraktes Gekritzel oder möglicherweise zeichnen Sie konkrete Gegenstände, beides ist in Ordnung. Lassen Sie genau das zu, was kommt.

Die fertige Zeichnung muss nun interpretiert werden. Die Farben haben oft einen Zusammenhang mit Chakrafarben und weisen somit auf dessen grundsätzliche Lebensthemen hin (siehe Kasten am Ende des Artikels). Gegenstände und Symbole werden wie bei einer schamanischen Reise interpretiert. Zeichnen Sie etwa einen Vogel in einem Käfig, dann zeigt dies wahrscheinlich, dass etwas Sie in diesem Chakra behindert, sich selbst zu sein. Oder haben Sie starke gelbschwarze Pfeile gezeichnet, dann haben Sie vermutlich sehr heftige Gefühle, die nicht im Verhältnis zur gegebenen Situation stehen.

 
Damit die Aurazeichnung verstanden wird, muss sie geeicht werden. Zeichnen Sie also bewusst auch die Aura eines gesunden Menschen, damit Sie sehen, wohin der Weg geht. Daneben ist es nützlich, Zeichnungen von vielen verschiedenen Menschen vorzunehmen (immer mit deren Einverständnis) und mit deren Lebensthemen und Krankheiten zu vergleichen. So gewinnen Sie an Erfahrung und entwickeln mit der Zeit Ihr eigenes System.   

Hier einige Zeichnungskonzepte, die ich bei verschiedenen Menschen angetroffen habe: Ein Mann zeichnet jeweils konkrete Gegenstände, Tiere, Pflanzen, Menschen oder Situationen. Wunden stellt er sehr plastisch als körperliche Verletzungen dar, beispielsweise als blutiger Arm oder als verletzter Ritter des Mittelalters. Gesunde Situationen zeichnet er hingegen meist als schöne Landschaften. Ein anderer Mann zeichnet die Aura als vielfarbigen Schimmer, wobei dunkle, schmierige Stellen Wunden aufzeigen und hellere und klarere Farben gesunde Situationen. Und schliesslich malt eine Frau die Aura jeweils als farbige Schichten um einen Körper herum. Sie nimmt hierzu einen fotokopierten Umriss eines Menschen als Vorlage. Bei ihr zeigen regelmässige Schichten und klare Farben eine gesunde Aura, während Unregelmässigkeiten, wie etwa dünnere oder dichtere Schichten oder schwarze und braune Abschnitte auf Wunden hinweisen.

Nochmals: Jeder Mensch fertigt solche Zeichnungen auf eine andere Art an. Bevor ich einige Beispiele zeige, ist es wichtig, die Farben und Bedeutungen der Chakren nochmals vor Augen zu führen:
 

Die Hauptchakren
 
Meist haben die Farben, die in solchen Zeichnung gewählt werden, mit den Themen der entsprechen gefärbten Chakren zu tun. Es besteht eine große Zahl solcher Chakren, aber sieben davon behandeln die grundsätzlichen Themen des Lebens. Diese sind (meine persönliche Beobachtung, die sich nicht mit anderen decken muss!):
 
·          Unsere materielle Existenz ist das Thema des ersten Chakras. Unser Körper und alle seine Funktionen, unser Bedürfnis nach Schutz und Nahrung, Geld, und Ähnliches ist hier vorhanden. Das erste Chakra erscheint oft rot und liegt zwischen den Ansätzen der Beine.
 
·          Im zweiten Chakra werden Polaritäten behandelt. Hierzu gehört Gut und Böse, vorwärts und rückwärts und insbesondere auch unsere Identität als Mann oder Frau. Unsere Sexualität ist also unter anderem ein Thema dieses Chakras. Über das zweite Chakra nehmen wir oft auch unseren Weg im Leben wahr und spüren Verzweiflung, wenn wir ihn nicht wahrnehmen. Verwechseln Sie dies nicht mit der Entscheidung, tatsächlich den Weg zu gehen, was Thema des vierten Chakras ist. Dieses Chakra, meist orange, befindet sich unterhalb des Bauchnabels.
 
·          Unsere Gefühle sind im dritten Chakra und zeigen unseren Standort im Verhältnis zu allem anderen. Hier wird also die Frage  „Wo bin ich?“ beantwortet. Diesen Standort erfahren wir anhand unserer Gefühle gegenüber anderen Menschen oder Situationen. Dieses Chakra wird in der Regel gelb wahrgenommen und liegt oberhalb des Bauchnabels.
 
·          Die Liebe ist im vierten Chakra. Das wichtigste Thema sind hier Entscheidungen: Fällen wir alle Entscheidungen mit dem Herzen, dann gehen wir unseren Weg im Leben. Dieses Chakra ist hellgrün, rosarot oder weiß gefärbt und liegt in der Mitte der Brust.
 
·          Mit Hilfe des fünften Chakras stellen wir uns dar. Hier liegt unsere Kommunikation, die Art wie wir uns geben, kleiden oder gestikulieren. Hier nehmen wir auch die Darstellung anderer wahr. Dieses Chakra ist hellblau gefärbt und befindet sich zwischen Halsgrube und Kehlkopf.
 
·          Unser Denken und unsere Kreativität liegen im sechsten Chakra. Dieses Chakra prägt unser Weltbild. Das sechste Chakra liegt mitten auf der Stirn und ist dunkelblau gefärbt.
 
·          Unser Kontakt mit der spirituellen Welt oder unsere Verbundenheit mit allem liegt im siebten Chakra. Dieses Chakra liegt auf dem Scheitel und ist violett gefärbt.
 
Daneben gibt es, wie gesagt, zahlreiche so genannte Nebenchakren, zum Beispiel an den Füssen, den Knien, den Händen, Ellbogen und an vielen anderen Stellen des Körpers. Hier werden meist Themen behandelt, die mit den Funktionen der Organe zu tun haben, in dessen Nähe sie liegen. So beinhaltet zum Beispiel ein Nebenchakra an unseren Fusssohlen unsere Verbundenheit mit der Erde.
 
 

 

Zur Illustration, hier nun einige Beispiele, wie solche Zeichnungen bei mir aussehen, wobei ich hier nur die Vorderansicht zeige, selbstverständlich kann man die gleichen Zeichnungen auch von Hinten machen :

 

Die gesunde Aura

 

 

 
Beispiel einer gesunden Aura
 

Bei meinen Aurazeichnungen erkenne ich ein gesundes Chakra als strahlende Spirale, Das Herz ist weiss, das heisst, es ist fähig Entscheidungen so zu fällen, dass dabei der eigene Weg gegangen wird. Die übrigen Chakren haben die Farben des Regenbogens. Schwarz, welches Wunden darstellt, ist keines vorhanden. Die wenigstens Menschen haben jedoch eine solch perfekte Aura – denn wir sind uns doch alle noch am Entwickeln!

 

Emotionsgeladener Mensch

 

 

 
Extrovertierter und emotionsgeladener Mensch
 

 

Die oben gezeigte Aura stellt ein extrovertierter und emotionsgeladener Mensch dar. Von unten nach oben ist folgendes zu beobachten: Das Vertrauen in die eigene Existenz (rot) ist von Wunden (immer als Schwarz ersichtlich) eingeschränkt. Die Sexualität, orange, ist gehemmt. Hingegen sind die Gefühle, gelb, sehr ausgeprägt und gelb-schwarze Tentakel ragen in alle Richtungen.  Dieser Mensch neigt zu heftigen Gefühlsexplosionen, welche oft dazu dienen, anderen Menschen Energie abzuzapfen. Weil das Herz grün ist, wird dieser Mensch eher auf andere Menschen schauen, als auf sich selbst. Be der Kommunikation, hellblau, ist die Situation ähnlich wie bei den Gefühlen. Dieser Mensch spricht sehr viel und entzieht dabei oft seinen Mitmenschen Energie. Das Weltbild, dunkelblau, ist von einem schwarzen Kasten geprägt, d.h. es ist grösstenteils fremdbestimmt, zum Beispiel durch die Eltern oder die Gesellschaft. Ein spiritueller Kontakt,  violett,  ist kaum vorhanden.

 

Spiritueller Mensch in einer Herztransformation

  

 

 
Spiritueller Mensch in Transformation von einem grünen zu einem weissen Herzen.
 

 

Bei diesem Menschen ist das Herz grün-rosa. Dieses Herz ist gerade in Transformation, d.h. es wechselt von einem grünen (auf andere Menschen fokussiertem) zu einem weissen  (auf den eigenen Weg bedachtem) Herz. Eine solche Transformation ist oft von grossen Turbulenzen im Leben begleitet. Daneben hat dieser Mensch ebenfalls wenig Vertrauen in seine eigene Existenz, die Sexualität ist ungebunden und wahrscheinlich wird er auf dieser Ebene bei anderen Menschen Energie absaugen. Die Gefühle sind gehemmt, er kann schlecht sprechen und oder sonst kommunizieren, was am kleinen hellblauen Chakra ersichtlich ist. Auch hier ist das Weltbild, dunkelblau,  fremdbestimmt, hingegen die Spiritualität sehr stark. Dieser Mensch könnte also zum Beispiel sehr gut schamanische Techniken zur Hilfe nehmen, um die Transformation des Herzens zu unterstützen und um seine Wunden zu heilen.

 

Der schwarzkreuz Mann

 

 

 
Etwas im Aussen darstellen, was dem eigenen Selbst nicht entspricht.
 

 

Ist die Verwundung sehr stark, dann sind oft die einzelnen Chakren gar nicht mehr sicht- oder erkennbar. Deutlich wird dies beim so genannten schwarzkreuz Mann. Ich nenne ihn so, weil dieser Auratyp viel häufiger bei Männern als bei Frauen vorkommt. Bei dieser Aura wird etwas dargestellt (eine hellblaue Schicht rund herum), welche aber überhaupt nichts mit dem stark verwundeten Inneren (das schwarze Kreuz und die schwarzen Fäden) zu tun hat. Diese Männer können dabei irgendetwas darstellen, sei dies ein Geschäftsmann, ein Optimist, ein zuvorkommender Mann, aber auch Schlechtes, wie ein böser Diktator usw. Meist täuschen sie ein ganzes Leben lang ihre Mitmenschen. Die hellblaue Schicht wird mit dunkelblau (Weltbild, ebenso dargestellt) unterstützt. In den Ecken ist noch etwas Orange. Hier zeigt sich ein wenig Sexualität, welche aber wiederum nicht die eigene ist. Wenn solche Männer älter werden, können sie meist ihre Schicht nicht mehr aufrecht halten und alles klappt zusammen, was sich im Aussen zum Beispiel als Herzinfarkt äussert.

 

Mit spirituellen Methoden aufgebaute Aura

 

 

 
Spirituell manipulierte Aura.
 

 

Auras werden aber nicht nur mit Hellblau künstlich aufgebaut. Auch goldige Ränder sind möglich. Dies entsteht dann, wenn jemand - meist mit esoterischen oder spirituellen Methoden - konkrete eigene Ziele verfolgt (z.B. Symptombekämpfung vornimmt, statt die Wunden echt zu heilen, sprich durch den Schmerz oder durch die Gefühle zu gehen). Diese Menschen wirken  dann auf andere als weit entwickelte Meister, sie stellen aber ihren scheinbar geheilten Zustand nur dar. Innerlich ist nichts geschehen, im Gegenteil, da die inneren Wunden ungeheilt sind, werden sie mit der Zeit schlimmer und die äussere Schicht muss mit noch stärkeren Methoden aufrechterhalten werden .

Diese Beispiele sind selbstverständlich nur eine kleine Auswahl und zu jeder Aura könnte noch viel mehr gesagt werden! Jeder Mensch ist verschieden, jeder Mensch hat eine andere Aura.

 

Solche Aurazeichnungen können als Bestandteil einer Beratung gemacht werden. Anmeldung unter +41 56 441 92 16 oder jakob.oertli@swissonline.ch.

 

Sonntag, 1. Juli 2007

Das Kraftortsystem Windisch


In Windisch (Kanton Aargau) und Umgebung besteht ein dichtes Netz von Kraftorten, die wie Speichen eines Rades um das Amphitheater angeordnet sind und sich von hier aus auf die ganze Schweiz ausdehnen. Jede Linie hat eine andere Qualität, welche jeweils mit den Themen (z.B. Geburt, Sehnsucht, Macht, Entscheidungen) Entwicklung während eines Menschenlebens zusammenhängt.

Die Kelten wussten bereits um die Besonderheit von Windisch und gaben diesem Ort den Namen eines wichtigen Gottes: Vindonum, der Weise, zuständig für die Erleuchtung (Vindo heisst „weiss“). Ganz im Sinne dieses Namens handelt es sich beim Kraftortsystem Windisch um ein riesiges Medizinrad, welches in die Landschaft projiziert wurde und dazu diente, Wege in die Harmonie, Liebe oder eben "ins Licht" aufzuzeigen. Das Kraftortsystem hilft also den eigenen Weg zu finden.

Die früheren Kulturen der Schweiz, wie die Kelten oder deren neolithische Vorgänger, waren stark schamanisch geprägt. Das heisst, ihre wichtigste Lebensmotivation war die Suche nach Wegen in die Harmonie, oder eben den eigenen Weg zu finden. Als Unterstützung verliessen sie oft die alltägliche materielle Wahrnehmung, um in einer umfassenderen spirituellen Welt neue Perspektiven aufzudecken oder um die nötige Kraft für ihren Weg zu erhalten. Die hierzu verwendete Technik, genannt schamanisches Reisen oder Visionssuche, wurde mit Vorliebe an Kraftorten vorgenommen, weil hier die Grenzen zwischen der materiellen und der spirituellen Welt aufgeweicht waren und so der Übertritt einfacher war.

Schamanische Reisen an Kraftorten sind jedoch nicht unproblematisch, weil die Qualität des Ortes die Reise beeinflusst. Die früheren Kulturen haben sich jedoch diese Wechselwirkung zu Nutze gemacht und immer an bestimmten Orten die gleichen Themen bearbeitet, um so die Kräfte dieser Stellen bewusst zu beeinflussen. 

Wer nun den eigenen Weg im Leben suchte, konnte sich auf diesen Linien mit seinen Lebensthemen auseinandersetzen.  Die Bewegung in der Landschaft Richtung Zentrum ist dann gleichzeitig eine innere Bewegung zu sich selbst. Innere und äussere Bewegung stimmen so überein und unterstützen sich gegenseitig. 

 




 
Das römische Amphitheater von Windisch liegt im Zentrum des Kraftortsystems.
 

 

Die Qualitäten dieser Kraftorte sind heute noch spürbar und können zur Unterstützung des eigenen Weges beigezogen werden. Die Standrote der Kraftorte basieren auf eigener Wahrnehmung sowie auf Grund Markierungen wie alten Kapellen, Wegkreuzen, allein stehenden Bäumen, Höhlen, römischen Bauten oder alten Findlingen. Auch moderne Anlagen wie Steinbrüche, Shoppingcenters oder Autobahnkreuze sind Zeichen, denn Kraftorte beeinflussen häufig und natürlich meist unbewusst auch die moderne Raumplanung.

Auf den Karten sind die Themen der Linien unterstrichen. Hier einige Beispiele:

Bruderhaus-Höhle, Thema Geburt. Die Bruderhaus-Höhle auf dem Bruggerberg ist gleich eine Ausnahme, da er im Gegensatz zu den anderen Kraftorten auf keiner Linie liegt. Von der Bruderhaus-Höhle aus kann man sich in das System "gebären" lassen und erhält - dank der spektakulären Aussicht - einen ersten Überblick.

Zurzach – Windisch, Thema Macht: Diese Linie geht vom römischen Kastell in Zurzach, über eine Erdburg, einem Menhir, einem Wachtturm, dem zeughaus von Brugg über die Klosterkirche Königsfelden und das römische Legionslager zum Amphitheater. Das Thema Macht wird durch zahlreiche geschichtliche Ereignisse manifestiert, zum Beispiel durch die Beherrschung der römischen Schweiz durch das Legionslager Vindonissa oder die Ermordung von König Albrecht von Habsburg an der Stelle der heutigen Klosterkirche Königsfelden.

 

 

 
Die Klosterkirche Königsfelden steht neben den Ruinen des römischen Legionslagers.

 

Vilan – Windisch, Thema Materielles: Vom Berg Vilan bei Landquart führt diese Linie über den Gonzen, durch Zürich, trifft genau das Stellwerk des Rangierbahnhofs Limmattal und geht über das Shoppingcenter Spreitenbach in das Amphitheater. Auf dieser Linie beeinflussen uralte Qualitäten heutige Aktivitäten und es stehen bedeutende Denkmäler des Materialismus auf dieser Linie. Interessanterweise wurde die Warenhauskette Manor früher Vilan genannt.

Oberalpstock – Windisch, Thema Neuanfänge:  Vom Oberalptock geht diese Linie über das Rütli, die Tellskappelle, den Erdmannlistein und den Eiteberg ins Amphitheater. Markante Punkte der urspünglichen Eidgenossenschaft liegen auf dieser Linie und bestätigen das Thema Neuanfänge. Da jeder Neuanfang meist nach einer Enge entsteht, kann man sich symbolisch beim Erdmannlistein durch den Spalt zwischen den Steinen zwängen um so ins Neue zu gelangen.

 

 
 
 
 
 
 Erdmannlilstein bei Bremgarten (Kanton Aargau)
 

 

Gantrisch – Windisch, Thema Entscheidungen: Diese Linie führt vom Gantrisch (BE) durch das Napfgebiet zu einer ehemaligen Menhirreihe in Windisch und dann zum Amphitheater. Der Richtplatz von Windisch sowie einige Orte mit zahlreichen Weggabellungen befinden sich ebenfalls auf dieser Linie. Die Bedeutung von Herzensentscheidungen wird durch einen in Stein gehauenen Mann auf dieser Linie bei Seftigen (BE) gezeigt, der im Begriff ist, sein Herz zu öffnen, und sich dabei aus dem Felsen befreit.

 


 
Der Gantrisch (BE)
 

Konstanz – Windisch, Thema Opfern: Das Thema "Opfern" ist noch in Ortsnamen sichtbar. Die Namen Oberburg (vom keltischen Namen Oparoburga, zu Deutsch Opferhöhe) und Gebenstorf bestätigen ebenfalls das Thema "Opfern".

Monte San Giorgio – Windisch, Thema Bewegung: Diese Linie folgt wichtigen Transitroute durch die Schweiz und trifft verschiedene Orte, die mit Bewegung im Aussen zu tun haben, wie die Teufelsbrücke bei Göschenen oder den Kontrollturm des Flughafens Birrfeld. Hier kann der Gegensatz von Bewegung im Aussen zu Bewegung im Innen gelernt werden. Eine geplante Variante der Fortsetzung des Alpentransits Gotthard sieht übrigens ein Tunnel genau unter der Spitze des Monte San Giorgio vor.


 

 
Monte San Giorgio (TI)
 

 

Mariastein – Windisch, Thema Sehnsucht: Diese Linie geht vom Kloster Mariastein bei Basel über die Sissacherflue zur Lourdes Grottes bei Wittnau, durch das Sagemülitäli und von dort zum Amphitheater. Die heilige Maria symbolisiert Sehnsucht. Diese Punkte liegen genau westlich des Amphitheaters.

  

 


 
 
 
  
Lourdes Grotte bei Wittnau (AG)
 

 
Kloster Hermetschwil – Windisch, Thema Gefühle: Vom Kloster Hermetschwil führt diese Linie durch die Friedhofskappelle bei Mellingen, einige markante Findlinge, den Häfelistein in der Reuss, über die Windischer Teufelsbrücke zum Amphitheater. Die Linie folgt mehr oder weniger der Reuss und das fliessende Wasser dieses Flusses hilft die Gefühle zum Vorschein zu bringen.


 

 
Unterwegs auf dem Gurnigel (Entscheidungen)
 

 

Bruderhöhle, Thema Tod (Gebenstorfer Horn): Wie die Geburt ist auch der Tod ein allein stehender Ort. Hier wird derjenige Tod symbolisiert, welche bei Menschen geschieht, die nicht eigene Wege gegangen sind – diese sind nicht bis ins Zentrum, also bis ins Amphitheater gelangt. Menschen, die tatsächlich auf ihrem Weg zu sich selbst kommen, sterben symbolisch in der Mitte des Systems, im Amphitheater.

Das System ist selbstverständlich noch nicht vollständig entdeckt. Laufend kommen neue Punkte oder Themen hinzu. 

Die Karte des zentralen Teils des Kraftortsystems Windisch habe ich aktualisiert. Sie befindet sich auf jakoboertli.populus.ch.
 

Freitag, 1. Juni 2007

Sind Ziele notwendig?


Ohne Ziele würden wir nicht wissen wohin der Weg geht, ohne Ziele können wir nichts erreichen – dies wird uns im Berufsleben immer wieder gesagt. In der Esoterik wird von Wünschen gesprochen, die mit Affirmationen oder allerlei anderen Techniken erfüllt werden können und sollen. Es gilt, unseren Sehnsüchten nachzugehen, damit unser gegenwärtiges Leiden oder unser aktueller Mangel behoben wird. Wir sollen uns reich denken, Beziehungen in unser Leben rufen, Aktionspläne aufstellen – die Ausdrücke variieren, je nach dem Umfeld in dem wir uns gerade befinden.  

 

 



 
Ist es sinnvoll Ziele zu setzen und Wünsche zu erfüllen?
 

 
Stimmt das? Sollen wir Zielen nachgehen oder schauen, dass wir unsere Wünsche erfüllen?

Mit Nachdruck behaupt ich: NEIN! Zumindest dann nicht, wenn wir uns selbst werden wollen. Wieso?

Erinnern wir uns nochmals daran, was ein eigener Weg bedeutet: Die Idee ist, dass wir uns zur Liebe bewegen, dass wir irgendwann Liebe werden.  Hierzu folgen wir konsequent und immer dem Herzen. Nur ist es nicht wirklich möglich, im Voraus zu wissen, wohin der eigene Weg führt denn wüssten wir es, dann wäre dieser wohl nicht mehr nötig. Zudem wissen wir nicht, wie sich die Welt entwickeln wird, wie sich andere Menschen entscheiden werden – alles Dinge die den eigenen Weg beeinflussen. Vergleichen wir dies mit einem Fluss: An einer konkreten Stelle sucht er immer sein eigenes Flussbett, indem er der Erdanziehungskraft (= dem Herzen nachgehen) folgt. Er weiss aber zum Voraus nicht, ob er irgendwo nicht einen Erdrutsch (z.B die Entscheidungen anderer Menschen) umfliessen muss. Er geht lediglich immer der Erdanziehungskraft nach und dann sieht er, wohin er kommt.

Weil wir nun nicht wissen, wohin der Weg geht, können wir logischerweise auch keine Ziele setzen – ausser vielleicht das Ziel, dass wir eben unseren Weg gehen. Wir können also nichts anderes tun, als bei jeder Weggabelung erneut mit dem Herzen entscheiden, welche Richtung wir nun einschlagen. Als Folge dieser Entscheidungen entsteht dann unser Weg.
 

 


 

 
Eigene Wege sind wie Labyrinthe, ermöglichen uns aber in die Liebe oder Freiheit zu gelangen, wie durch den Vogel dargestellt. Felszeichnungen aus New Mexico.
 

 

Aus dieser Sicht sind Ziele sogar gefährlich. Wir konzentrieren uns dann nicht mehr auf die Entscheidungen im Jetzt – der einzige Zeitpunkt in dem wir auf unser Herz hören können – sondern wir bewerten die Entscheidungen danach, ob wir die gegebenen Ziele erreichen oder nicht.

Dazu kommt dass unsere Ziele oder Wünsche oft fremdbestimmt sind. Sie erscheinen zwar plausibel und wir haben den Eindruck, sie stammen tatsächlich von uns, aber wer sagt ob sie wirklich auf unserem Weg liegen? Ziele und Wünsche sind oft sehr stark von de Gesellschaft und unseren Eltern geprägt. Sie stammen nicht wirklich von uns sondern sind uns einprogrammiert worden: Die Familie, das Haus, die Karriere usw.

Wieso haben wir dann Wünsche oder Sehnsüchte? Diese zeigen in aller Regel eine Abweichung von unserem Weg; sie weisen darauf hin, dass wir ein bestimmtes Thema in uns bearbeiten und heilen müssen. Sehnen wir uns nach einem Haus oder nach einer Beziehung, dann besteht in aller Regel irgendwo eine Wunde, die meistens etwas mit unserer Geschichte zu tun hat, etwa die vermisste Geborgenheit als Kind. Diese Sehnsucht zeigt uns, dass wir hier den alten Schmerz akzeptieren und liebevoll zulassen sollen. So heilen wir die Wunde und die Sehnsucht verschwindet.

Heisst das nun, dass wir keine Familie, kein Auto, kein Haus, keine Partnerschaft haben sollen? Nein! Sondern diese Dinge entstehen – falls sie auf unserem Weg sind – von alleine. Wir müssen nur jede Entscheidung mit dem Herzen fällen.

In diesem Sinne sind Ziele und Wünsche ein Hindernis auf unserem Weg. Konzentrieren wir uns darauf, diese zu erfüllen, dann verpassen wir womöglich unseren Weg. Es ist wie eine Symptombekämpfung: Wir unterdrücken den Schmerz, bemerkten ihn nicht mehr und können ihn deshalb auch nicht mehr heilen.

Also: Keine Ziele setzen sondern Wege entstehen lassen…

Nun, immer wenn solche Themen gerade aktuell sind, passieren mir Dinge im Aussen, die damit zusammenhängen: Mit meinem neuen Chef hatte ich die Diskussion ob meine Arbeit, die ausländischen Bahnen dahingehend zu überzeugen, ihre Güterwagen leise zu machen, sich als quantifizierbares Ziel darstellen lässt. Ich bin der Meinung es geht nicht - man muss den Weg und den Ausgang offen lassen. Eine ähnliche Diskussion hatte ich mit einem Beamten des Bundesamtes für Umwelt über ein anderes Projekt, bei dem er nach strikten Vorgaben arbeiten will und ich ein offenes Vorgehen vorschlage.

Und natürlich muss ich mir dies alles auch immer selber sagen  - sonst wäre es kein Thema. Jedenfalls wird so alles sehr spannend: Ein Weg entsteht und wir haben keine Ahnung, wohin er führt.

  

 

 
Bei eigenen Wegen wissen wir nie wo wir als nächstes hinkommen – dafür ist es spannend!