Samstag, 9. Mai 2009

Berufung oder die Absicht des Universums


Aus einer schamanischen Sicht, hat jeder Mensch einen Grund, wieso er auf Erden ist. Der Grund ist das Erfüllen der Absicht des Universums, des Göttlichen, oder wie auch immer man eine übergeordnete Kraft nennen möchte. Man erfüllt diese Absicht, indem man sämtliche Entscheidungen mit dem Herzen fällt. Das heisst, es geht darum, das eigene Leben in Einklang mit der Absicht des Universums zu bringen. Es geht also nicht um uns, im Sinne von unserem Ego, sondern um etwas Übergeordnetes. Wollen wir herausfinden, wieso wir da sind, müssen wir demnach beim Universum beginnen und nicht bei uns.

Was heisst das konkret? Das heisst wir fragen nicht: Was will ich? Was soll ich mit meinem Leben anfangen? Was sind meine Ziele oder  Ambitionen für meine Zukunft? Sondern wir fragen: Wie kann ich die Absicht des Universums erfüllen? Wie kann ich mithelfen, dass das übergeordnete Ziel erreicht werden kann? Es geht also nicht um den eigenen Komfort, um Geld, Erfolg und Ähnliches, sondern um unseren wahren Ursprung, unsere wahre Identität und die Bedeutung unseres eigenen Weges.

Bei der Suche nach der eigenen Berufung geht es also hauptsächlich um eine Einstellung. Sind wir bereit unser Leben im Sinne des Universums zu leben? Es geht also nicht um hier und jetzt sondern um immer und überall. Wir gehen Schritt um Schritt dem Herzen nach und alles, was dabei herauskommt entspricht unserer Berufung.

Oft möchten wir die Dinge jedoch etwas konkreter wissen. Hierzu mögen folgende Gedankenanstösse helfen:

·         Wir sind nicht zufällig so wie wir sind. Alles an uns, inklusive unsere Geschichte, unsere Persönlichkeit und unser Aussehen haben mit unserer Berufung zu tun.

·         Alles, was jetzt gerade in unserem Umfeld passiert, hat mit unserer Berufung zu tun. Akzeptieren wir dies, dann gelangen wir zu neuen Hinweisen betreffend unserer Berufung.

·         Wir kommen der Berufung näher, wenn wir gewissermassen ein freundschaftliches Verhältnis mit dem Universum und den entstandenen Gegebenheit eingehen.

·         Wir leben unsere Berufung in allen Teilen unseres Lebens. Nichts ist davon ausgeschlossen.

·         Es ist nie zu spät, mit der Suche nach der Berufung zu beginnen.

·         Nur ich kann genau das machen, wozu ich da bin.

·         Das Universum will etwas durch mich mitteilen. Der Grund des Universums ist auch mein Grund.

Samstag, 2. Mai 2009

Eine Geschichte


Immer wenn ich ein Thema für das Forum vorschlage, dann geschehen im Aussen Ereignisse, die damit zu tun haben. Hier möchte ich eine dieser Geschichten schildern, die mit meiner Berufung oder meinem Grund des Daseins zu tun haben. Gleichzeitig möchte ich damit aufmuntern, auf eigene Geschichten zu achten und diese symbolisch zu interpretieren.  

Ende März musste ich geschäftlich nach Vercelli, eine italienische Kleinstadt zwischen Milano und Torino. Bereits auf dem Weg zum Bahnhof Brugg sah ich, wie die Sonne genau auf die Bruderhaushöhle oberhalb Brugg schien und nirgends sonst. Diese Höhle stellt im Kraftortsystem Windisch unsere Geburt dar. Diese Reise begann also bereits mit meiner Geburt, auch wenn ich das im Moment noch nicht realisierte.

Am Bahnhof war dann mein Zug nach Zürich 13 Minuten zu spät. Dies ist zwar einerseits eine magische Zahl (siehe nächsten Artikel), aber anderseits würde ich damit mein Anschluss in Zürich verpassen.  

Zuerst bat ich das Personal im Bahnhof meinen Umsteigewunsch zu melden. Sie fanden aber, dass man in Zürich wisse, dass der Zug zu spät sei, aber ob der andere warte sei noch unklar. Auf dem Perron wartend fand ich dann: wieso passiert mir das immer wieder wenn ich irgendwo hin will? Ich geriet in eine Verzweiflung, nicht weil ich nicht spätere Züge hätte erreichen könnte, sondern weil ich kaum einen Schritt ins Ausland machen kann, ohne dass nicht irgendeine Geschichte passiert. Es war wohl die Verzweiflung meiner Seele, die schon x Mal etwas versucht hatte und es war nie gelungen. Und auch diesmal war alles mit Komplikationen verbunden…

Im Zug suchte ich dann den Kondukteur und bat ihn, meinen Umsteigewunsch zu melden. Damit er anrufen konnte, musste er mein Billet sehen und so erkannte er, dass ich auch für die SBB arbeite. Er erwähnte dies dann auch im Anruf an die Betriebsleitzentrale, worauf einer auf der anderen Seite fand, genau dies sei ein Grund um nicht zu warten, denn ich sei kein normaler Kunde. Mein Kondukteur fand dann aber, genau deshalb müsste doch der Zug warten und die beiden stritten sich, ob meine SBB-Dazugehörigkeit rechtfertigte, dass der andere Zug warte. Jedenfalls einigten sie sich dann auf 2 Minuten, was mir dank eines Spurtes genau reichte. Diese Episode symbolisierte meine komplizierte Geburt, bei der es genauso gut nicht hätte klappen können.

Zwischen Zürich und Milano war die Fahrt wunderbar. Es hatte in der Nacht oberhalb circa 500 m geschneit. Darunter war alles grün. Man sah also nur zwei Farben: grün und weiss. Eine wichtige Lebensaufgabe war der Wechsel von einem grünen zu einem weissen Herzen (dieses Thema wurde in anderen Foren beschrieben).

In Milano wurde am Bahnhof ausgerufen, alle Regionalzüge von Lombardia würden streiken. War meiner dabei? Zum Glück nicht, denn nach Vercelli fuhr ein Interregio. War dies ein weiterer Hinweis für meinen Lebensweg - Warnungen von Autoritäten, die sich aber als unzutreffend erweisen?

 

 
    
Wappen von Vercelli
 


Ich kam also rechtzeitig nach Vercelli. Dort bemerkte ich gleich, dass das Wappen von Vercelli ein umgekehrtes Schweizer Kreuz darstellte. Das Schweizer Wappen symbolisiert für mich einerseits die Heilung in dem das Materielle (rot) mit dem spirituellen (weiss) verbunden wird. In der keltischen Symbolik stellt das Wappen auch die Verbindung von Mann (weiss) und Frau (rot) dar. Zusammen bilden sie eine neue Einheit. Vercelli hatte nun die gleichen Farben, nur umgekehrt. Diese Verbindung geschah auf eine neue Art.

Als nächstes traf ich in Vercelli unerwartet auf eine grosse Synagoge. Der Davidstern entsteht aus der Verbindung von zwei Dreiecken, die dann zusammen eine neue Qualität aufweisen.
 

 

 
Synagoge von Vercelli. Foto: Jakob
 

 
Auch sah ich,  dass sich Vercelli die europäische Hauptstadt des Reises nennt. Reis bringe ich in Verbindung mit Hochzeiten, wobei dies auch symbolisch sein könnte im Sinne von einer Verbundenheit mit Allem.

Da ich der einzige Ausländer an der Veranstaltung war, hatte ich zuerst etwas Angst: Wie würde ich aufgenommen? Aber als ich dort ankam, wurde ich mit offenen Armen empfangen. Es war wunderbar. Die Veranstaltung selbst war aber sehr komisch, fast eine Parodie eines Kongresses. Zum Beispiel redeten alle, obwohl vorne einer am Sprechen war, eine Frau füllte gleich alle Evaluationsblätter für alle Teilnehmer selber aus, gewisse Leute klopften mit den Fingern auf die Pulte und sangen Lieder (alles während die Vorträge im Gang waren) usw… Diese Gruppe hatte zwar ganz andere Regeln, aber alle waren mit dem Herzen verbunden.

Später, zuhause, stellte ich fest, dass Vercelli genau auf der Fortsetzung einer Linie des Kraftortsystems Windisch war. Diese Stadt lag genau auf der Linie, die durch den Pilatus bei Luzern geht und im Moment die einzige Linie ist, von der ich das Thema noch nicht kenne. Ich recherchierte und entdeckte, dass Pilatus übersetzt Speerträger heisst, was mich an die Bedeutung meines eigenen Namens (Oertli kommt vom keltischen und heisst „Spitze des Speers“) erinnerte. Vercelli seinerseits soll übrigens nach einer römischen Göttin (die Schöne) oder auch aus dem keltischen (guter, auserwählter und schöner Ort) heissen. Vercelli könnte also etwas mit „ankommen“ zu tun haben.

 

 

 
Marktplatz von Vercelli. Foto: Jakob
 


Zusammenfassend hatte ich den Eindruck, dass diese Reise meinen Lebensweg oder den Grund meines Daseins symbolisch darstellte. Wahrscheinlich bin ich im Moment in Milano. Probleme werden ausgerufen, aber sie betreffen mich nicht und ich komme weiter. Bald werde ich in Vercelli sein, wo ich eine „Hoch-Zeit“ erlebe, die Dinge in einer neuen Gruppe oder Familie mit gänzlich neuen Eigenschaften neu zusammen gefügt werden.

Ich habe also jeden Grund mich zu freuen…

Und vielleicht ist die Linie durch den Pilatus die Linie der Lebenswege?

 
 

 
Weiteres Symbol von Vercelli: Diese Stadt liegt auf dem Weg der Franziskaner…
 

 

Die Zahl 13


Da die Zahl 13 bei uns in Verruf ist, möchte ich hier einige Alternativdarstellungen aufführen:


www.sphinx-suche.de: Ursprünglich ist 13 die Zahl der Vollkommenheit. Dreizehn mal 28 Tage beschliessen das Jahr in der mutterrechtlichen Mondjahrzählung. Die Dreizehn ist also älter als die Zwölf, die mit der patriarchalen Zeit an ihre Stelle trat, weshalb im Aberglauben die Zahl dreizehn meist als Unglückszahl, nur selten auch als Glückszahl aufgefasst wird.

Die Dreizehn ist eng mit der Drei verbunden. In Märchen, Mythen usw. erscheinen gelegentlich nicht drei, sondern 13 Gestalten. Bei genauerer Betrachtung sind es auch hier drei Gruppen: elf Gestalten für das Gute, eine für das Böse, die letzte als das Sinngebende.
Darin zeigt sich das Dreizehnte als das Unbewegliche im Ablauf und daher oft als ein Bild der Gottheit, entweder in ihrem dunklen oder in ihrem hellen Aspekt. Die Dreizehn ist Mittelpunkt und Ganzheit der Zwölf. Deshalb durchläuft der Adept auf seinem spirituellen Einweihungsweg zwölf Grade der Verwandlung, die oft durch zwölf Gewänder ausgedrückt werden. Das dreizehnte Gewand ist die höchste und definitive Stufe und stellt das erreichte mystische Ziel dar.

Mittwoch, 1. April 2009

Die Seele


Im schamanischen Heilbuch schrieb ich folgendes: „Die Seele ist das „Belebende“. Sie verleiht unserem Körper und unserer Aura Leben. „Unsere“ Seele ist ein Teil einer Gesamtseele, die alle Körper und Auren anregt oder – anders ausgedrückt – mit ihnen in Resonanz tritt. Vergleichen wir dies zum besseren Verständnis mit der Sonne und wie sie die Erde bescheint. In dieser Analogie stellt die Sonne die Gesamtseele dar, welche alles auf Erden bescheint, also jeden Menschen, jedes Tier, jede Pflanze, jeden Stein, jeden Gegenstand. Dank der Sonne wird alles sichtbar, genauso wie die Gesamtseele alles belebt. Es ist immer die gleiche Sonne, auch wenn verschiedene Strahlen die einzelnen Gegenstände treffen. Genauso wird jeder Mensch, jedes Tier und jeder Gegenstand von anderen Teilen der Gesamtseele belebt, obwohl es immer die gleiche Gesamtseele ist. So wird auch jeder Mensch von einem anderen Seelenstrahl belebt, doch stammt alles von der gleichen Gesamtseele. Wir werden demnach alle von der gleichen Einheit belebt.

Aus schamanischer Sicht hat die Seele, das Belebende also, die Absicht, sich in Richtung Liebe zu bewegen. Dies bedeutet – und das ist das entscheidende Element der schamanischen Philosophie -, dass die Seele noch nicht Liebe ist. Damit sie es jedoch werden kann, ist Bewegung notwendig – ein Weg der begangen werden muss. Der Schamane beugt sich dieser Absicht und geht deshalb den Weg der Liebe.“

Seither habe ich weitere Erkenntnisse dazu gewonnen. Diese entsprechend vielleicht nicht der üblichen Sichtweise, doch um die Diskussion zu beleben, stelle ich sie hier dar:

Es ist nicht wir, welche eine Seele haben, sondern die Seele ist übergeordnet und hat gewissermassen uns. Die Seele ist auch nicht an einen bestimmten Körper gebunden, sondern sie ist einfach und wir (als Körper und Aura) können uns dazu entscheiden, uns von einer bestimmten Seele „bescheinen zu lassen“. Am besten wählen wir natürlich einen Seelenstrahl, der eine Schwingung oder Resonanz mit uns aufweist. Dort können wir der Absicht der Seele am besten nachkommen. Es ist aber mit unserem freien Willen möglich, diesen Seelenstrahl zu verlassen oder in einen anderen, unbesetzten zu „stehen“. Gehen wir unserem Herzen nach, dann stehen wir in „unserem“ Seelenstrahl. Dann erfüllen wir die Absicht des Universums oder leben unsere Berufung. Gehen wir nicht dem Herzen nach, dann lassen wir uns von einem anderen Seelenstrahl beleben. Beides ist mit unserem freien Willen möglich. Die Kunst ist es nun, den zu uns passenden Seelenstrahl zu erkennen und uns von diesem beleben zu lassen.

Montag, 2. Februar 2009

Kraftortsystem Windisch: Wo geht die Linie des Herzens durch?


Vor sicher 15 Jahren besuchte ich einen Vortrag über die Verkehrsgeschichte von Windisch. Der Vortragende zeigte eine alte Karte von Windisch, auf der eine gerade Reihe von fünf „Findlingen“ direkt auf das Amphitheater von Windisch zu führten. Von England, dem Südwesten der USA und anderen Orten wusste ich, dass Kraftorte oft in geraden Linien angeordnet sind, welche z.B. in England „Ley Lines“ genannt werden. Gab es in Windisch auch so etwas? Waren diese Findlinge vielleicht Menhire, die auf etwas Umfassenderes  hinwiesen?


  Die beiden Linien des Herzens: Rot: durch die fünf Findlinge oder wahrscheinliche Menhire von Windisch. Blau: Linie durch den Richtplatz und das Lotharreservat Richtung Jaun und Aigle. Die Linien sind auf der Siegfriedkarte (1878) dargestellt auf der die alte Menhirreihe noch ersichtlich ist.
 

 

Aus diesen Fragen entstand nach und nach das Kraftortsystem Windisch. Ich entdeckte, dass sich viele solche Linien sich im römischen Amphitheater von Windisch treffen und jede eine andere Qualität oder ein anderes Thema darstellt. Einige dieser Themen sowie Karten des Systems habe ich in diesem Forum im Sommer 2007 dargestellt.

Aber immer wieder entdecke ich Neues: Die Linie, welche durch die Findlinge oder Menhire führt, ging weiter und traf nach meinen Abmessungen auf den Gantrisch, einem Berg in der Nähe von Thun. Auf dieser Linie empfand ich die Qualität „Entscheidungen“, die – geht man seinen eigenen Weg – mit dem Herzen gefällt werden. Das war aber vor vielen Jahren.

Mitte 2007 las ich dann ein Buch von Bertrand Piccard über seine Weltumseglung in einem Heissluftballon. Eine Intuition sagte mir: Er ist auf der Herzlinie gestartet. Von Windisch aus gemessen, fand ich tatsächlich, dass sein Abflugort in Château d’Oex auf dieser Herzlinie liegt. Verbindet man Château d’Oex mit Windisch, kommt man durch Jaun und wie es der Zufall wollte, wurde ich letzten November eingeladen in Jaun ein Seminar über Schamanismus und Musik zu halten. Dieses Seminar fand zusätzlich genau in dem Ferienheim statt, wo ich vor vielen Jahren während der RS in der Verlegung war. Dies war ein weiterer Hinweis – denn im Leben wird man immer an die Orte geführt, die irgendwie wichtig sind. Dazu kam, dass an dieser Stelle ein beeindruckender Wasserfall aus einer Höhle im Berg entspringt. Zusätzlich stand früher auf einem Hügel direkt vor dem Wasserfall ein Galgen. Und – führte in Windisch nicht auch die Linie durch den neu ausgegrabenen Richtplatz? Alles schien zu passen…

 

 



 
Wasserfall in Jaun auf der Linie des Herzens. Der Wasserfall entspringt direkt dem Berg. Foto: Jakob
 

Nur – verbindet man Jaun und den Gantrisch dann gelangt man nicht nach Windisch. Was stimmte jetzt? Hatte ich irgendwo einen Fehler gemacht? Oder unsorgfältig gearbeitet? Kleine Abweichungen von wenigen Metern ergeben natürlich in grösserer Distanz sofort Abweichungen von vielen Kilometern. Aber wieso war mir nicht aufgefallen, der Windisch, Gantrisch und Château d’Oex nicht auf einer Geraden liegen? Plötzlich hatte ich grundsätzliche Zweifel: Stimmt dieses System überhaupt? War es nur ein Wunsch von mir?

Ich mass nochmals die Menhirereihe genauer ab und kam wieder zum Gantrisch. Also doch nichts mit Jaun? Doch führte mich unerwarteter weiterer Besuch in Jaun wieder zum Wasserfall. Und es war eindeutig: Hier war Herzqualität, es liess sich nicht leugnen. Aber wie passte das mit den Menhiren und mit dem Gantrisch zusammen?

Und plötzlich wurde es klar. Es gibt zwei Linien des Herzens: eine, welche durch die Menhire geht und auf den Gantrisch trifft. Diese Linie hat die so genannte „grüne“ Herzqualität (d.h. ein solcher Mensch achtet noch stark auf andere Menschen; in anderen Foren habe ich schon darüber berichtet, vgl. auch Schamanisches Heilbuch). Die Linie durch Jaun, Château d’Oex (welche weiter nach Aigle geht) hat die weisse Herzqualität (d.h. ein solcher Mensch achtet bei Herzentscheidungen auf seinen eigenen Weg).

Um sicher zu sein, dass die Geraden diesmal richtig waren habe ich sie nicht nur auf der Karte abgemessen sondern zusätzlich anhand der Koordinaten berechnet. Die Berechnung stimmte mit der Vermessung überein.

Aber wieso hatte ich das früher nicht gemerkt? Meine Vermutung: Damals hatte ich noch ein „grünes“ Herz und konnte die andere Linie gar nicht wahrnehmen. Und wieso haben die Menhire die „grüne“ Qualität und ausgerechnet die Richtplätze die „weisse“ Qualität? Weitere Vermutung: Der Weg führt bei jedem Menschen von „grün“ zu „weiss“, bei „grün“ gibt es noch „Leitlinien“, bei „weiss“ muss man sie selber finden. Die Richtplätze sind darauf, weil oft mit Bauten oder Themen die Machtträger die Qualität zu unterbinden suchen. Ein fremdes „Richten“ soll das universale oder göttliche „Richten“ überspielen.

Sonntag, 1. Februar 2009

Fremde Weltbilder erkennen


Im 6. Chakra ist unser Denken und unsere Kreativität lokalisiert, dort wird auch unser Weltbild geprägt, beziehungsweise die Leit- oder Glaubenssätze, nach denen wir unser Leben richten. Nachfolgend möchte ich dieses Thema vertiefen und der Frage nachgehen, was ein solches Weltbild umfasst, wie wir fremde Elemente darin erkennen und was ein gesundes 6. Chakra ausmacht.

Mit unserem Weltbild beobachten, beziehungsweise schaffen wir uns die Realität, die wie wir im Aussen antreffen. Dieses Weltbild wird meistens zum grössten Teil von unserer Erziehung und unserer Gesellschaft geprägt. Da solche Weltbilder uns so tief formen und weil nicht selten unsere ganze Umgebung das gleiche oder zumindest ein ähnliches Weltbild hat, ist es oft sehr schwierig zu erkennen, inwieweit unser Weltbild unser eigenes ist und inwieweit es fremdbestimmt ist. Wahrscheinlich ist sogar viel mehr fremd, als wir auf Anhieb erwarten. Dies kann zu Verwirrung führen und wir glauben, etwas sei unser eigener Weg (weil er sich so normal und stimmig anfühlt) obwohl er es nicht ist.

Weltbilder können jedes Thema im Leben betreffen. Hier einige Beispiele:

1) Unsere Ansicht über die Art und Weise wie Männer und Frauen miteinander zu sein haben. Ist der Mann nun der Versorger und die Frau verantwortlich für Haushalt, Kinder und Soziales? Oder ist es umgekehrt? Oder ist es eine partnerschaftliche Aufteilung? Es geht nicht nur um Mann und Frau, oft sind sämtliche Arten wie Menschen miteinander umgehen von Weltbildern geprägt.

2) Sämtliche Meinungen und Standpunkte die wir haben stammen von Weltbildern, z.B. unsere politische Gesinnung, was wir von anderen Menschen halten, ob wir uns für oder gegen eine bestimmte Fussballmannschaft einsetzen usw.

3) Persönliche Glaubens- oder Leitsätze gehören ebenfalls dazu. Zum Beispiel „Ich muss etwas leisten, damit ich geliebt werden“, „wer nichts riskiert, gewinnt nichts“, „Geld darf nur für langfristige Investitionen und nicht für kurzfristigen Spass ausgegeben werden“ oder „das schaffe ich nie“.

4) Unsere Ansicht über gut und böse oder richtig und falsch sind ebenfalls Weltbilder. Fast alle von uns haben wohl die Meinung, dass Mord und Totschlag falsch sind (ich wähle bewusst ein krasses Beispiel), ausser es geht um Verteidigung oder darum, in einem Krieg einen bösen Gegner umzubringen. Aber auch dies sind Weltbilder

5) Oder - noch radikaler - glauben wir, dass wir nicht in der Zeit reisen können, dass Gegenstände solid sind, dass die Erdanziehungskraft gilt usw. Aber auch das sind Weltbilder, sogar dann, wenn sie von physikalischen Gesetzmässigkeiten untermauert sind.

 
Wie sieht es nun aus für einen Menschen, der auf dem Weg des Herzens ist?

Bei den oben dargestellten Weltbildern werden Entscheidungen vorweggenommen. Dies lässt ein Schamane nicht zu. Sondern er entscheidet in jedem Fall unabhängig und frei mit dem eigenen Herzen. Das heisst, es ist eine Entscheidung des Herzens, wie wir eine Beziehung organisieren, wie wir abstimmen, von welcher Mannschaft wir Fan sind, ob in einem konkreten Fall töten richtig ist usw. Dies geht sogar soweit, dass wir mit dem Herzen entscheiden, ob nun in der Zeit gereist werden kann. Letzteres klingt unplausibel, aber weil sämtliche Menschen glauben, dies sei unmöglich, haben wir einen derart starken Konsens darüber, dass jede andere Variante gar nicht existieren kann.
 
Wie unterscheide ich nun ein fremdes Weltbild von einem Weg des Herzens? Ich muss bei jeder, auch noch so kleinen Entscheidung konsequent mit dem Herzen entscheiden. Dabei ist zu beachten, dass es auch eine Entscheidung ist, wie ich auf andere reagiere oder auf Bemerkungen anderer antworte. Vielfach ist es aber schwierig zu erkennen, dass ich überhaupt am Entscheiden bin, denn was wir gerade machen wirkt oft normal und selbstverständlich, so dass wir es gar nicht hinterfragen. Es ist deshalb sehr hilfreich, sich mit vollkommen anderen Menschen zu umgeben, als wir uns das gewohnt sind oder in gänzlich andere Gegenden zu reisen. Ist man vom Land, geht man in die Stadt, steht man links, verkehrt man mit Rechten, ist man Schweizer, sucht man sich Ausländer auf, ist man fortschrittlich, umgibt man sich mit traditionsbewussten Menschen usw. Mit diesen Leuten oder an diesen Orten achten wir dann ganz genau auf unsere Gefühle: Macht die Art des anderen, seine Meinung, seine Lebensweise uns auf irgendeine Art betroffen, dann sind wir auf der Spur zu einem fremden Weltbild beziehungsweise zu einer Wunde im 6. Chakra.  

 Wieso? Die Betroffenheit zeigt, dass wir selbst ein Thema haben, nicht, dass der andere unrecht hat. Der andere oder die andere Situation sind einfach. Sind wir geheilt, haben wir also keine fremden Weltbilder, dann finden wir in jeder Umgebung unseren Weg.

Haben wir Themen entdeckt, dann heilen wir diese indem wir die Gefühle oder die Verzweiflung oder sogar den körperlichen Schmerz zulassen, welches dieses Thema auslöst. Gleichzeitig suchen wir in unserer eigenen Geschichte, wo dieses Weltbild vielleicht herkommt. Und wir entscheiden nach wie vor mit unserem Herzen.

Und was bringt das? Ist unser Weltbild beziehungsweise unser 6. Chakra vollständig geheilt, dann können wir uns jede beliebige Realität schaffen. Sehr wichtig ist dabei aber: Gehen wir den Weg des Herzens, dann sind wir natürlich nicht mehr daran interessiert einfach irgendeine Realität zu erschaffen, sondern wir wollen die Absicht des Universums (oder die göttliche Absicht, wie man das auch immer nennen will) erschaffen. Damit kreieren wir eine Realität, die in Einklang mit dem Grund unseres Daseins steht.

Ich muss betonen: Es ist unbedingt notwendig, dass wir dieses Chakra heilen, bevor wir mit der Schaffung einer konkreten Realität beginnen. Sind wir nicht geheilt, ist die Gefahr gross, dass wir eine Realität erschaffen, die nicht dem Weg des Herzens sondern unseren Wunden entspricht. Wir versuchen dann unsere Wünsche zu erfüllen oder unsere Sehnsüchte zu befriedigen. Wir schaffen dann also das, was unser Ego will und nicht das, was eine übergeordnete Kraft, eben zum Beispiel das Universum, möchte.

Sonntag, 2. März 2008

Gefühle


Der Motor für unsere Bewegung im Leben sind unsere Gefühle. Sie geben uns die nötige Energie, damit wir vorwärts, auf Neues zugehen beziehungsweise Altes verlassen können. Sie zeigen uns zudem, ob wir von unserem Weg abgewichen sind oder nicht.

Jedes Gefühl, welches nicht zugelassen wurde, bleibt in der Aura stecken, gewissermassen als eine Bewegung, die auf unserem Weg im Leben noch nicht vollzogen wurde. Diese stecken gebliebenen Gefühle summieren sich über die Zeit und führen anschliessend oft zu körperlichen Symptomen. Die Konsequenz: Wir heilen uns, indem wir die nicht gelebten Gefühle zulassen, sie also aus der Aura befreien oder eben den nicht vollzogenen Schritt (=nicht zugelassenes Gefühl) im Leben nachholen (=dieses Gefühl befreien). Dies ist selbstverständlich einfacher gesagt, als getan. Wir haben oft grosse Mühe an die Gefühle zu gelangen und sind wir einmal dort, dann interpretieren wir sie anders. So werten wir beispielsweise Angst als ein Zeichen, etwas zu unterlassen, statt als Zeichen, dass wir auf etwas Neues zugehen.

Aber was sind unsere Gefühle wirklich? Alle Gefühle basieren auf eines der folgenden fünf Basisgefühlen: Wut, Sehnsucht, Angst, Trauer und Freude. Alle anderen Gefühle zeigen entweder verschiedene Stärken eines dieser Gefühle oder sind Mischungen zweier oder mehrerer Basisgefühle. So sind Irritation, Ärger, Zorn, Rage, Tollwut unterschiedliche Stärkegarde von Wut. Neid und Eifersucht sind hingegen eine Mischung aus Sehnsucht und Angst, Enttäuschung ist eine Mischung aus Trauer und Angst oder ein schlechtes Gewissen eine Mischung aus Angst und etwas Trauer.

Anhand der Gefühle erkennen wir unseren Standort in Bezug zu unserer Umgebung und ob wir tatsächlich in Bewegung sind oder nicht. So zeigen Wut und Sehnsucht, dass wir von unserem Weg abgewichen sind. Spüren wir Wut, sind wir zu nahe an etwas während Sehnsucht zeigt, dass wir zu weit weg sind. Trauer und Angst zeigen an, ob wir uns tatsächlich bewegen oder nicht. Bei Trauer verlassen wir etwas und bei Angst gehen wir auf etwas zu. Es ist also nicht möglich uns ohne Angst und Trauer auf unserem Weg zu bewegen, denn immer müssen wir auf etwas Neues zugehen und ständig verlassen wir Altes. Spüren wir schliesslich Freude, dann sind wir genau richtig. Die Freude ist ein schönes Geschenk, welches wir wie eine Pause auf einer Wanderung genießen können. Freude ist aber nicht von Dauer, denn früher oder später setzen wir unseren Weg fort und prompt folgt Angst und Trauer.

Haben wir ein Gefühl, etwa Enttäuschung, welches eine Mischung der Basisgefühle darstellt, so sind verschiedene Bewegungsarten beteiligt. Beispielsweise sind wir bei Enttäuschung traurig, weil sich etwas Erhofftes nicht einstellt (wir verlassen die Hoffnung) und haben gleichzeitig Angst vor dem Neuen (wir gehen nun auf etwas Unbekanntes zu).

Gefühle sind also wichtig, sie müssen unbedingt zugelassen werden, denn ohne Gefühle können wir uns auf unserem Weg nicht bewegen. Unterdrücken wir die Gefühle, so entstehen Wunden in der Aura. Diese können nur geheilt werden, indem die Gefühle im Nachhinein zugelassen werden. Oft entstehen genau deshalb Krisen in der Gegenwart, damit wir auf unsere Wunden stossen und so Gelegenheit haben, diese zu heilen.

Samstag, 1. März 2008

Schamanismus und Arbeit


 

 


 

 
Schamanismus und Beruf, Param Verlag.
 

 

Arbeit. Wir brauchen Geld, um zu überleben. Also gehen wir arbeiten. Manchmal gefällt uns die Arbeit, manchmal nicht. Selten können wir ganz hinter dem stehen, was wir tun, denn ein anderer befiehlt, und oft haben seine Weisungen nichts mit unseren eigenen Ideen, mit unserer Berufung, mit unserem Wesen zu tun. Wir spüren deutlich, wie uns die Arbeit von unserem eigenen Weg wegführt, dass wir etwas anderes tun, als uns wirklich entsprechen würde. Müssten wir nur kein Geld verdienen, dann wäre alles ganz anders. Empfinden wir es nicht oft so, als würden wir unsere Seele verkaufen, damit wir überleben können?

 Hinzu kommt, dass unsere Arbeit fast immer den grössten Teil unseres Lebens beansprucht und wir selbst kommen zu kurz. Die Zeit ausserhalb der Arbeitszeit genügt nicht, zumal sie zusätzlich von Tätigkeiten wie Haushalten oder Einkaufen erfüllt ist, die uns oft ebenfalls genauso wenig entsprechen. Und in der wenigen Zeit, die uns übrig bleibt, müssen wir uns erholen, damit wir genügend Kraft haben, das Ganze am nächsten Tag noch einmal durchzuspielen. Wo bleiben wir dabei? Wieso können wir nicht wir selbst sein?

Im Folgenden geht es mir darum, zu erklären, wie wir das Dilemma zwischen uns selbst sein oder unsere Berufung leben und Geld verdienen überwinden können. Ich zeige, wie es möglich ist, an jeder Arbeitsstelle, bei jeder Tätigkeit, ganz gleich welche, sich selbst zu entdecken und zu verwirklichen. Ich erkläre, wie wir zu Erkenntnissen über uns selbst kommen und wie diese helfen, die genau richtige Arbeit zu finden. Mit unserer Berufung bestreiten wir dann unseren Lebensunterhalt. Hierzu verwende ich die Methoden und Philosophien eines Menschen, der auf sein Herz hört.

Das Herz? Kann das funktionieren? Können wir sogar betreffend Geld, wohl der wichtigste Aspekt des Arbeitens, auf unser Herz hören? Sie werden sehen: es geht. Auch jede Entscheidung betreffend Geld kann mit dem Herzen gefällt werden und dann erübrigt sich sogar eine Bilanz. Denn ein Mensch, der dem eigenen Herzen nachgeht, hat immer genügend Geld. Dies klingt radikal, ich weiss, denn Geld ist doch wichtig, ja, essentiell. Solche Entscheidungen dürfen doch erst nach reifer Überlegung gefällt werden. Würden wir alles kaufen – so denken wir – wonach unser Herz begehrt, wären wir schnell pleite. Würden wir nur Tätigkeiten annehmen, zu denen unser Herz ja sagt, könnten wir nicht einmal die Miete bezahlen. Aber gehen wir der Sache nun etwas auf den Grund:

 Wie ist ein Mensch, der auf sein Herzen hört?

 Ein Mensch, der auf sein Herzen hört, sucht und geht konsequent seinen eigenen Weg. Er beobachtet, wie er in seinem Alltag Hindernissen aller Art begegnet und wie diese bei ihm Gefühle, Krisen, Schmerzen und dergleichen auslösen. Diese werden meist durch Erfahrungen in der Vergangenheit, meist in der Kindheit geprägt. Hier wird von Wunden oder Blockaden gesprochen, die er aufzulösen hat. Diese Wunden bestehen aus ungelebten Empfindungen, die eigentlich zur damaligen Situation gehört hätten aber aufgrund ihrer Heftigkeit nicht erlebt wurden. Diese Empfindungen bleiben dann gewissermassen hängen und verursachen jedes Mal einen Schmerz, wenn sie berührt werden, nicht unähnlich zu ungeheilten körperlichen Wunden.

Der Weg eines Menschen, der auf sein Herzen hört, führt jedoch zusehends zu Harmonie, zu Gleichgewicht, Liebe, Freiheit oder wie dieser Zustand auch immer genannt wird. Der Weg wird durch das Herz gefunden, das heisst, wir folgen dann unserem Pfad, wenn wir alle Entscheidungen mit dem Herzen treffen. Die Heilung der Wunden erfolgt dadurch, dass diese erkannt und dann die darin verborgenen Gefühle, die versteckte Verzweiflung oder die körperlichen Schmerzen gelebt werden. Es ist das Zulassen dieser Empfindungen, welches heilt, auch wenn dies im ersten Moment nicht so wirkt, denn uns geht es dabei subjektiv schlechter bevor wir eine Verbesserung bemerken.

Der Weg eines Menschen, der auf sein Herzen hört lässt sich mit einem Fluss vergleichen, der vom Gebirge, also von einem Ungleichgewichtszustand aus, ständig sein eigenes Flussbett sucht, bis er das Meer oder den Gleichgewichtszustand erreicht. Die Hindernisse auf dem Weg entsprechen Steinen oder Wasserfällen und die Ufer sind unsere Umgebung, das heisst unsere Mitmenschen, unsere Wohnumgebung und eben auch unsere Arbeit.

 Beschreibung angebracht: Unser Herz sagt dann ja zu etwas, wenn wir ein wohltuendes oder warmes Gefühl mitten in der Brust empfinden. Nein sagt es, wenn dieser Bereich eher verschlossen oder kühl wirkt. Dabei ist ein Herzentscheid kein Bauchentscheid, obwohl viele Menschen alle Entscheide, die nicht mit dem Kopf oder aufgrund von logischen Überlegungen gefällt werden, als Herzentscheide deklarieren. Die Gefühle des Bauches haben eine andere Bedeutung und sollen uns zeigen, wo wir in Relation zu anderem stehen. Haben wir beispielsweise Wut dann sind wir zu nahe oder spüren wir Sehnsucht, dann sind wir zu weit weg von etwas. Das Herz, hingegen, ist dafür verantwortlich, zu entscheiden, wie wir etwa unsere Distanz zu etwas vergrössern oder verkleinern. In anderen Worten zeigen uns die Gefühle, wo ein Entscheidungsbedarf vorliegt und das Herz entscheidet dann. Sind wir beispielsweise wütend auf einen anderen Menschen, dann wissen wir, dass hier eine Entscheidung fällig ist. Wir beobachten anschliessend alle Möglichkeiten, etwas zu verändern und anschliessend entscheidet das Herz, welche dieser Möglichkeiten wir umsetzen.

Viele Menschen spüren ihr eigenes Herz aber nicht, weil dieses von einer Schutzschicht zugedeckt ist. Diese Schicht schützt vor dem Schmerz, der in den Wunden und Ungleichgewichten steckt. Solche Menschen können nicht mit dem Herzen entscheiden und ihre vordringliche Aufgabe bestünde vorerst darin, diese Schutzschicht aufzubrechen, bevor sie beginnen, mit dem Herzen zu entscheiden. Oft sind es Krisen oder schwere Krankheiten, welche diese Schutzschicht durchtrennen. Wie aber können wir wissen, ob unser Herz zugedeckt ist? Ein guter Test besteht darin, ob es uns gelingt alleine zu sein und mit lange meine ich nicht Stunden sondern Wochen. Die Schutzschichten werden durch die ständige Bestätigung anderer immer wieder verstärkt. Fällt diese Bestätigung anderer zusammen, brechen allfällige Schichten in sich zusammen. 
 
Herzentscheide kennen im Weiteren keine Massstäbe, obwohl viele Menschen eine vorgefasste Meinung dazu haben, was ein solcher sei. Ein Herzentscheid muss zum Beispiel zu Frieden oder Unabhängigkeit führen oder dazu, dass es anderen besser geht. Dies mag in gewissen Fällen stimmen, in anderen aber auch nicht. Ein Herzentscheid führt zum eigenen Weg und hat nichts damit zu tun, ob wir anderen helfen, Frieden stiften oder dergleichen.

Wie wird nun das konsequente Gehen des eigenen Weges bei der Arbeit angewendet?

Anwendung bei der Arbeit

Bei unserer Arbeit kommen wir hautnah in Kontakt mit uns selbst. Die alltäglichen Geschehnisse mit Kollegen, Zeitnot, Stress, Verantwortung, Macht, Erfolg usw. zeigen unsere Ungleichgewichte oder Wunden auf. Nur wenn wir diese sehen, können wir sie auch heilen. Und dazu ist die Arbeit ideal: Hier begegnen wir sehr vielen Situationen, die unsere Wunden sichtbar machen. Ist übrigens eine bestimmte Wunde geheilt, dann ist die Situation, welche darauf hinweist, nicht mehr nötig, womit wir in eine neue gelangen können.

Konkret heisst dies, wir arbeiten, um uns selbst zu erkennen, um genau unseren Weg zu finden. Unsere Arbeit dient also uns, auch wenn wir sie für jemanden anders verrichten. Haben wir alle Mitteilungen aus unserer gegenwärtigen Arbeit erkannt, dann folgt automatisch eine neue Tätigkeit, die uns schon ein Stück mehr entspricht. Und so geht das weiter, Tag für Tag, Arbeitssituation um Arbeitssituation, Stelle um Stelle. Immer erkennen wir die Lektionen und entscheiden mit dem Herzen und werden so immer mehr wir selbst. Dieser Weg lässt sich übrigens nicht nur bei der Arbeit anwenden; er gilt für alle Lebensbereiche.

Ein Mensch, der dem Herzen nachgeht, begrüsst also alles, was er bei der Arbeit antrifft, denn er weiss, alles ist für ihn wichtig, alles dient seinem eigenen Weg. Was mit den anderen Menschen geschieht, spielt dabei keine Rolle mehr. Er muss deshalb niemandem mehr die Schuld für eine unglückliche Begebenheit zuweisen, denn alles was geschieht, ist nur für ihn. Auf diese Weise übernimmt er die Verantwortung für alles, was ist, bekommt aber dadurch die Möglichkeit bestehende Situationen zu verändern. Dies geschieht, wie erwähnt, dadurch, dass er seine Wunden heilt, welche durch die gegenwärtige Situation ausgelöst werden.

Hierzu ein persönliches Beispiel: Bei meiner Arbeit beobachtete ich lange Zeit, wie sehr oft genau dann der Drucker versagte, wenn ich eine wichtige Arbeit unter grossem Termindruck abzuschliessen hatte. Dies versetzte mich jeweils in Wut und Verzweiflung. Hatte ich mich doch so angestrengt, meine Arbeit rechtzeitig abzuschliessen, einen beinahe unmöglichen Termin doch eingehalten und nun kam ein Hindernis dazwischen, was ich – so fand ich zumindest – nun gar nicht verdiente. Als ich diese Begebenheiten symbolisch interpretierte, merkte ich, dass dies bei mir als Kind nicht anders war. Ich musste Unmögliches leisten, doch bekam ich selten die nötige Unterstützung. Die Verzweiflung von damals war nicht geheilt und die gegenwärtige Situation war dazu da, mir klar zu machen, dass ich diese alten Wunden anzugehen hatte. Ich musste den Schmerz und die Enttäuschung von damals noch einmal spüren. Seither habe ich selten Probleme mit dem Drucker.

Dieses Vorgehen ist nicht einfach. Entschliessen Sie sich, sich Ihrem Weg zu stellen, oder in anderen Worten, sich selbst zu entdecken, dann folgen oft heftige Gefühle, Sie gelangen in einen inneren Aufruhr. Immer wieder werden Sie an den Rand der Verzweiflung geraten. Es ist alles andere als angenehm und gemütlich. Doch sind genau diese Empfindungen nötig, um zu einer erfüllenden Arbeit zu kommen, denn es sind diese Empfindungen, welche – wie ich oben erwähnt habe – heilen.

Gehen wir nun einige Arbeitsthemen an und sehen, wie sich ein Mensch, der dem Herzen nachgeht dazu stellt:

Die Motivation hinter der Arbeit: Ein Mensch, der seinem Herzen nachgeht, ist ständig an der Arbeit, er betrachtet alles, was auf seinem Weg liegt als Arbeit. Viele von uns haben aber eine andere Motivation zu arbeiten und diese gibt Hinweise für unseren Weg. Ist zum Beispiel Geldverdienen unsere Motivation, dann haben wir womöglich Zweifel daran, dass wir immer genügend bekommen, um unseren Weg zu gehen. Das heisst, wir haben irgendwo eine existentielle Wunde und wir haben kein Vertrauen, dass wir immer für uns selbst sorgen können. Eine solche Wunde kann geheilt werden, indem wir uns unserer Angst stellen und sie zulassen. Vielleicht ist aber auch Macht die Motivation zu Arbeiten, dann haben wir womöglich Zweifel daran, dass wir unser Potential leben können. Auch hier suchen wir nach den Wunden und lassen die darin verborgenen Empfindungen zu.

Geld: Jede Geldausgabe und –einnahme ist eine Entscheidung, die mit dem Herzen gefällt wird. Machen wir dies konsequent, dann erübrigt sich eine Bilanz, denn für unseren Weg haben wir immer genügend Geld. Können wir Geld als das ansehen, was es ist – nämlich als eine Masseinheit, wie etwa Kilogramm oder Meter dies auch sind – dann verschwinden viele der Probleme, die unsere Arbeit betreffen. Geld wird dann eine Folge unseres Weges und nicht umgekehrt. Wir müssen also nichts anderes tun, als beständig jede Entscheidung mit unserem Herzen fällen, und wir bekommen genügend Geld, nicht zu viel und nicht zu wenig. Da die Wege aller Menschen verschieden sind, werden wir deshalb auch unterschiedliche Mengen an Geld zur Verfügung haben. Mit dieser Einstellung kommen wir auch zu einer neuen Idee von Reichtum: wir sind nicht reich, wenn wir viel oder wenig Geld besitzen, sondern dann, wenn wir unser eigenes Leben zulassen.

Beziehungen: Auch zwischenmenschliche Beziehungen sind ein wichtiges Thema bei der Arbeit, insbesondere weil wir mit Menschen zusammenkommen, die wir nicht selber wählen. Negative Beziehungen, also solche, in denen eine oder beide beteiligte Personen einen Energieverlust spüren, kommen durch die oben erwähnten Wunden oder Ungleichgewichte zustande. Wir beenden negative Beziehungen, indem wir unsere Wunden erkennen und heilen. Dann verschwindet entweder die andere Person aus unserem Leben oder die Beziehung wandelt sich. Ich hatte zum Beispiel einmal eine Arbeitssituation in der zwei Vorgesetzte und alle Kollegen Mitglieder meiner Ursprungsfamilie darstellten. Sie lösten bei mir Gefühle aus, welche eigentlich zu meiner Familie gehörten. Indem ich die alten Empfindungen zuliess, konnte ich die Wunden heilen und in der Folge veränderte sich schnell die Zusammensetzung der Einheit in der ich arbeitete. So betrachtet, sind die negativen Beziehungen an unserem Arbeitsplatz sehr wertvoll, weil sie uns auf unsere Wunden aufmerksam machen.
 
Zeitnot: Zeitnot und der daraus resultierende Stress plagt viele von uns. Auch hier lässt sich die schamanische Vorgehensweise anwenden. Fällen wir unsere Entscheide mit dem Herzen, dann haben wir genügend Zeit für unseren Weg. Unterwegs werden uns aber immer wieder verschiedene Themen bezüglich Zeit beschäftigen. Dies gibt uns auch hier die Möglichkeit, unsere Wunden kennen zu lernen und diese zu heilen. Machen wir dies, verschwinden unsere Zeitprobleme.  Ein Beispiel hierzu: Ich komme immer sehr unter Druck, wenn mir jemand einen Termin für eine Arbeit setzt, den ich nicht selber bestimmen kann. Ich habe gemerkt, dass dies bei meiner eigenen Geburt auch so war. Ich wurde damals eingeleitet, konnte also meinen eigenen Geburtstermin nicht selber bestimmen, was eine Wunde im obigen Sinne hinterlassen hat. Ich kann diese nun heilen, indem ich die Empfindungen bei meiner Geburt nochmals spüre. Dies wiederum, macht es weniger Schlimm, wenn ich äussere Termine einhalten muss.

Unsere konkrete Tätigkeit: Alles, was wir im Aussen tun oder wahrnehmen, hat seine Entsprechung in unserem Inneren und demzufolge eine Bedeutung für unseren persönlichen Weg. Viele Menschen merken dies jedoch nicht und üben im Aussen eine Tätigkeit aus, die sie eigentlich im Inneren machen müssten. Oder anders ausgedrückt, gehen wir unseren Weg auch in unserem Inneren, dann kann sich die Situation im Aussen ebenfalls ändern. Es lohnt sich deshalb ganz genau hinzusehen, was wir im Aussen tun, denn dadurch erhalten wir Hinweise für unseren inneren Weg. So können wir unsere Arbeit verändern, ohne dass wir viel im Aussen tun müssen. Sind Sie zum Beispiel Reporter, dann beschreiben und interpretieren Sie die Welt für andere und ersetzen anderen dadurch die eigene Beobachtung. In diesem Fall müssten Sie vielleicht untersuchen, inwieweit Ihre Wahrnehmung durch eine Brille – oder in den Worten, die ich hier verwende, durch die eigenen Wunden – beeinflusst wird.  Sind Sie, als weiteres Beispiel hierzu, Sozialarbeiterin, dann helfen Sie anderen dabei, auf eignen Füssen zu stehen. In diesem Fall müssten Sie sich eventuell fragen, ob Sie selbst in allen Bereichen Ihres Lebens auf eigenen Füssen stehen. Sind Sie abhängig von einer Beziehung oder von einem bestimmten Wohnort? Auf ähnliche Weise können Sie selbstverständlich alle anderen Berufe und Tätigkeiten interpretieren.

Berufung: Im weitesten Sinne ist unsere Berufung unser ganzer Weg, im engeren die ureigene Arbeit oder Tätigkeit, für die wir auf Erden gerufen worden sind. Auch hier geht es um das Gleiche: Die Berufung wird gefunden, indem wir einfach konsequent unseren Weg weitergehen. Wir müssen dabei Acht geben, dass wir uns nicht zu früh auf eine bestimmte Tätigkeit fixieren und wichtige Zwischenschritte vergessen.

 Auf das Herz kommt es an

 Am Schluss möchte ich das Allerwichtigste noch einmal betonen: Setzen Sie alles daran, Ihr Herz kennen zu lernen, und folgen Sie ihm dann ausnahmslos. Lassen Sie Ihre Gefühle, Ihre Verzweiflung und Ihren körperlichen Schmerz zu – anerkennen Sie diese Empfindungen. Wege führen durch den Alltag, auch durch den Arbeitsalltag. Sie sind selten angenehme, sie fordern heraus, sie sind nicht sicher, aber Sie werden dabei sich selber finden. Lassen Sie sich nicht von Versprechen über Erfolg, Sicherheit oder Komfort ablenken. Werden Sie Sie selbst, ganz gleich, was dabei geschieht. Der Weg eines Menschen, der dem eigenen Herzen nachgeht, ist turbulent, schwierig und voll intensiver Gefühle. Aber es ist der eigene Weg. Wenn Sie konsequent Ihrem Herzen nachgehen, wird sich alles weitere von alleine ergeben. Sie werden die richtigen Menschen kennen lernen, Sie werden in die richtigen Situationen geraten, Sie  werden die richtigen Bücher lesen – alles, was geschieht, dient nur Ihrem Weg.

Ist ein Mensch, der konsequent seinen eigenen Weg, also den Weg des Herzens geht, ein Egoist? Nein, denn wenn wir unserem Herz nachgehen, dann machen wir gleichzeitig das Beste für unsere Mitmenschen. Diese mögen zwar mitunter protestieren und nicht einverstanden sein, aber die Erlebnisse, die Sie dadurch erhalten sind eben genau die richtigen. Wir können also auch für unsere Umgebung nichts besseres machen, als unserem eigenen Weg nachgehen.