Montag, 1. Februar 2010

Wie geht es weiter?


Wir sind noch mitten im Winter - die Tage werden zwar länger, aber unmerklich und nach wie vor ist es kalt. Dennoch fragen wir uns in dieser Jahreszeit oft wie es wohl weitergeht. Was wird in diesem Jahr alles passieren? Muss ich mich irgendwie darauf vorbereiten? Und dabei beobachten wir, dass die Dinge nicht so richtig vorwärts gehen, obwohl schon ein ganzer Monat vorbei ist… Dies macht uns manchmal etwas ungeduldig. Zur Qualität dieser Zeit möchte ich deshalb ein Gespräch mit meiner spirituellen Helferin abdrucken:

Ich treffe meine Helferin wie immer auf einer Waldlichtung und frage:

 Wie geht es weiter?

Sie lacht, zeigt in alle Richtungen und dann nach oben und findet: „Frage dies nicht jetzt, jetzt geht es um Anderes. Jetzt geht es darum, dass dein Herz sich mit dem Herz des Universums verbindet. Der Rest folgt von alleine.“

Und wie verbinde ich mein Herz mit dem Herz des Universums?

„Du legst dich hin, du machst nichts, du lässt dein Herz sich öffnen, mache dies ganz bewusst, beobachte dann, wie es sich einen Weg zum Herz des Universums sucht. Versuche dann diese Verbindung immer wieder herzustellen, auch im Alltag, versuche dort so lang wie möglich deinen Geschäften nachzugehen, und diese Verbundenheit bewusst wahrzunehmen.“

 

 

 
In dieser Jahreszeit gibt es nichts zu tun; wir verbinden uns lediglich mit dem Herzen des Universums. Foto: Jakob
 

Aber gibt es nichts, was ich konkret in Angriff nehmen müsste? Oder Dinge, die ich für das kommende Jahr vorbereiten müsste?

„Nein. Das ergibt sich alles von alleine. Nochmals, diese Winterzeit dient dazu, dass du dich deiner Herzverbindung zum Universum bewusst wirst.“

 

 

 
Winter. Foto: Jakob
 

 Gibt es andere Dinge, die ich tun könnte, um diese Verbindung zu fördern?

„Nein. Es geht genau um Nicht-Tun. Einfach die Dinge sein lassen. Die Herzverbindung zulassen. Mehr nicht.“

 Aber könnte es nicht sein, dass ich später mich reuen werde, dass ich die Zeit nicht besser genutzt habe?

„Es gibt keine bessere Nutzung der Zeit als sich mit dem Herz des Universums zu verbinden. Die Dinge, die es im Aussen zu tun gibt, werden dann noch schnell genug klar.“

Was ist dieses Herz des Universums genau?

„Das Herz des Universums ist die Kraft, die uns zur Liebe zieht.“

 

 

Freitag, 1. Januar 2010

Schamanismus und Minarette, eine Heilungsgeschichte aus aktuellem Anlass


In einer Abstimmung Ende November hat die Schweiz einem Verfassungsartikel zugestimmt, welcher den Bau von Minaretten verbieten soll. Dies löste heftigste Reaktionen in der Bevölkerung im In- und Ausland aus und einige Parteien überboten sich im Nachgang mit Vorschlägen für weitere Verbote für Angehörige „anderer“ Religionen oder Volksgruppen. Da der Schamane immer seine aktuelle Umgebung genau beobachtet und darin seinen eigenen Weg beziehungsweise die Absicht des Universums sucht, sind auch diese Ereignisse sehr wichtig, sofern sie Gefühle, Schmerz oder Verzweiflung auslösen. Wenn nicht, dann kann man sich natürlich getrost Anderem widmen.

Bei mir haben sie aber heftige Gefühle, Verzweiflung und Schmerz verursacht und an diesem Fallbeispiel möchte ich zeigen, wie ich damit umgehe. Ich betone dabei, dass dies meine Geschichte ist und dass diese deshalb nicht verallgemeinert werden kann. Jeder Mensch hat seinen eigenen Weg – keiner ist besser oder schlechter als ein anderer.

Zur Erinnerung zwei Punkte:

1) Ein Vorgehen in vier Schritten: Auf unserem Weg bewährt sich ein Vorgehen in vier Schritten. Der erste Schritt zeigt einen Heilungsbedarf auf. Dieser wird durch eine der Empfindungen Schmerz, Wut, Sehnsucht oder Verzweiflung angezeigt. Im zweiten Schritt listen wir alle Möglichkeiten auf, die uns in den Sinn kommen, wieder auf den Weg zu gelangen. Hierzu gehört immer auch die Heilung von alten Wunden aus unserer Vergangenheit. Als dritten Schritt entscheiden wir mit dem Herzen, welche der Möglichkeiten wir umsetzen, und als vierten und letzten Schritt setzen wir genau das um, was unser Herz entschieden hat.

2) Innen und Aussen stehen in Wechselwirkung: Alles, was wir an Problemen in der Welt oder in unserer unmittelbaren Umgebung wahrnehmen, sind auch Probleme in unserem Inneren und umgekehrt. Dank dieser Wechselwirkung entdecken wir Themen der Heilung, die sonst untergehen würden.

Und, wie sieht das nun bei mir persönlich aus?

Erster Schritt: Ist es ein Thema? Bereits die Abstimmungskampagne löste bei mir Wut aus, jedes der Plakate mit den Minaretten in der Form von Raketen gab mir einen spürbaren Schmerz und ein Empfinden von Verzweiflung. Als ich das Resultat erführ, konnte ich es zuerst gar nicht fassen und danach stellte sich ein Gefühl von Hilflosigkeit ein. Zudem spürte ich Angst: Wie geht das weiter, was verbieten sie als nächstes und wie lange geht es, bis auch der Schamanismus verboten wird? Diese letzte Gefahr war für mich gerade aktuell, weil ich unmittelbar vorher erlebte wie fundamentalistische Christen die Reden von Chief Seattle, in denen er findet, man solle alle Tiere als Brüder und Schwestern betrachten, als „zu mystisch“ betrachteten. Wut lösten auch die Diskussionen im Nachgang aus, wo zusätzlich zu den Minaretten auch jüdische und moslemische Friedhöfe verboten werden sollen und wie Einschränkungen gegenüber bestimmten Bevölkerungsgruppen wie Grenzgänger oder Deutsche geplant wurden.

Das waren viele Empfindungen – es stehen also einige Themen an!

Zweiter Schritt: Möglichkeiten bestimmen. Hier einige Beispiele aus einer längeren Liste (solche Listen werden wertfrei und unabhängig davon erstellt, ob sie durchführbar sind oder nicht).

·         bei Protesten mitmachen

·         Petitionen unterschreiben

·         meine Meinung vermehrt kundtun

·         einen Forum Artikel zum Thema schreiben

·         die Hintergründe auf der Ebene der Aura und der Seele angehen

·         alte Wunden meinerseits heilen

·         nichts tun

Zusätzlich habe ich eine schamanische Reise dazu unternommen, ob noch weitere Möglichkeiten bestehen, die ich nicht beachtet habe. Diese Reise ergab unter anderem Folgendes:

·        Mich in meinem Alltag analysieren und schauen, wo ich selber intolerant gegenüber anderen bin und einzelne Bevölkerungsgruppen pauschal verurteile.

Dritter Schritt: Entscheiden. Mein Herz fand, ich solle alle hier aufgeführten Punkte umsetzen, ausser den Protesten.

Vierter Schritt: Umsetzen: Interessanterweise kam gleich danach eine Petition per Mail, ebenfalls hatte ich an einigen Orten Gelegenheit meine Meinung kundzutun und dies ist der Forumsartikel. Zu den anderen Punkten:

Hintergründe auf der Ebene der Aura und der Seele: Auf der Ebene der Aura war die ganze Abstimmungskampagne ein typisches Beispiel von Auraviren, die sich epidemisch ausbreiteten (auf dieses Phänomen bin ich im November Forum eingegangen). Dank dieser Vorlage habe ich nun zusätzlich entdeckt, dass es die gleichen Mechanismen auch auf der Ebene der Seele vorkommen; es existieren also auch Seelenviren oder Seelenparasiten. Dieses Thema und die entsprechenden Mechanismen werde ich in einer späteren Ausgabe des Forums beschreiben.

Alte Wunden: Ich unternahm einige schamanische Reisen zu den alten Wunden, welche diese Geschichte bei mir anregt. Auf einer eindrücklichen Reise wurde ich in die Zeit der Katharer versetzt und von den Kreuzrittern wegen meinem Glauben erdolcht und verbrannt. Heilen konnte ich dies, indem ich die Zeit, die zu diesem Tod führte, nochmals durchlebte, was mir mit schamanischen Reisen auch gelang (ob dies nun ein echtes vergangenes Leben ist oder ob diese Bilder lediglich symbolisch zu verstehen sind, sei dabei dahingestellt.) Weitere Reisen führten in Zeiten meines gegenwärtigen Lebens, bei denen ich selber Ausländer und Aussenseiter war oder mich als solcher fühlte.

Bevölkerungsgruppen, die ich pauschal verurteile: Eine ehrliche und peinliche Selbstanalyse zeigte, dass ich nicht nur Opfer sondern auch Täter bin: Es gibt eine lange Liste von Gruppen von Menschen, die ich als Ganzes verurteile. Hier einige Beispiele:  

·         hohe Manager

·         sehr reiche Menschen

·         Besitzer gefährlicher Hunde

·         SVP Mitglieder (der Partei also, welche die Initiative lancierte)

·         Menschen, die am Steuer telefonieren

·         religiöse Fundamentalisten

·         Mormonen

·         Jäger

·         in den USA: Republikaner

Insbesondere ein Beispiel hat mir die Augen geöffnet: Auf Indianerreservaten bauen die amerikanischen Mormone oft ihre Standardkirchen. Schon sehr häufig habe ich dagegen gewettert und mich geärgert, wie damit die indianische Kultur weiter untergraben wird. Wäre ich ein Indianer, hätte ich wahrscheinlich eine Vorlage zum Verbot von Mormonenkirchen auf Indianerreservaten unterstützt… Aber mit Verboten wäre auch da wohl nichts zu machen. Jede Gruppe muss aus eigener innerer Stärke zu sich stehen.

Ich muss also darauf achten, dass ich in jedem Fall den einzelnen Menschen wahrnehme und nicht die Gruppe, zu der er gehört. Ich weiss dies zwar – aber ich muss es vermehrt verinnerlichen. Das heisst, ich muss verstehen, wieso ich diese Gruppen verurteile und wie ich das ändern beziehungsweise heilen kann. Hierzu habe ich wieder schamanische Reisen zu den einzelnen Gruppen unternommen. Hier ein Beispiel meiner Reise zu Menschen, die am Steuer telefonieren:

Ich sehe viele Situationen in denen andere Macht über mich haben, z.B. Lehrer, Zollbeamte oder Polizisten und wie sie mich gefährden, weil ich befürchte, dass sie meine Situation nicht korrekt beurteilen werden weil sie nicht genau hinschauen und durch anderes abgelenkt sind. Ich bin in der schwächeren Situation und fühle mich ausgeliefert. Wie kann ich das nun heilen? Ich muss die Verzweiflung in diesen alten Situationen nochmals zulassen und gleichzeitig spüren wie die Absicht des Universums mich „bestrahlt“. Dadurch kann ich das Vertrauen gewinnen, dass ich solche Situationen überlebe, falls dies die Absicht des Universums ist. Ich sehe, dass ich nicht abhängig von anderen bin, sondern ich bin Teil eines übergeordneten „Spiels“. ich muss nichts weiter tun, als vertrauensvoll meinem Herzen nachzugehen und dann geschieht „das Richtige“, egal was es ist.

Dienstag, 1. Dezember 2009

Und nochmals die Absicht des Universums


Immer wieder spreche ich in diesem Forum von der Absicht des Universums beziehungsweise der göttlichen Absicht. Ich betone dabei eigene Wege und Herzentscheide als Möglichkeiten, diese Absicht zu erfüllen…

Aber, was ist genau mit dem „Universum“ beziehungsweise mit „Gott“ gemeint? Dies bedarf der Klärung, denn auch ein Selbstmordattentäter glaubt im Sinne der göttlichen Absicht zu handeln, überhaupt, jeder Fundamentalist jeder Religion glaubt dies. Und so wurden im Namen der göttlichen Absicht schon die ungeheuerlichsten Gräueltaten vollbracht und alle Täter waren überzeugt: Gott steht ihnen bei. Das Wort „Gott“ muss dabei nicht einmal verwendet werden, Diktatoren aller Art werden wie Götter angehimmelt und in dessen Namen wird Schreckliches vollbracht. Die Aussage allein: „Ich folge einer göttlichen Absicht“, kann also jeder bringen. Auch das Herz, auch eigene Wege werden oft zitiert, kommen in den Büchern und in den Aussagen von Religionen vor. Und das Resultat ist oft eine Katastrophe.

 Was meine ich also konkret, wenn ich solche Aussagen mache? Was macht der Schamane anders? Zuerst nochmals in aller Klarheit, was ich nicht meine: Es ist kein Gott, welcher komplizierte und widersprüchliche Aussagen zu machen braucht, die man Wort für Wort befolgen muss und dank derer alles gerechtfertigt werden kann. Es ist kein Gott, der einzelne Menschen wie Homosexuelle, Frauen, Kinder oder andere Rassen ausschliesst. Es ist kein Gott der Hexenverbrennungen oder körperliche Verstümmelung verlangt, als Beweis, dass man an ihn glaubt. Es ist keiner, der verehrt werden müsste, der über uns richtet und je nachdem, ob wir bestimmten Regeln folgen oder nicht und uns entsprechend bestraft oder belohnt. Es ist kein Gott, der sich überhaupt in menschliche Angelegenheiten einmischt. In anderen Worten, es ist kein materieller Gott. Gott hat uns nicht geschaffen, geschweige denn in seinem Abbild.

Sondern das Göttliche beziehungsweise das Universum ist eine übergeordnete Kraft oder ein „Feld“. Es ist für unsere Seelen etwa so wie die Erdanziehungskraft für unsere Körper ist. Es ist eine Kraft, die eine bestimmte Richtung hat, eine Richtung, die ich Liebe nenne. Lassen wir diese Richtung zu, dann helfen wir mit, dass das Universum oder das Göttliche und damit auch wir, Liebe werden.

Eine Richtung? Beginnen wir unten: In unserer materiellen Welt können wir in drei grundsätzlich unterschiedliche Richtungen bewegen: nach vorne, nach rechts und nach oben. In jeder dieser Richtungen kann man auch zurück, d.h. nach hinten, nach links und nach unten. Vorwärts und rückwärts sind aber für diese Betrachtung die gleiche Richtung oder Dimension. Diese drei Richtungen oder Dimensionen beschreiben unsere materielle Welt. Das ganze bewegt sich in der Zeit, welches eine grundsätzlich neue Richtung ist, wieder mit einem Vorwärts und einem Rückwärts. Dies ist die Welt der Aura. Schwieriger vorstellbar ist nun die nächste Richtung, die ich „Bewusstsein“ nenne, hier befindet sich die Seele und als Summe aller Seelen das Göttliche oder das Universum. Auch hier ist möglich bewusster beziehungsweise weniger bewusst  - analog dem vorne und hinten  - zu werden. Das Göttliche beziehungsweise das Universum ist also die Gesamtheit des Bewusstseins von allem und weil jede zusätzliche Richtung immer die vorhergehenden umfasst, heisst das, dass auch das Materielle und die Aura dazu gehören.

Nun ist das Göttliche aber nicht untätig oder unbeweglich, sondern hier besteht eine Kraft, welche das Ganze nochmals in eine Richtung zieht, eine Richtung, die ich Liebe nenne. Die Absicht des Göttlichen, des Universums ist also, sich dieser weiteren Kraft zu beugen, sie zuzulassen, damit eine gänzlich neue Qualität hinzukommt.

Ein paar Bilder hierzu: Wäre Gott eine Ebene, dann wäre die Liebe ein Baum, der in die Luft wächst. Oder wäre Gott das Meer, dann wäre die Liebe ein Delfin, der aus dem Wasser springt. Wenn wir alle unsere eigenen Wege gehen, dann bringt das die nötige Kraft, damit der Baum wachsen oder der Delfin springen kann. Es wird eine neue Qualität erschlossen. Die Qualität der Liebe.

Das Göttliche oder das Universum, das ich hier beschreibe ist also etwas ganz anderes als in den organisierten Religionen dargestellt wird. Die Gesetze der materiellen Welt, so die Evolution, die Physik usw. gelten alle. Das Göttliche ist übergeordnet, befindet sich auf der Ebene des Bewusstseins, ist nicht menschenähnlich, sondern eine Kraft, die in eine bestimmte Richtung zieht, in die Richtung der Liebe.



Die Absicht des Universums hat etwas mit einer neuen Richtung zu tun. Die Sonne scheint in eine Höhle aus Lava. Foto: Jakob


 
Wir sehen nicht genau, wohin die Absicht des Universums führt, doch erkennen wir die Richtung. Sonne auf dem Mount Shasta. Foto: Jakob
 

 

Montag, 2. November 2009

Rituale in der Pflege


Von der Zeitschrift 3fach, welche sich an das Personal und die Leitung von Pflegeheimen richtet, wurde ich gebeten, einen Artikel über Schamanismus und Rituale zu schreiben. Rituale sind nun nicht so mein Ding, aber nach einem Telefongespräch mit der Redaktorin, sagte ich dennoch zu. Hier ist, was dabei herausgekommen ist:

Oft werden Schamanen mit allerlei Ritualen in Verbindung gebracht. Wir sehen sie tanzen, Schwitzhütten besuchen, räuchern und dergleichen. Dies ist aber meist nur das, was an der Oberfläche geschieht. Im tiefsten Kern geht es um etwas gänzlich Anderes: Das Wesen des Schamanismus wird nämlich lediglich durch zwei Elemente gekennzeichnet:

1. Schamanen sind Menschen, die konsequent ihre eigenen Wege im Leben suchen und gehen. Dabei erfüllen sie die Absicht des Universums beziehungsweise des Göttlichen.

2. Als Unterstützung hierzu ändern sie mitunter ihre Wahrnehmung, um in einer anderen Wirklichkeit - einer Art Traumwelt - Hilfe zu erhalten.

Schamanen gehen davon aus, dass das Universum, das Göttliche, oder wie eine übergeordnete Kraft auch immer genannt wird, eine Absicht für jeden Menschen hat, oder eben einen eigenen Weg. Unser Herz kennt diesen Weg. Konsequentes Entscheiden mit dem Herzen – also nicht mit dem Kopf oder mit dem Bauch – lässt uns die Absicht des Universums erfüllen. Diese Absicht zu erkennen, beziehungsweise Herzentscheide zu fällen, ist aber eine schwierige Aufgabe, da wir von unseren Eltern, von der Gesellschaft oder von Institutionen geprägt worden sind, die ihre eigenen und nicht unsere Interessen verfolgen. Deshalb besteht die erste Aufgabe meist darin, sich selbst so weit zu heilen, dass die Absicht des Universums überhaupt erkannt werden kann.

Weil der eigene Weg ausserordentliche Herausforderungen mit sich bringt, können Schamanen als zusätzliche Unterstützung vorübergehend ihre Wahrnehmung ändern und die materielle Welt des Alltags verlassen, um in einer spirituellen Wahrnehmung Hinweise über konkrete Anliegen zu erhalten.

Diese beiden Elemente sind die Essenz des Schamanismus. Alles andere, was sichtbar mit Schamanismus in Verbindung gebracht wird, so auch Rituale, sind lediglich zusätzliche Hilfsmittel, welche entweder den eigenen Weg oder die Änderung der Wahrnehmung unterstützen.

Diese Erkenntnis ist äusserst wichtig, denn oft wird die Sache genau umgekehrt angegangen. Weil die Rituale sehr sichtbar und oft beeindruckend sind, besteht die konkrete Gefahr, dass sie von anderen Kulturen übernommen oder auch eigene entwickelt werden ohne auf die tiefere Essenz – eben der eigene Weg oder die Absicht des Universums – zu achten. Manchmal werden auch Rituale angewendet, um konkrete Ziele zu erreichen, von denen aber unklar ist, ob sie dem eigenen Weg entsprechen oder ob sie einem anderen Bedürfnis entspringen. Ich habe schon zu oft beobachtet, wie indianische Rituale eins-zu-eins mit pedantischer Beachtung aller Details übernommen werden, der eigene Weg dabei aber vergessen geht.

Rituale sind nun aber nicht falsch. Im Gegenteil: Mein Anliegen ist aber, dass man sich zuerst über seinen eigenen Weg und den damit verbundenen Themen Klarheit verschafft, bevor man Rituale anwendet. Das Ritual ist nicht die Essenz, es ist ein Hilfsmittel, mehr nicht.

Hat man nun dies erkannt, dann besteht eine grosse Freiheit in der konkreten Gestaltung des Rituals. Meines Erachtens wird das Ritual am besten selber entwickelt. Empfehlenswert ist, wenn man sich dabei Fragen stellt wie: Welche Handlungen könnten meinen Weg unterstützen? Welche Handlungen helfen, mein Herz zu öffnen? Schon alleine die Beschäftigung mit der Gestaltung eines Rituals zur Unterstützung des eigenen Weges hilft diesen finden. Es sind eigene Wege und deshalb eigene Rituale. Ich verzichte deshalb bewusst auf konkrete Vorschläge.

Aber geht das auch für einen Menschen, der pflegebedürftig ist? Für einen alten Menschen, der vielleicht nur noch wenige Jahre, Monate oder gar Tage zu leben hat? Für jemanden, der sich kaum mehr bewegen kann und für alles Hilfe benötigt? Ja – denn es ist nie zu spät und es gibt keine Situation, in der ein eigener Weg nicht gegangen werden könnte. Es gibt keine Lebensumstände, bei der das Universum oder das Göttliche keine Absicht für einen Menschen hätte. Die Kunst ist es also, auch diese Menschen zu motivieren, Gedanken zu solchen Themen zu machen und auch in ihren spezifischen und schwierigen Umständen nach der Absicht des Universums zu suchen.

Aber wie geht nun ein pflegender Mensch oder eine Heimleitung konkret vor? Es ist alles andere als einfach Menschen für ein solches Vorgehen zu motivieren. Mein Vorschlag deshalb: Man wendet diese Vorgehensweise zuerst auf sich selbst an. Wir stellen uns deshalb Fragen wie: Was hat ein konkreter Mensch mir zu sagen? Wieso bin ich mit ihm zusammen? Was hat das mit meinem Weg zu tun? Wie kann ich besser lernen, auf mein eigenes Herzen zu hören? Welche unterstützenden Rituale mache ich bei mir selbst? Der gesamte Aufwand, Rituale in der Pflege einzubringen, beginnt also zuerst bei uns selbst und der Umgebung wird noch nichts gesagt.

Gelingt dies – und so funktioniert das schamanische Weltbild – dann werden wir zusehends mit pflegebedürftigen Menschen in Kontakt kommen, die selbst offen sind für diese Vorgehensweise und die man dann auf ihren Wegen unterstützen kann – ob mit Ritualen oder sonst wie. Und so entsteht auf eine natürliche, ungezwungene Art eine Umgebung, in der alle Menschen, sowohl das Personal wie die Pflegebedürftigen auf eigene Wege, ihr Herz beziehungsweise auf die Absicht des Universums hören.

Vom umgekehrten Vorgehen rate ich ab, d.h. ich überlege mir nicht, welches Ritual wohl für einen anderen Menschen gut sein könnte. Denn woher will ich wirklich wissen, was die Absicht des Universums für einen anderen Menschen ist? Wir können wohl eine Struktur in den Tagesablauf bringen, aber das Ritual wird den tieferen Zweck oft verfehlen.

Also: Schamanen gehen ihren eigenen Weg und hören dabei auf ihr Herzen. Um pflegebedürftigen Menschen diesbezüglich am besten zu helfen, schlage ich vor, dass sich das Personal zuerst  und in erster Linie selbst die Frage nach dem eigenen Weg stellt. Auf diese Art und Weise kommen sie danach mit den richtigen Menschen zusammen, die ebenfalls für diese Thematik offen sind. Erst dann und in zweiter Linie, können Rituale geschaffen werden, welche bei allen Beteiligten die Absicht des Universums unterstützen.

Sonntag, 1. November 2009

Auraviren


Im letzten Forum habe ich in Zusammenhang mit der Schweinegrippe bereits das Thema von eigenen und fremden Gefühlen aufgegriffen. Ich möchte darauf aufbauen und den Begriff „Auravirus“ aufbringen und ein paar Worte dazu sagen:

Ein biologischer Virus ist genetische Information, welche andere Zellen missbraucht, um sich selber zu vermehren. Die befallene Zelle geht also nicht mehr den eigenen Aufgaben nach, sondern dient dem Virus und vermehrt stattdessen ihn. In der Regel versucht der Virus dabei, die Zelle möglichst lange am Leben zu erhalten, damit sie ihm auch lange dient.

Nun gibt es das gleiche Phänomen auch in der spirituellen Welt. Auraviren sind spirituelle Elemente, welche die Aura oder die Chakren von Menschen oder natürlich auch anderen Lebewesen befallen, so dass die Aura oder die Chakren nicht mehr ihre ursprünglichen Funktionen erfüllen und stattdessen den Auravirus vermehren.

Die Aura stellt uns selbst in der spirituellen Welt dar und die Chakren dienen unter anderem dazu, diese Aura aufzubauen. Letztere haben aber auch die Aufgabe, uns mit unserer Umgebung zu verbinden. Es ist hier eine Art unsichtbare Verbindung gemeint, etwas, was wir mit „die Chemie stimmt“ oder „Jemand hat eine gute Ausstrahlung“ bezeichnen. Auch Gefühle und Gedanken, die wir zu unserer Umgebung haben, werden von der Aura vermittelt.

Werden wir nun von Auraviren befallen, dann können wir zum Beispiel eben diese Verbindung nicht mehr richtig wahrnehmen, stattdessen, nehmen wir das wahr, was der Auravirus von uns will. Der Auravirus vermehrt sich dann in unserer Aura oder in unseren Chakren, so dass wir dann nicht mehr uns selbst, sondern den Auravirus darstellen. Wir werden dadurch ansteckend und der Auravirus überträgt sich von uns auf andere Menschen, welche dann ebenfalls befallen werden und den Auravirus vermehren.

Der Auravirus bringt uns dabei nicht um. Im Gegenteil, er versucht uns in der Regel lange am Leben zu erhalten, damit wir den Auravirus auch möglichst lange vermehren. Ein Beispiel: Ein Auravirus könnte zum Beispiel der Gedanke. „Reich werden ist erstrebenswert“ sein. Es ist möglich, dass dieser Gedanke tatsächlich unserem eigenen Weg entspricht, dann ist es kein Auravirus. Entspricht er aber nicht unserem eigenen Weg, dann ist er ein fremder Gedanke. Er kann uns aber trotzdem befallen und (wie bei biologischen Viren) je häufiger wir mit ihm in Kontakt kommen, desto grösser die Wahrscheinlichkeit, dass wir ihn nicht abwehren können und angesteckt werden. Sobald er sich in uns vermehren kann, beginnen wir unsere Handlungen nicht mehr nach unserem eigenen Weg sondern nach diesem Gedanken zu richten. Nach einer Weile beginnen wir den Gedanken selbst zu äussern entweder in Worten oder durch unsere Lebensweise. Dann hat der Auravirus sein Ziel erreicht und wir vermehren ihn und können dann wiederum andere Leute anstecken.

Sind wir nicht vom „Reich werden ist erstrebenswert“ Virus befallen, dann leuchtet dieses Beispiel ein und vielleicht finden wir es sogar banal. Sind wir hingegen angesteckt, dann sieht es anders aus: Auraviren, die wir bereits in uns haben, können wir kaum erkennen. Auraviren tarnen sich oft so, dass sie uns sagen, dass dieses Gefühl oder dieser Gedanke tatsächlich zu uns gehört. Wir sind dann vollständig überzeugt, dass wir es sind, die reich werden wollen.

 Wie bestimmen wir nun: Was ist fremd? Was gehört tatsächlich zu uns? Mein Vorschlag: Wir hinterfragen grundsätzlich alle Meinungen und heftigen Gefühle und suchen danach, ob diese von einem Virus sein könnten. Manchmal wird es so sein, manchmal nicht. Aber schon allein dadurch, dass wir skeptisch sind, Dinge hinterfragen, hilft unsere Aufmerksamkeit darauf zu lenken, dass sehr viele Gedanken und Gefühle nicht unsere eigenen sind. Und daneben geht es darum, sich immer bewusst zu sein, dass man mit dem Herzen entscheidet, beziehungsweise die Absicht des Universums erfüllt. Als Unterstützung empfehle ich auch schamanische Reisen. Man kann dort zum Beispiel die Frage stellen, von welchen unerkannten Auraviren wir noch befallen sind.

Übrigens, unsere Welt ist nach meinen Beobachtungen sehr stark von Auraviren durchtränkt und wir alle sind auf die eine oder andere Art davon befallen. Fernsehen, Internet und dergleichen sind ideale Verbreitungsmechanismen, wie auch Klatsch mit Bürokollegen oder Freunden. Auch Freizeitaktivitäten, Vereine, Parteien, Haustiere und vieles mehr können dazu dienen, solche Auraviren zu vermehren. Sind Eltern befallen, dann überträgt sich der Virus meist auch auf die Kinder.

Es lohnt sich, nach Auraviren zu suchen, die uns befallen. Suchen Sie dabei nicht nur nach den Viren selbst, sondern nach den Übertragungsmechanismen. Letzteres hilft, die Auraviren wieder los zu werden.

Dienstag, 1. September 2009

Schamanischer Umgang mit der Schweinegrippe


Die Schweinegrippe sei am Kommen, ein Grossteil der Bevölkerung könnte betroffen sein und im Bett liegen, man solle sich häufige die Hände waschen, Massenimpfungen seien geplant… dies die Meldungen, die wir tagtäglich in den Zeitungen lesen. Wie gehen wir mit einer solchen Krankheitsbedrohung um? Was tut der Schamane in einem solchen Fall?

Der Grundsatz der Heilung sei zuerst wiederholt: Wir lassen die Schmerzen, die Gefühle, die Verzweiflung zu und entscheiden konsequent mit dem Herzen. Ein Vorgehen in vier Schritten bewährt sich: Der erste Schritt zeigt einen Heilungsbedarf auf. Dieser wird durch einer der Empfindungen Schmerz, Wut, Sehnsucht oder Verzweiflung angezeigt. Im zweiten Schritt listen wir alle Möglichkeiten auf, die uns in den Sinn kommen, um wieder auf den Weg zu gelangen. Als dritten Schritt entscheiden wir mit dem Herzen, welche der Möglichkeiten wir umsetzen, und als vierten und letzten Schritt setzen wir genau das um, was unser Herz entschieden hat.

Nun können betreffend der Schweinegrippe diverse Empfindungen sowohl im Vorfeld wie während der Grippe aufkommen, welche uns Erkenntnisse für die eigene Heilung geben. Jede Empfindung, welche die Grippe auslöst, hat mit uns und unserem Weg zu tun. Nachfolgend möchte ich beispielhaft einige mögliche Punkte aufführen.

Ich gehe für diese Betrachtung davon aus, dass unsere eigene Heilung - wie vorhin erwähnt (neben anderem natürlich) - viel mit dem Zulassen der Gefühle zu tun hat. Dieses Zulassen der Gefühle ist notwendig, weil wir im Verlauf unseres Lebens oft fremde Gefühle übernehmen – die aber nichts mit uns oder unserem Weg zu tun haben. Diese fremden Gefühle bringen uns in Situationen die meist anderen dienen und nicht uns. Nicht zugelassen (d.h. gereinigt von diesen Gefühlen) können sie körperliche Beschwerden hervorrufen.

In meinen Augen bestehen auch viele Analogien zwischen fremden Gefühlen und Viren. Selbstverständlich bestehen weitere Ebenen. Auch möchte ich betonen, dass dies meine Betrachtung ist und nur als Beispiel gelten soll. Jeder Mensche hat einen anderen Weg, hat andere Themen und deshalb lässt sich solches nicht eins-zu-eins übertragen. Manchmal schon, manchmal aber auch nicht. Jede Leserin, jeder Leser ist aufgefordert, selbst darüber nachzudenken.

(Mehr über diese Mechanismen der Heilung finden Sie in meinem Buch: Schamanisches Heilbuch).

Nun, also, einige Gedanken zu einzelnen Themen rund um die Schweinegrippe:

Die Schweinegrippe ist ein ansteckender Virus: Viren sind genetisches Material, welches Zellen dazu bringt, statt die eigene Funktionen auszuführen, neue Viren zu produzieren. Die Zelle wird also für die Zwecke des Virus missbraucht. Bei Gefühlen ist es oft auch so: Andere Menschen lassen ihre Gefühle an uns aus und infizieren uns in der Folge damit. Wir sind so angesteckt und geben nun selbst diese Gefühle weiter. Es sind aber nicht unsere Gefühle, sondern übernommene Gefühle. Wir vermehren also die Gefühle anderer. Die Schweinegrippe fordert mich deshalb auf, eigene von fremden Gefühlen zu unterscheiden.

Im Vorfeld zur Pandemie wird Panik verbreitet: Dies geht ins gleiche Kapitel wie der vorhergehende Punkt. Die Panik breitet sich genau so aus, wie der Virus selbst. Die Panik vermehrt sich in Menschen und Medien. Zum Beispiel werden Zeitungen von der Panik infiziert und die Panik missbraucht die Zeitung für die eigenen Zwecke. Statt dem eigenen Weg zu folgen (wahrscheinlich sachliche Information aufzuarbeiten, Dinge zu hinterfragen) verbreiten die Zeitungen stattdessen die Panik.

Die Information um den Virus herum gleicht also dem Virus selbst. Wieder kann ich fragen, wo passiert mir das auch? Wo vermehre ich eine Information, welche nicht meine eigene ist? Auch muss ich wissen, dass Zeitung lesen oder den Behörden zuhören genau so gefährlich ist, wie sich neben einem an Schweinegrippe Erkrankten aufzuhalten.

Schutzmaske tragen: Die Behörden empfehlen das Tragen einer Schutzmaske, wenn man vom Virus infiziert ist. Übertragen heisst dies, man solle seine Gefühle zwar zulassen aber nicht an anderen auslassen. Die Umgebung, die anderen Menschen, müssen nichts von diesen Gefühlen erfahren. Es sind unsere eigenen Gefühle. Lässt man sie an den anderen Menschen aus, so steckt man diese mit eigenen Wunden an. Respektiert man hingegen andere Menschen, lässt man die eigenen Gefühle bei sich. Sie sind wichtig, man muss sie zulassen, aber die betroffenen Personen müssen nichts davon wissen. Ich kann mich also fragen: Wo lasse ich noch Gefühle an anderen Menschen aus?

Händewaschen: Überall in der Umgebung hat es ansteckende fremde Gefühle. Wir müssen diese erkennen und ständig immer wieder abwaschen – und zwar gründlich. Dies heisst, man müsste sich immer wieder Zeit nehmen zu spüren und zuzulassen, was nun an fremden Gefühlen aufgekommen ist. Ich frage mich: Reinige ich mich gründlich von fremden Gefühlen?
 
Es sind auch Menschen ansteckend die scheinbar gesund sind: Bei vielen Menschen läuft die Schweinegrippe sehr mild ab. Diese Menschen sind aber trotzdem ansteckend. Entsprechend können wir auch ansteckende, fremde Gefühle übernehmen, von scheinbar mild aussehenden Menschen. Das eigene Innehalten muss konsequent gemacht werden, auch dann wenn auf den ersten Blick kein Anlass dazu vorhanden ist.

Umgang mit der Schweinegrippe: Eine schamanische Reise

In Ergänzung zu den oben erwähnten Überlegungen, beschloss ich eine schamanische Reise zur Schweinegrippe zu machen. Meiner spirituellen Helferin stellte ich die Fragen: „Wie gehe ich mit der Schweinegrippe um“ und „Was kann ich von der Schweinegrippe erkennen“:

Umgang mit Schweinegrippe: Ich treffen meine spirituelle Helferin wie üblich in einer Waldlichtung. Nachdem ich meine Frage gestellt habe, rennen von allen Seiten des Waldes junge Ferkel auf mich zu. Bald stehe ich in einem Meer von Ferkeln. Alle schreien in diesem schmerzerfüllten Klang, den man auch in grösseren Schweineställen hört. Der Schmerz der Schreie geht durch meinen ganzen Körper. Alle Ferkel rennen nervös herum, stossen dauernd in mich und in einander.

Ich suche meine spirituelle Helferin:  Sie steht am Rande der Waldlichtung und beobachtet alles. Etwas verzweifelt schaue ich sie an. Was soll ich damit? Sie lässt mich eine Weile stehen, dann ist sie plötzlich neben mir und nimmt mich an der Hand.

Zusammen fliegen wir und schauen uns die Erde von Aussen an. Statt Kontinente sehe ich aber wieder Ferkel, die aneinander stossen und schreien. Ab und zu stossen zwei Ferkel zu heftig gegeneinander und verpuffen dann in einem schwarzen Rauch.

Dann zeigt meine Helferin auf mich. Ich sehe also mich selbst, wie ich mir gegenüber stehe. In meiner Magengegend hat es einen Futtertrog und unzählige Ferkel kämpfen um das Futter dort. Die Ferkel verwandeln sich danach in Menschen, die ich kenne, sowohl von heute wie auch von früher. Sie haben Trinkhalme und saugen an meinem Magen.

Meine Helferin fordert mich nun dazu auf, einen um den anderen Herauszunehmen, und ihm bestimmt aber höflich zu sagen: „Hier darfst du nicht mehr trinken!“ Dies löst bei mir aber heftige Gefühle aus: Angst, dass diese Menschen verhungern, angst, dass sie wütend sind, ein schlechtes Gewissen, weil dies doch meine Aufgabe ist, und vieles mehr. Doch fordert meine Helferin mich dazu auf, fortzufahren.

Gewisse Menschen überhäufen mich mit Vorwürfen: Sie hätten doch soviel für mich getan, das sei doch unverständlich, was soll das alles…

Doch fordert meine Helferin mich nach wie vor dazu auf, weiter zu fahren und alle Gefühle, die dabei aufkommen, zuzulassen.

Mögliche Interpretation. Ich werde von Menschen belagert, die selber in Not sind. Aber auch wenn sie das sind, darf ich nicht zulassen, dass sie sich von mir ernähren. Dass dies überhaupt möglich ist, liegt daran, dass auch schon früher Menschen mich als Nahrungsquelle verwendet haben.
 
Was kann ich von der Schweinegrippe erkennen? Meine Helferin sagt mir in Worten: Bis diese Wunde geheilt ist, musst du sorgfältig überprüfen, was du zu dir hineinlässt und was nicht. Sei besonders sorgfältig mit den Gefühlen von anderen – lasse sie nicht in dich hinein. Dazu musst du immer sehr bewusst sein über das, was in deiner Umgebung läuft.

Samstag, 1. August 2009

Die Absicht des Universums


Schamanen sprechen oft von der Erfüllung der Absicht des Universums oder davon den eigenen Weg zu gehen, dem Herzen oder dem Göttlichen zu folgen. Unter all diesen Begriffen wird jeweils das genau gleiche verstanden. Gleichzeitig werden sie jedoch oft missverstanden. Es lohnt sich deshalb, immer wieder vor Augen zu führen, was wir genau darunter verstehen. Was ist also die Absicht des Universums und was nicht?

Schamanen anerkennen, dass es eine übergeordnete Kraft oder ein umfassendes Bewusstsein gibt, etwas also, welches das gesamte Universum umfasst. Unter Universum wird dabei nicht nur eine Ansammlung von Galaxien, Sternen oder Planeten verstanden, sondern zusätzlich die Summe aller darin vorhandenen Auras und Seelen.  Diese Gesamtheit hat ein Bewusstsein, mehr noch, sie hat eine konkrete Absicht. Diese Absicht ist es (vermutlich, denn so genau können wir Solches nicht wissen) Liebe zu werden. Das heisst wiederum, diese Gesamtheit ist jetzt noch nicht Liebe, oder zumindest noch nicht vollständig Liebe. Das Universum möchte also einen Entwicklungsprozess durchmachen, um dabei ausnahmslos Liebe zu werden.

Wir Menschen und selbstverständlich auch alle anderen Wesen können nun diesen Prozess des Universums unterstützen. Dies ist möglich, indem wir auf unser Herzen hören und konsequent sämtliche Entscheidungen mit diesem fällen. In diesem Sinne geben wir unseren freien Willen beziehungsweise unsere eigenen Ziele und Wünsche auf und stellen uns der Absicht des Universums oder dem Göttlichen zur Verfügung. Unseren freien Willen verwenden wir dabei, um immer wieder zu entscheiden, die Absicht des Universums auch wirklich zuzulassen.

Der Gegensatz dazu sind Entscheidungen, welche von unserem Ego oder unseren Verwundungen motiviert sind. Hier geht es darum, eigene Sehnsüchte, Wünsche oder dergleichen zu befriedigen. Hier setzen wir uns Ziele und fällen unsere Entscheidungen nach äusseren Kriterien wie Geld oder Komfort.

Die Absicht des Universums verfolgen heisst aber anders herum nicht, dass man ein unbequemes Leben in Armut wählt, sondern es kommt, was eben kommt. Wir gehen unser Weg und sind entweder arm oder reich oder es ist bequem oder unbequem. Dies spielt keine Rolle, einziges Kriterium ist die Absicht des Universums.

Aber wie unterscheiden wir? Als Erstes braucht es eine bewusste Entscheidung, tatsächlich der Absicht des Universums zu folgen. Um jede Entscheidung mit dem Herzen zu fällen, braucht es danach ein gutes Unterscheidungsvermögen von Kopf-, Bauch- und Herzentscheiden und ein geheiltes Herzen. Dies zu erzielen ist dann auch eine Hauptaufgabe des Schamanen (vgl. Schamanisches Heilbuch für detaillierte Anleitungen). Das heisst, wir werden oft zu Beginn eine Zeitlang nicht perfekt auf unser Herzen hören können. Dies macht aber nichts, denn mit dieser Motivation wird jede Situation zu unserer Heilung beitragen und wir lernen stetig besser auf unser Herzen zu hören.

Es geht also hauptsächlich darum, dass wir uns bewusst sind, dass es eine Absicht des Universums gibt und dass jeder einzelne von uns dazu beitragen kann. Wissen wir nicht weiter, ist es im Zweifelsfalle auch sehr hilfreich, direkt darum zu bitten, dass die Absicht des Universums uns unterstützt. Diese Hilfe kommt dann meistens in Form von Zeichen oder Situationen, die uns den weiteren Weg zeigen.

Hilfreich ist es auch, wenn wir uns die typischen Merkmale der Absicht des Universums und im Gegensatz dazu, die des Egos vor Augen führen. Hier eine Auswahl:

 

Die Absicht des Universums:

·         Anerkennt eine übergeordnete Kraft oder Bewusstsein. Wir beugen uns dieser Absicht. Ob dabei konkrete Wünsche erfüllt oder Ziele erreicht werden ist nicht relevant.

·         Einziges Entscheidungskriterium ist, ob das Herz ja oder nein zu etwas sagt.

·         Dabei ist es oft unklar, wozu bestimmte Entscheidungen oder Ereignisse gut sind. Wir akzeptieren also, dass nicht wir sondern eben das Übergeordnete den Überblick hat. Ereignisse sind also nie gut oder schlecht, sondern unterstützen unseren Weg.

·         Es ist zum Voraus nicht bestimmbar, wohin konkret unser Weg führen wird.

 

Der Weg des Egos:

·         In der Regel werden konkrete Ziele anvisiert und Wünsche oder Sehnsüchte erfüllt. Eine übergeordnete Kraft wird zwar durchaus oft auch anerkannt, aber meist dazu verwendet, die eigenen Ziele zu erreichen.

·         Als Entscheidungskriterium wird der Nutzen betreffend der Erreichung von Zielen oder der Erfüllung von Wünschen verwendet. Oft sind Entscheidungskriterien also Dinge wie Geld oder Komfort.

·         Die Ereignisse werden bewertet. Sie sind also in der Regel gut oder schlecht.

·         Oft wird ein konkreter Weg zu einem Ziel skizziert, d.h. wir machen beispielsweise eine bestimmte Ausbildung, eine Karriere oder dergleichen, um etwas Konkretes zu erreichen.

Dies war ein Versuch die beiden Wege zu beschreiben. Dabei sind Worte oft ungenügend oder verwirrend, um die Unterschiede exakt darzustellen.