Donnerstag, 2. Juli 2009

Menhire: Eine Beobachtung


Menhire oder Hinkelsteine sind unterschiedlich grosse Steine, welche alleine oder in Gruppen von Steinzeitmenschen in fast allen Gebieten Europas aufgestellt wurden. Immer wieder wird gerätselt, weshalb sie aufgestellt wurden. Die Theorien gehen von Kratzsteinen für Vieh bis zu astronomischen Kalendern. Menschen mit einer spirituellen Ader erkennen aber schnell, dass eine spezielle Energie von diesen Steinen ausgeht und dass diese meistens an Kraftorten aufgestellt wurden.

 

 

 
Menhir Anordnungen in Irland, alle Fotos: Jakob
 

 

Für mich stellen Menhire einen wichtigen Bezug zur Spiritualität der Vergangenheit dar. Diese Steine öffnen ein Tor in eine andere Zeit und erlauben uns eine Idee davon zu erhalten, was wohl für die Menschen von damals wichtig war. Diese Menschen lebten noch nahe zur Natur und wurden nicht von moderner Technik oder einer Vielzahl von Religionen. Es ist deshalb wahrscheinlich, dass sie einen anderen Bezug zur Spiritualität hatten, der vielleicht sogar etwas reiner als der unsrige war.

Aus diesen Gründen beschäftige ich mich schon seit sicher 20 Jahren mit diesen Steinen, suche sie auf, wenn ich irgendwo bin, wo es solche hat und versuche diese andere Zeit zu erspüren.

 

 

 

 

 

Auf meiner Reise durch Irland suchte ich ebenfalls solche Steine und möchte hier eine Beobachtung dazu schildern:

Versucht man die „Seele“ dieser Steine zu erspüren, so kommt man in eine Schwingung. Wahrscheinlich überträgt sich der Seelenrhythmus der Steine auf die eigene Seele und der Körper kann dies dann als Takt im Körper wahrnehmen. Bei jedem Stein ist dieser Takt etwas anders, gewisse sind schneller, andere langsamer. Nun kommen diese Steine häufig in verschiedenen Anordnungen vor, zum Beispiel in Kreisen, geraden Linien oder auch ganz anderen Anordnungen. In solchen Anordnungen passen nun – dies meine Beobachtung – die Takte zueinander. Wenn also jeder Stein ein Musikant wäre, dann gibt die Anordnung zusammen eine Band oder ein Orchester, etwas, was zusammen neues Musikstück spielt. Die Steine haben also sowohl einzeln, wie auch im Verband eine typische Schwingung oder Melodie.

 

 

 

 

Was wollten wohl die alten Steinzeitmenschen damit darstellen? Darüber kann man spekulieren. Aber vermutlich ist es eine ähnliche Antwort wie auf die Frage, wieso sich verschiedene Musikanten zu einer Band zusammenschliessen. Durch den Beitrag von allen entsteht zusammen etwas Neues. Wenn jeder Stein (beziehungsweise jeder Mensch) genau seinen Takt spielt, dann können zusammen neue Dinge, neue Energien, gänzliche neue Weltbilder entstehen. Wollten sie uns das vielleicht sagen? Wollten sie uns diese Mitteilung machen, damit wir in dieser Zeit uns darauf besinnen, unsere Seele zuzulassen, damit auch Menschen zusammen neue Melodien spielen können. Denn, so denke ich zumindest, nur mit neuen Melodien, mit solchen, die es bisher noch nie gab, lässt sich die Erde erhalten.

 

 

 

 

Mittwoch, 1. Juli 2009

Was wird manifestiert, was nicht?


Für die Kelten begann das neue Jahr jeweils im November. Dies deshalb, weil sich dieses Volk zuerst mit innerer Entwicklung befassen wollten (Herbst und Winter) bevor danach das Neue im folgenden Frühjahr und Sommer im Aussen erschien. Wenn wir jetzt also an unsere Themen vom letzten Herbst und Winter zurückdenken, können wir nun im Frühjahr und Sommer im Aussen schauen, was davon in der materiellen Welt Realität geworden ist und was nicht.

Sofort taucht dabei die Frage auf:  Wieso wird nicht alles manifestiert womit wir uns beschäftigt haben? Wieso geschieht manchmal nichts im Aussen, auch wenn wir uns noch so intensiv mit etwas befasst haben? Solche Fragen stellen sich häufig und deshalb lohnt es sich, die Prozesse genauer zu betrachten:  


 
 
 
Sonnenaufgänge. Alle Fotos: Jakob
 

Zuerst der Grundsatz: Schamanen sind am eigenen Weg, an Entscheidungen mit dem Herzen, an der Erfüllung des göttlichen Willens oder der Absicht des Universums interessiert, wobei alle diese Begriffe für sie das genau gleiche bedeuten. Aus diesem Grund formulieren Schamanen in der Regel keine konkreten Wünsche, die erfüllt werden müssen.

Nichtsdestotrotz haben sie immer konkrete Themen, welche in ihrem Leben auftauchen. Diese bearbeiten oder heilen sie so lange, bis das Thema sie nicht mehr betroffen macht - betroffen im Sinne, dass das Thema bei ihnen Schmerz, starke Gefühle oder Verzweiflung auslöst.

 

 
 

Dabei kann im Äusseren eine Änderung geschehen oder auch nicht.  Es kommt also nicht auf die Änderung oder auf die konkrete Manifestation darauf an, sondern darauf, ob etwas  noch betroffen macht oder nicht. Das heisst, wir können nicht die äussere Manifestation beurteilen, wir können sie nicht als Massstab herbei ziehen sondern wir müssen unsere Reaktion darauf als Massstab verwenden.

In diesem Sinne stellt sich also die Frage gar nicht. Es kommt nicht darauf an, ob sich etwas manifestiert hat oder nicht. Es kommt darauf an, ob eine bestimmte Situation uns noch betroffen macht oder nicht.

Die folgenden Möglichkeiten können dabei entstehen:

a) Wir haben uns mit einem Thema befasst und das Thema verschwindet beziehungsweise es gibt eine Änderung im Aussen. Wir waren beispielsweise krank und sind jetzt gesund. In diesem Fall haben wir wahrscheinlich das Thema vorerst geheilt, was aber nicht heisst, dass es nicht nochmals mit weiteren oder anderen Aspekten auftaucht. Es kann vorerst mit anderen Themen weitergefahren werden.

 
 
 
 

b) Wir haben uns mit einem Thema befasst aber das Thema existiert dennoch nach wie vor und macht uns betroffen. Wir haben uns in diesem Fall noch nicht genug damit befasst und es braucht eine weitere Heilung. Auch wenn wir uns intensivst mit etwas auseinandergesetzt haben und uns nach allen Regeln der Kunst geheilt haben, ist es denkbar, dass ein Thema bleibt, weil es sehr ergiebig ist. Ein bleibendes Thema heisst deshalb nicht unbedingt, dass wir unsere Heilung vernachlässigt haben. Es heisst nur, dass hier noch weitere Erkenntnisse möglich sind. Das Thema weiter heilen.
 

 
 
 
 

c) Wir haben uns mit einem Thema befasst, das Thema ist verschwunden, beziehungsweise die erwünschte Änderung ist eingetroffen aber es macht uns dennoch nach wie vor betroffen. Wir haben zum Beispiel unsere Beziehung zu Geld angeschaut und unsere Geldnot ist im Aussen verschwunden aber wir machen uns nach wir vor Sorgen wegen Geld. Auch hier ist das Thema geblieben, auch wenn der äussere Anlass verschwunden ist. In diesem Fall geht es darum, mit der Heilung weiterzufahren. Das Thema weiter heilen.
 

 
 

 


d) Wir haben uns mit einem Thema befasst, das Thema besteht nach wie vor, aber es macht uns nicht mehr betroffen. Wir hatten zum Beispiel zu wenig Geld und dies störte uns früher auch. Jetzt haben wir immer noch wenig Geld aber es stört uns nicht mehr. Dann sind wir betreffend diesem Thema geheilt, auch wenn das "Symptom" oder der äussere Anlass noch vorhanden ist. Mit anderen Themen weiterfahren.
 

 
 
 
 

Nochmals: Für den Schamanen ist nicht die äussere Manifestation das Kriterium, ob wir uns genügend mit einem Thema befasst haben sondern unsere Betroffenheit. Deshalb kann es sehr wohl sein, dass trotz intensiver Heilung oder Befassung mit einem Thema, keine Änderung im Aussen entsteht. Umgekehrt, können durchaus auch Veränderungen im Aussen erscheinen, obwohl wir uns überhaupt nicht mit etwas befasst haben. Dies ist zum Beispiel dann der Fall, wenn mehrere Themen im Aussen aneinander gekoppelt sind. Ein Beispiel wäre, wie wenn die Tendenz zuviel Geld auf der Bank zu haben mit unserem Übergewicht gekoppelt sind.

Also: Wir können nicht die äussere Manifestation als Indiz für den Erfolg oder Misserfolg unseres Weges betrachten. Deshalb können Sachen entstehen oder auch nicht. Wichtig sind hingegen unsere Reaktionen auf das Manifestieren beziehungsweise der Abwesenheit einer Manifestation.
 

 

 

 

Dienstag, 2. Juni 2009

Wann ist eine schamanische Reise "echt"?


Immer wieder werde ich gefragt, wie man feststellen kann, ob eine schamanische Reise „echt“ ist, das heisst, ob sie wirklich aus einer spirituellen Welt kommt oder ob sie nur der eigenen Phantasie entspringt.

Dazu Folgendes: Es ist in der Regel unser Kopf, unsere Logik oder unser Denken, welches uns suggeriert, dass die Reise nicht echt war. Wenn wir auf schamanischen Pfaden beginnen auf unser Herz zu hören, dann verlieren diese anderen, bisherigen Entscheidungsträger ihre Macht. Sie werden sich also wehren und das Möglichste tun, damit wir unsere Reisen nicht beachten.

Es lohnt sich deshalb auf jede Reise zu achten, egal was unser Verstand sagt. So merkt dieser mit der Zeit, dass er nicht mehr zu Rate gezogen wird, wenn es darum geht die Echtheit einer Reise zu beurteilen.

Abgesehen davon, kann jede Mitteilung, welche uns auf unserem Weg weiterhilft, nützlich sein, egal ob sie unserer Phantasie entspringt oder der spirituellen Welt. Das Wichtigste ist immer unser Weg.

Daneben werden wir mit viel Übung ein Gespür dafür bekommen, ob nun etwas „echt“ war oder nicht. Kommen unerwartete oder herausfordernde Meldungen, so sind das weitere Zeichen, dass die Reise echt war.

Montag, 1. Juni 2009

Wellen


Fast alles, so kommt mir vor, geht in Wellen. Dinge kommen, Dinge gehen und kommen wieder; Sachen beginnen, Sachen enden und Neues beginnt. Etwas wird mehr, dann wieder weniger und dann wieder mehr. Es wird hell, dann wieder dunkel, dann wieder hell, und so weiter.

Das gilt aber nicht nur für Dinge, die wir im Aussen beobachten, sondern auch für innere Prozesse – nach guten Zeiten folgen Krisen, die wiederum von guten Zeiten abgelöst werden. Und auch wenn wir von Schwingungen sprechen, von Licht, von Musik, dann sind das nichts anderes als Wellen. Auch bestehen unsere Aura oder unsere Seele – dies zumindest meine Vermutung – aus Wellen.

Grund genug, mehr über Wellen zu erfahren und von ihnen zu lernen. Ich beschloss deshalb, zwei Wochen entlang der Westküste Irlands zu wandern und dabei Wellen zu beobachten. Hier möchte ich einige meiner Beobachtungen und die Parallelen zu anderen Lebensprozessen (jeweils kursiv) schildern.

 

 


 
Wellen. Alle Fotos: Jakob
 
 

Damit eine Welle entsteht, muss ein bewegliches Medium und eine äussere Kraft vorhanden sein. Diese äussere Kraft braucht zusätzlich einen „Angriffspunkt“. Wäre die Oberfläche komplett glatt, könnte die Kraft nirgends wirken und eine Welle käme nicht zustande.

Die äussere Kraft lässt sich mit der Absicht des Universums oder mit einer göttlichen Kraft vergleichen. Die Angriffsflächen sind unsere Wunden oder Ungleichgewichte, mit denen wir auf die Welt kommen – ohne diese könnten wir uns also gar nicht bewegen oder entwickeln. Dabei müssen wir immer beweglich oder flexibel bleiben, damit diese Kräfte uns auch verändern können.

 
 

 

 Eine grössere Welle entsteht durch das Einwirken des Windes auf eine kleinere Welle. Die kleine Welle gibt dem Wind gewissermassen die Fläche, wo er wirken kann.

Das Zulassen unseres Weges, unserer Eigenart als Welle, lässt uns weiter wachsen. Je mehr wir also wachsen, desto mehr können wir wachsen.


 

 


Zwei verschiedene Wellen bauen sich nur dann zu einer grösseren zusammen, wenn sie die gleiche Frequenz haben, das heisst, an der gleichen Stelle auf und ab gehen. In der Regel gehen zwei verschiedene Wellen übereinander ohne sich zu beeinflussen. Wenn zum Beispiel eine Welle senkrecht auf eine andere stösst, so gehen sie übereinander und danach weiter, als sei nichts geschehen.

Damit aus einer Beziehung mehr Tiefe oder etwas Neues entsteht, braucht es eine Resonanz, eine gleiche Schwingung. Besteht diese nicht, dann leben wir aneinander vorbei und es passiert nichts.
 

 

 


Wellen werden an Hindernissen reflektiert. Meistens verhalten sich dann die Originalwelle und die reflektierte Welle wie unabhängige Wellen. Manchmal haben sie aber genau die gleiche Frequenz und Richtung, und addieren sich dann stellenweise in grössere Wellen.

Wie wir auf Hindernisse, Grenzen oder andere Menschen „stossen“, wirkt auf uns zurück. Was dabei herauskommt hängt von uns (von unserer Welle) aber auch von der Beschaffenheit des Anderen ab.
 
 Die Wellen kommen selbst in Wellen; nach einigen grossen Wellen folgen einige kleine. Dieses Phänomen wird wiederum von den Gezeiten überlagert – ebenfalls Wellen. Die Wellen ihrerseits sind aus vielen kleineren Wellen aufgebaut, welche wiederum aus noch kleineren bestehen. Jede Welle besteht also aus Wellen und ist Teil einer noch grösseren Welle. Welches nun die Hauptwelle ist, ist Ansichtssache.

Jeder Mensch besteht aus Teilen und ist wiederum Teil von etwas Grösserem.


 



 

 
Wellen werden grösser, wenn sie in die Enge getrieben werden. Durch kleine Spalten getrieben, entsteht auf der anderen Seite eine neue, kreisförmige Welle. Das gleiche lässt sich zum Beispiel am Ende einer Halbinsel beobachten.

Hindernisse helfen uns wachsen und verändern uns. Oft wird dabei das Alte von etwas ganz Neuem abgelöst.

 

 

 Es ist vor allem an der Küste, das heisst an einer Grenze zwischen zwei Dingen, wo die Wellen am meisten beeindrucken: Je nach Art der Küste wachsen die Wellen und überschlagen sich, gefolgt von einem Chaos oder sie prallen gegen Felsen und spritzen in die Luft.

Wenn wir uns in Grenzsituationen begeben, entstehen die interessantesten Situationen, die tiefsten Erkenntnisse oder die beeindruckendste Ausprägung unseres Lebens. Wir wachsen an unseren Grenzen am meisten.

 

 

 


Je nach Medium wirken Wellen anders und bewegen sich in anderen Geschwindigkeiten. So wandert eine Welle im Wasser anders als im Schaum, auch wenn beide vom gleichen Wind angetrieben werden.

 Jeder Mensch hat eine andere Schwingung. Wenn wir uns verändern, dann verändern wir auch unsere Schwingung und damit auch, wie wir in Bezug zu unserer Umgebung stehen.  

 

 

 
Wellen von Meerschaum, vom Wind an Land geweht.
 
 

Die Beschaffenheit einer Welle beeinflusst wiederum, wie sie andere Wellen (z.B. Licht) reflektiert.

 Je nachdem wie wir uns entwickeln, wirken wir anders auf unsere Umgebung. Auch verändern wir unsere ganze Umgebung, indem wir sie eben anders bescheinen beziehungsweise das Andere anders reflektieren.

 

 

 

 Wellen verursachen bei ganz anderen Dingen ebenfalls Wellen. Wellen ermöglichen also andere Wellen.

 Lassen wir uns von der Absicht des Universums oder von der göttlichen Kraft treiben, dann unterstützen wir die Entwicklung aller Lebewesen, denen wir begegnen.

  
 

 
Wellenförmiger weisser Schaum auf den Wellen des Meeres.
 

 Wenn man genau hinschaut, geht alles in Wellen. Wellen findet man überall, auch auf dem Land: Die Bäche fliessen in Wellen oder die Hügel sind wellenförmig.

Wir müssen also aufpassen, dass wir Trends (es geht immer aufwärts oder immer abwärts) nicht mit Wellen verwechseln (es geht hinauf und hinab). Oft denken wir, etwas sei ein Trend, weil wir nicht lange genug hinsehen. Würden wir die Angelegenheit länger beobachten, dann würden wir sehen, dass es wahrscheinlich Wellen sind. Das heisst, dass der Trend einmal in eine andere Richtung gehen wird. Und je nachdem ob wir Trends oder Wellen beobachten sind natürlich unsere Entscheidungen ganz andere!
 
Wellen inspirieren andere Wellen.


Beobachten andere Menschen uns, dann motiviert dies sie, sich ebenfalls von der Absicht des Universums treiben zu lassen.

  

 
Wellenförmige Anordnung von Steinen eines Künstlers.

Samstag, 9. Mai 2009

Berufung oder die Absicht des Universums


Aus einer schamanischen Sicht, hat jeder Mensch einen Grund, wieso er auf Erden ist. Der Grund ist das Erfüllen der Absicht des Universums, des Göttlichen, oder wie auch immer man eine übergeordnete Kraft nennen möchte. Man erfüllt diese Absicht, indem man sämtliche Entscheidungen mit dem Herzen fällt. Das heisst, es geht darum, das eigene Leben in Einklang mit der Absicht des Universums zu bringen. Es geht also nicht um uns, im Sinne von unserem Ego, sondern um etwas Übergeordnetes. Wollen wir herausfinden, wieso wir da sind, müssen wir demnach beim Universum beginnen und nicht bei uns.

Was heisst das konkret? Das heisst wir fragen nicht: Was will ich? Was soll ich mit meinem Leben anfangen? Was sind meine Ziele oder  Ambitionen für meine Zukunft? Sondern wir fragen: Wie kann ich die Absicht des Universums erfüllen? Wie kann ich mithelfen, dass das übergeordnete Ziel erreicht werden kann? Es geht also nicht um den eigenen Komfort, um Geld, Erfolg und Ähnliches, sondern um unseren wahren Ursprung, unsere wahre Identität und die Bedeutung unseres eigenen Weges.

Bei der Suche nach der eigenen Berufung geht es also hauptsächlich um eine Einstellung. Sind wir bereit unser Leben im Sinne des Universums zu leben? Es geht also nicht um hier und jetzt sondern um immer und überall. Wir gehen Schritt um Schritt dem Herzen nach und alles, was dabei herauskommt entspricht unserer Berufung.

Oft möchten wir die Dinge jedoch etwas konkreter wissen. Hierzu mögen folgende Gedankenanstösse helfen:

·         Wir sind nicht zufällig so wie wir sind. Alles an uns, inklusive unsere Geschichte, unsere Persönlichkeit und unser Aussehen haben mit unserer Berufung zu tun.

·         Alles, was jetzt gerade in unserem Umfeld passiert, hat mit unserer Berufung zu tun. Akzeptieren wir dies, dann gelangen wir zu neuen Hinweisen betreffend unserer Berufung.

·         Wir kommen der Berufung näher, wenn wir gewissermassen ein freundschaftliches Verhältnis mit dem Universum und den entstandenen Gegebenheit eingehen.

·         Wir leben unsere Berufung in allen Teilen unseres Lebens. Nichts ist davon ausgeschlossen.

·         Es ist nie zu spät, mit der Suche nach der Berufung zu beginnen.

·         Nur ich kann genau das machen, wozu ich da bin.

·         Das Universum will etwas durch mich mitteilen. Der Grund des Universums ist auch mein Grund.

Samstag, 2. Mai 2009

Eine Geschichte


Immer wenn ich ein Thema für das Forum vorschlage, dann geschehen im Aussen Ereignisse, die damit zu tun haben. Hier möchte ich eine dieser Geschichten schildern, die mit meiner Berufung oder meinem Grund des Daseins zu tun haben. Gleichzeitig möchte ich damit aufmuntern, auf eigene Geschichten zu achten und diese symbolisch zu interpretieren.  

Ende März musste ich geschäftlich nach Vercelli, eine italienische Kleinstadt zwischen Milano und Torino. Bereits auf dem Weg zum Bahnhof Brugg sah ich, wie die Sonne genau auf die Bruderhaushöhle oberhalb Brugg schien und nirgends sonst. Diese Höhle stellt im Kraftortsystem Windisch unsere Geburt dar. Diese Reise begann also bereits mit meiner Geburt, auch wenn ich das im Moment noch nicht realisierte.

Am Bahnhof war dann mein Zug nach Zürich 13 Minuten zu spät. Dies ist zwar einerseits eine magische Zahl (siehe nächsten Artikel), aber anderseits würde ich damit mein Anschluss in Zürich verpassen.  

Zuerst bat ich das Personal im Bahnhof meinen Umsteigewunsch zu melden. Sie fanden aber, dass man in Zürich wisse, dass der Zug zu spät sei, aber ob der andere warte sei noch unklar. Auf dem Perron wartend fand ich dann: wieso passiert mir das immer wieder wenn ich irgendwo hin will? Ich geriet in eine Verzweiflung, nicht weil ich nicht spätere Züge hätte erreichen könnte, sondern weil ich kaum einen Schritt ins Ausland machen kann, ohne dass nicht irgendeine Geschichte passiert. Es war wohl die Verzweiflung meiner Seele, die schon x Mal etwas versucht hatte und es war nie gelungen. Und auch diesmal war alles mit Komplikationen verbunden…

Im Zug suchte ich dann den Kondukteur und bat ihn, meinen Umsteigewunsch zu melden. Damit er anrufen konnte, musste er mein Billet sehen und so erkannte er, dass ich auch für die SBB arbeite. Er erwähnte dies dann auch im Anruf an die Betriebsleitzentrale, worauf einer auf der anderen Seite fand, genau dies sei ein Grund um nicht zu warten, denn ich sei kein normaler Kunde. Mein Kondukteur fand dann aber, genau deshalb müsste doch der Zug warten und die beiden stritten sich, ob meine SBB-Dazugehörigkeit rechtfertigte, dass der andere Zug warte. Jedenfalls einigten sie sich dann auf 2 Minuten, was mir dank eines Spurtes genau reichte. Diese Episode symbolisierte meine komplizierte Geburt, bei der es genauso gut nicht hätte klappen können.

Zwischen Zürich und Milano war die Fahrt wunderbar. Es hatte in der Nacht oberhalb circa 500 m geschneit. Darunter war alles grün. Man sah also nur zwei Farben: grün und weiss. Eine wichtige Lebensaufgabe war der Wechsel von einem grünen zu einem weissen Herzen (dieses Thema wurde in anderen Foren beschrieben).

In Milano wurde am Bahnhof ausgerufen, alle Regionalzüge von Lombardia würden streiken. War meiner dabei? Zum Glück nicht, denn nach Vercelli fuhr ein Interregio. War dies ein weiterer Hinweis für meinen Lebensweg - Warnungen von Autoritäten, die sich aber als unzutreffend erweisen?

 

 
    
Wappen von Vercelli
 


Ich kam also rechtzeitig nach Vercelli. Dort bemerkte ich gleich, dass das Wappen von Vercelli ein umgekehrtes Schweizer Kreuz darstellte. Das Schweizer Wappen symbolisiert für mich einerseits die Heilung in dem das Materielle (rot) mit dem spirituellen (weiss) verbunden wird. In der keltischen Symbolik stellt das Wappen auch die Verbindung von Mann (weiss) und Frau (rot) dar. Zusammen bilden sie eine neue Einheit. Vercelli hatte nun die gleichen Farben, nur umgekehrt. Diese Verbindung geschah auf eine neue Art.

Als nächstes traf ich in Vercelli unerwartet auf eine grosse Synagoge. Der Davidstern entsteht aus der Verbindung von zwei Dreiecken, die dann zusammen eine neue Qualität aufweisen.
 

 

 
Synagoge von Vercelli. Foto: Jakob
 

 
Auch sah ich,  dass sich Vercelli die europäische Hauptstadt des Reises nennt. Reis bringe ich in Verbindung mit Hochzeiten, wobei dies auch symbolisch sein könnte im Sinne von einer Verbundenheit mit Allem.

Da ich der einzige Ausländer an der Veranstaltung war, hatte ich zuerst etwas Angst: Wie würde ich aufgenommen? Aber als ich dort ankam, wurde ich mit offenen Armen empfangen. Es war wunderbar. Die Veranstaltung selbst war aber sehr komisch, fast eine Parodie eines Kongresses. Zum Beispiel redeten alle, obwohl vorne einer am Sprechen war, eine Frau füllte gleich alle Evaluationsblätter für alle Teilnehmer selber aus, gewisse Leute klopften mit den Fingern auf die Pulte und sangen Lieder (alles während die Vorträge im Gang waren) usw… Diese Gruppe hatte zwar ganz andere Regeln, aber alle waren mit dem Herzen verbunden.

Später, zuhause, stellte ich fest, dass Vercelli genau auf der Fortsetzung einer Linie des Kraftortsystems Windisch war. Diese Stadt lag genau auf der Linie, die durch den Pilatus bei Luzern geht und im Moment die einzige Linie ist, von der ich das Thema noch nicht kenne. Ich recherchierte und entdeckte, dass Pilatus übersetzt Speerträger heisst, was mich an die Bedeutung meines eigenen Namens (Oertli kommt vom keltischen und heisst „Spitze des Speers“) erinnerte. Vercelli seinerseits soll übrigens nach einer römischen Göttin (die Schöne) oder auch aus dem keltischen (guter, auserwählter und schöner Ort) heissen. Vercelli könnte also etwas mit „ankommen“ zu tun haben.

 

 

 
Marktplatz von Vercelli. Foto: Jakob
 


Zusammenfassend hatte ich den Eindruck, dass diese Reise meinen Lebensweg oder den Grund meines Daseins symbolisch darstellte. Wahrscheinlich bin ich im Moment in Milano. Probleme werden ausgerufen, aber sie betreffen mich nicht und ich komme weiter. Bald werde ich in Vercelli sein, wo ich eine „Hoch-Zeit“ erlebe, die Dinge in einer neuen Gruppe oder Familie mit gänzlich neuen Eigenschaften neu zusammen gefügt werden.

Ich habe also jeden Grund mich zu freuen…

Und vielleicht ist die Linie durch den Pilatus die Linie der Lebenswege?

 
 

 
Weiteres Symbol von Vercelli: Diese Stadt liegt auf dem Weg der Franziskaner…
 

 

Die Zahl 13


Da die Zahl 13 bei uns in Verruf ist, möchte ich hier einige Alternativdarstellungen aufführen:


www.sphinx-suche.de: Ursprünglich ist 13 die Zahl der Vollkommenheit. Dreizehn mal 28 Tage beschliessen das Jahr in der mutterrechtlichen Mondjahrzählung. Die Dreizehn ist also älter als die Zwölf, die mit der patriarchalen Zeit an ihre Stelle trat, weshalb im Aberglauben die Zahl dreizehn meist als Unglückszahl, nur selten auch als Glückszahl aufgefasst wird.

Die Dreizehn ist eng mit der Drei verbunden. In Märchen, Mythen usw. erscheinen gelegentlich nicht drei, sondern 13 Gestalten. Bei genauerer Betrachtung sind es auch hier drei Gruppen: elf Gestalten für das Gute, eine für das Böse, die letzte als das Sinngebende.
Darin zeigt sich das Dreizehnte als das Unbewegliche im Ablauf und daher oft als ein Bild der Gottheit, entweder in ihrem dunklen oder in ihrem hellen Aspekt. Die Dreizehn ist Mittelpunkt und Ganzheit der Zwölf. Deshalb durchläuft der Adept auf seinem spirituellen Einweihungsweg zwölf Grade der Verwandlung, die oft durch zwölf Gewänder ausgedrückt werden. Das dreizehnte Gewand ist die höchste und definitive Stufe und stellt das erreichte mystische Ziel dar.